"So lange wie nötig" sichern die G7-Staaten der Ukraine ihre Hilfe zu

G7 verhängen weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau

Montag, 27. Juni 2022 | 16:28 Uhr

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wollen die USA und die anderen G7-Staaten nach Angaben der US-Regierung weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau verhängen. Die Maßnahmen richteten sich etwa gegen militärische Produktions- und Lieferketten, teilte das Weiße Haus am Montag beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau mit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte von den G7-Staaten, “alles zu tun”, um den Krieg mit Russland noch in diesem Jahr zu beenden.

Selenskyj, am zweiten Gipfeltag per Video zugeschaltet, forderte massive Hilfe für das Ende des Ukraine-Krieges. Er habe darauf verwiesen, dass der Krieg noch lange dauern werde, wenn er sich bis in den Winter hinziehe, hieß es aus G7-Kreisen. Selenskyj verwies etwa auf die Härte des Winters, die Gefechte erschwere. Laut einer Mitteilung von Selenskyjs Büro auf Telegram bedankte sich der Präsident auch für die finanzielle und militärische Unterstützung der für die finanzielle und militärische Unterstützung der G7. “Die Ukraine hat die Unterstützung der Staaten der “großen Sieben” gespürt”, sagte er.

“So lange wie nötig” sicherten die G7-Staaten der Ukraine ihre Hilfe zu. Es sei die Entscheidung der Regierung in Kiew, wie eine Friedenslösung gestaltet werden könne. “Wir werden weiterhin finanzielle, humanitäre, militärische und diplomatische Unterstützung leisten und stehen an der Seite der Ukraine so lange wie nötig”, hieß es in einem Statement des G7-Gipfels zur Ukraine. Darin stellten die Staats- und Regierungschefs unter anderem eine Verschärfung der Sanktionen gegen Russland in Aussicht. Im Mittelpunkt sollten dabei die Rüstungsindustrie und der Technologiesektor stehen. “Wir sind entschlossen, Russlands Einnahmen, auch aus Gold, zu reduzieren”, hieß es zudem in dem Papier. “Wir werden weiterhin nach neuen Wegen suchen, um Russland von der Teilnahme am Weltmarkt zu isolieren”, hieß es in der Erklärung weiter.

Die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte sicherten der Ukraine ihre Unterstützung beim Wiederaufbau nach dem russischen Angriffskrieg zu. Sie seien “bereit, einen internationalen Wiederaufbauplan zu unterstützen”, der von der Ukraine in enger Abstimmung mit bilateralen und multilateralen Partnern ausgearbeitet werde, erklärten die G7-Staaten. “Als G7 stehen wir geschlossen an der Seite der Ukraine und werden sie weiter unterstützen”, teilte Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz auf Twitter mit.

Die G7 einigten sich zuvor auf “gezielte Sanktionen”, um den Zugang Russlands zu westlicher Technologie weiter einzuschränken, erklärte das Weiße Haus. Russlands Zugang zu wichtigen Materialien, Dienstleistungen und Technologien aus ihren Volkswirtschaften solle weiter eingeschränkt werden. Ausgeweitet würden auch US-Sanktionen gegen den russischen Rüstungssektor. Damit solle Russlands Fähigkeit eingeschränkt werden, “militärische Ausrüstung zu ersetzen, die es in seinem brutalen Krieg gegen die Ukraine bereits verloren hat”. Zudem einigte man sich darauf, Einnahmen aus erhöhten Zöllen auf russische Exporte als Finanzhilfe an die Ukraine weiterzuleiten. Neue Zölle auf russische Waren sollten genutzt werden, “der Ukraine zu helfen und sicherzustellen, dass Russland den Preis für seinen Krieg zahlt”, erklärte die US-Regierung.

Den Angaben zufolge gibt es zudem Fortschritte für das Vorhaben der USA, eine weltweite Preis-Obergrenze für den Kauf von russischem Öl zu verhängen. Die G7-Gruppe befinde sich bei diesem Thema in den “abschließenden Beratungen”. Der Vorschlag der USA sieht vor, Russland dazu zu zwingen, Öl künftig für einen deutlich niedrigeren Preis an große Abnehmer wie Indien zu verkaufen. Als “unrechtmäßig” kritisierte der Kreml das drohende Importverbot für russisches Gold und will sich neue Märkte erschließen. “Der Edelmetallmarkt ist global, er ist ziemlich groß, voluminös und sehr vielfältig”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Interfax.

Weiters würden die USA in Abstimmung mit den G7 Sanktionen gegen Hunderte weitere Personen und Institutionen erlassen sowie Strafzölle auf zahlreiche russische Produkte erheben. Das Weiße Haus kündigte darüber hinaus an, dass die G7 Sanktionen gegen diejenigen beschließen würden, die für Menschenrechtsverletzungen wie Kriegsverbrechen verantwortlich sind.

Die G7-Staaten bekennen sich zum Kampf gegen den Klimawandel, wollen zugleich aber die Sicherheit der Energieversorgung gewährleisten. Dabei gehe es auch darum, schrittweise aus der Kohle auszusteigen und in einer “sozial gerechten” Weise Erneuerbare Energien auszubauen, heißt es in einer Erklärung der sieben reichsten westlichen Industriestaaten. Der Erklärung schlossen sich auch die G7-Partnerländer Argentinien, Indien, Indonesien, Senegal und Südafrika an.

Der Gipfel der sieben wichtigsten demokratischen Industriestaaten hat am Sonntagmittag begonnen und dauert noch bis Dienstag. Zur Gruppe der Sieben gehören die USA, Kanada, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan.

Von: APA/dpa/Reuters/AFP

Kommentare

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16 Kommentare auf "G7 verhängen weitere Strafmaßnahmen gegen Moskau"


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Calimero
Calimero
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Anschließend gab es beim großen Festmahl als kulinarischen Höhepunkt Kalbsfilet im Bergheu gegart, passend zum fantastischen Panorama und dem luxuriösen Ambiete.

Buergerle
Buergerle
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

hettn se gsellt Pizza mot Pommes essen?
Der Neid von ins Südtiroler isch oanfoch lei erbärmlich

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 13 Tage

cali…
Du bist der ärmste……geistig!

pfaelzerwald
1 Monat 13 Tage

@calimero
Und was gabs zu trinken?

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 13 Tage

Cali: Wieder auf der Suche nach der eigenen größten Peinlichkeit? So als Hofnarr von Putin’s Gnaden: ist Kuscheln mit einem Mörder schön?

Chicco
Chicco
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Fast schon Auffällig bei diesem Treffen entscheidet alles der Amerikaner , und die Restlichen Statisten haben einfach zuzustimmen und den Mund zu halten !!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 13 Tage

@Chicco: das liegt zum Zeil wohl auch daran, dass die Europäer zu jäufig uneins sind, und keine entscheidungsbefugten Vertreter haben. Damit fehlt eben ein Gegengewicht mit wirtschaftlicher und militärischer Macht.

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 13 Tage

chic…
Wenn Putin nicht einen Angriffskrieg gestartet hätte, brüchten wir das alles nicht!

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Die USA bestimmen wo es lang geht und schieben die Europäer was die Sanktionen gegen Russland anbelangt vor sich her……die Amis wollen kein starkes Europa…das ist schon klar….

Orch-idee
Orch-idee
Superredner
1 Monat 13 Tage

@brunner … Die USA bestimmen und mir zohlen drauf… 😱

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 13 Tage

Aktuell bildet sich mit den mächtigen BRICS Staaten und einigen Diktaturen (zuletