Deutschland hat derzeit den Vorsitz der G7

G7-Staaten wollen Ukraine notfalls jahrelang Waffen liefern

Samstag, 14. Mai 2022 | 18:03 Uhr

Die G7-Staaten fordern von der Regierung in Moskau ein sofortiges Ende des Kriegs in der Ukraine und wollen Russland andernfalls wirtschaftlich und politisch weiter isolieren. Das geht aus der Abschlusserklärung des dreitägigen Treffens der G7-Außenminister in Weißenhaus hervor, das am Samstag zu Ende ging. Darin fordern die sieben reichsten westlichen Industriestaaten zudem, den von Russland blockierten Export von Getreide aus der Ukraine wieder in Gang zu bringen.

Die Nahrungsmittel würden dringend gebraucht, um Hungersnöte zu verhindern. Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock warf Russland vor, auch einen “Korn-Krieg” zu führen. Russland versuche bewusst, den Ukraine-Krieg in der Welt, insbesondere in Afrika, auszuweiten, sagte Baerbock. Dass Russland die Häfen in der Ukraine blockiere und deshalb kein Getreide exportiert werden könne, sei kein Kollateralschaden des Krieges. “Wir dürfen nicht naiv sein”, warnte Baerbock. Vielmehr bereite Russland damit den Nährboden, um den internationalen Zusammenhalt bewusst zu schwächen. “Durch Russlands Handeln fallen Lieferungen aus, steigen Preise nicht nur bei uns, sondern weltweit ins Unermessliche, und es droht brutaler Hunger.” Bis zu 50 Millionen Menschen in Afrika und dem Nahen Osten seien dadurch zusätzlich von Hunger bedroht.

Begleitet werde dies von einer massiven Strategie der Desinformation, “die mit absurden Behauptungen versucht, Täter und Opfer umzukehren”, sagte Baerbock mit Blick darauf, dass in vielen Ländern Afrikas der Westen für die Nahrungsmittel-Knappheit verantwortlich gemacht wird. Aber das sei nicht richtig. Es gebe keine Sanktionen gegen Getreide, “sondern die Sanktionen richten sich an das Machtzentrum des russischen Regimes, damit dieser völkerrechtswidrige Krieg unterbunden wird”. Es müsse jetzt alles dafür getan werden, das Getreide in den ukrainischen Häfen zu exportieren. Dafür prüfe die G7 den Transport über den Landweg etwa mit Zügen über Rumänien oder eine Verschiffung über Häfen im Baltikum.

Russland wies die Verantwortung für die hohen Lebensmittelpreise und die Gefahr einer Hungerkrise umgehend zurück. Die Preise stiegen wegen der westlichen Sanktionen, schrieb die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Samstag auf ihrem Telegram-Kanal. “Wenn man das nicht versteht, ist das entweder ein Zeichen von Dummheit oder für die bewusste Irreführung der Öffentlichkeit”, wandte sie sich an Baerbock.

Ein weiterer Grund für die globale Nahrungsmittelkrise liege zudem in dem Zerfall der Staatlichkeit der Ukraine – und auch dies habe der Westen zu verantworten. “Daran sind unter anderem die Vorgänger von Frau Baerbock schuld, die sich nicht nur in die Situation im Land eingemischt haben, sondern die Innen- und Außenpolitik der Ukraine per Hand gestaltet haben”, behauptete Sacharowa.

Baerbock sah eine Lösung, diese sei aber technisch und politisch sehr anspruchsvoll, wie sie sagte. Dass Indien nun ein Ausfuhrverbot für Weizen verhängt habe, zeige “wie tief wir bereits in dieser Krise sind”. Deswegen sei es so wichtig, dass die Weltgemeinschaft gemeinsam handele. Die G7 habe hier eine besondere Verantwortung und die besten Möglichkeiten, etwas zu erreichen. Die indische Regierung begründete ihren Schritt damit, Preissteigerungen im eigenen Land verhindern zu wollen. Indien ist weltweit der zweitgrößte Weizenproduzent.

Den G7 gehören Deutschland, die USA, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Japan an. Deutschland hält in diesem Jahr die G7-Präsidentschaft, weshalb Baerbock ihre Kollegen nach Schloss Weißenhaus an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins einlud. Hauptthema war der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Am Freitag nahm auch der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba an den Beratungen teil. Dabei bekräftigte er seinen Appell an die G7, dass die Ukraine auch weiterhin vor allem schwere Waffen brauche, um sich gegen den russischen Angriff zu stemmen. Die G7 haben grundsätzlich ihre Solidarität und Unterstützung der Ukraine bekräftigt.

Nach Abschluss des G7-Treffens kommen die NATO-Außenminister am Samstagnachmittag und Sonntag zu Gesprächen in Berlin zusammen. Daran soll auch US-Außenminister Antony Blinken teilnehmen, der sich in Weißenhaus wegen einer Corona-Infektion noch hatte vertreten lassen. An den NATO-Beratungen nehmen auch die Außenminister Finnlands und Schwedens teil, die dem Bündnis nicht angehören. Finnland hatte am Donnerstag aber angekündigt, sich für eine Aufnahme in das Bündnis zu bewerben. Auch von Schweden wird ein solcher Schritt erwartet. Die NATO hat bereits erklärt, eine Aufnahme beider Länder stehe nichts im Wege.

Die Türkei hat allerdings Bedenken. Die Aufnahme neuer Mitglieder muss von den 30 NATO-Staaten einstimmig beschlossen werden. Baerbock betonte wie auch Kanadas Außenministerin Melanie Joly, jedes demokratische Land habe das Recht, seine Bündniszugehörigkeit selbst zu entscheiden. Die deutsche Regierung unterstütze einen NATO-Beitritt Finnlands und Schwedens. Die schwedische Außenministerin Ann Linde sagte in Stockholm, eine Mitgliedschaft ihres Landes würde die Schwelle für militärische Konflikte erhöhen und damit eine konfliktverhindernde Wirkung in Nordeuropa haben. Es wird erwartet, dass Schweden am Montag einen Antrag stellt und damit Finnland folgt.

Von: APA/Reuters/dpa

Kommentare

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30 Kommentare auf "G7-Staaten wollen Ukraine notfalls jahrelang Waffen liefern"


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Fungizid
Fungizid
Tratscher
14 Tage 7 h

Bester Beweis, es ist niemand an Frieden interessiert. Es geht nur ums dreckige Geld

Zugspitze947
14 Tage 3 h

Fungizid: Dümmer gehts nimmer ? ES GEHT UM DIE FREIHEIT und die ist JEDEN PREIS WERT !!!!!!! 🙂 Wer den Faschismus in Südtirol erlebt hat weiss das und darum sind wir in Bayern 🙂

Kingu
Kingu
Superredner
14 Tage 34 Min
@Zugspitze947 Wie darf ich das verstehen, wäre so, als hätte damals Österreich Südtirol mit Waffen über Jahre unterstützt, damit man wie die IRA in Irland hätte können asymmetrischen Krieg führen. Hier wird höchsten die amerikanische Wirtschaft auf Kosten von Leben gestärkt, obwohl der Osten des Landes so oder anders verloren ist. Sich als neutral zu erklären auf einen EU-Beitritt und Nato-Beitritt zu verzichten, schmerzt anscheinend mehr, als das halbe Land zu verlieren. Gegen einer Nuklearmacht mit 3x so vielen Soldaten und moderneren Waffen zu kämpfen ist sinnlos. Bis dato hatte Russland nur sibirische und zentral-asiatische Soldaten eingezogen, weil um die… Weiterlesen »
Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
13 Tage 17 h

Die Deutschen haben 2 Weltkriege angefangen. Alle gute Dinge sind 3, die Grünen sind eine reine Kriegapartei!

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
13 Tage 17 h

Kingu du hast es auf den Punkt gebracht!

Nathanbosemann
Nathanbosemann
Grünschnabel
13 Tage 15 h

Dann ist interessant, dass die ganze Welt der Ukraine auf den Leim geht. DIeser Krieg ist komplexer als viele wahrhaben wollen.

OrtlerNord
OrtlerNord
Tratscher
13 Tage 10 h

@Spiegel
Geschichtsunterricht geschwänzt!!!
Note 5 setzt.
Der Erste Weltkrieg wurde von Österreich begonnen, das Deutsche Reich ist durch einen Militärpakt in den Konflikt hineingezogen worden. Die Kriegstreiber waren in diesem Fall eindeutig das Österreich ische Militär.
Beim 2. Weltkrieg war es dann eindeutig das Deutsche Reich der Kriegstreiber.
Wenn jemand pauschal immer die Grünen angreift ,zeigt wie oberflächlich die Denkweise von vielen hierzulande ist.

OrtlerNord
OrtlerNord
Tratscher
13 Tage 9 h

@Kingu und Spiegel
einfach bei derAussagen von Putin genau zuhören
Er möchte die Grenzen von Mitte der 90 er Jahre zurück haben mit der russischen Führung und den Sklavenländern.
Diese Denkweise hatte auch Hitler. Ich halte die USA auch für Kriegstreiber und Verbrecher aber im Gegensatz zu Putin haben sich die USA meines Wissens noch kein Land einverleibt.

Nathanbosemann
Nathanbosemann
Grünschnabel
12 Tage 15 h

Ich habe von Komplexität gesprochen, das hast du offensichtlich nicht her – also setze du dich mit einer 3.

Mauler
Mauler
Superredner
14 Tage 10 h

Eher isch dor Mensch die Gefahr von dor globalen Sicherheit… G7 Kasperletheater

Blitz
Blitz
Universalgelehrter
14 Tage 7 h

Mit anderen Worten, sie wollen jahrelang
keinen Frieden .

Neumi
Neumi
Kinig
14 Tage 5 h

Doch doch. Wenn der Aggressor sich zurückzieht, gibt’s Frieden. Es gibt halt keinen Frieden um jeden Preis.

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
13 Tage 22 h

Durch Aufgeben lässt sich der Frieden jedenfalls nicht erreichen.
Wenn Russland merkt, dass man damit davonkommt wird das noch öfter passieren.

Fighter
Fighter
Grünschnabel
14 Tage 8 h

“G7-Staaten wollen Ukraine notfalls jahrelang Waffen liefern” und wir bezahlen das jahrelang.

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
13 Tage 22 h

@Fighter:
Im Vergleich zu den Russen, die das ganze allein stemmen müssen sind das für den vereinten Westen Peanuts.
Die Kosten vor Russland den Schwanz einzuziehen wären langfristig mit Sicherheit höher.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
13 Tage 17 h

Dann darfst du in Zukunft keine Grünen wählen

Sigo70
Sigo70
Superredner
14 Tage 7 h

“Die G7-Gruppe erklärte außerdem, dass sie die von Russland angestrebten neuen Grenzziehungen “niemals” akzeptieren werde. “Wir werden niemals Grenzen anerkennen, die Russland durch militärische Aggression zu verschieben versucht hat”
Also sind die G7 doch Kriegspartei und der Wille der dort lebenden Bevölkerung ist nicht relevant. Für die G7 darf es keinen Erfolg von Russland geben, dabei spielt das Schicksal der ukrainischen Bevölkerung nur eine sehr untergeordnete Rolle.

blumenwiese
blumenwiese
Tratscher
14 Tage 8 h

Hauptsache Krieg,die UNO freuts,oder ?

OrtlerNord
OrtlerNord
Tratscher
13 Tage 9 h

Blumen…
Warum soll es die UNO freuen?

blumenwiese
blumenwiese
Tratscher
13 Tage 2 h

@OrtlerNord wenn nicht,dann wäre alles schon vorbei.

Gustl64
Gustl64
Superredner
14 Tage 6 h

Jahrelange Waffengeschäfte garantiert!

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 8 h

Super! Dann stellen wit uns mal drauf ein , dass wir der Ukraine helfen aber der Konflikt nicht gelöst werden wird. Untetm Strich sagt die G7 genau das. Das selbe in Grün wie seit 8 Jahren im Donbass. Dur Schlagzeilen werden weniger werden, dann noch weniger und damit ist dann das Problem gelöst. Das ist Politik des Verdrängens!

braunschweiger
14 Tage 6 h

🤦🤦🤦

EviB
EviB
Superredner
14 Tage 4 h

Super… wir zahlen ja gerne für alles…🤨

lissi81
lissi81
Tratscher
14 Tage 4 h

Super! Zuerst zwei Jahre Corona und jetzt jahrelanger Krieg.

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 3 h

Die G7 Staaten scheinen viel Geld zu haben, allen voran Italien (grins) . Waffen für viele Jahre in die Ukraine, zusätzlich Aufrüstung der eigenen Länder…! Was hat man mit dem vielen Geld virhet gemacht? Oder wirds dann woanders fehlen und wenn ja, wo?

TirolerSued
TirolerSued
Grünschnabel
14 Tage 14 Min

Olles Geld wos A nit existiert und B mir trotzdem zrugzohln miaßn. Die Verantwortlichen sollten mit ihrem Hab und Gut geradestian, und Schluss war mitn protzn

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
13 Tage 23 h

Mittlerweile gibts erste Meldungen dass einige der gelieferten Waffen (Gewehre und Maschinengewehre) auf dem Schwarzmarkt (via Telegram-Gruppen) verkauft werden. Hoppala!

falschauer
14 Tage 7 h

jo die viecher gonz gewiss nit 🙈

Joosi
Joosi
Neuling
13 Tage 21 h

Was darf ich überhaupt schreiben, oder meinen

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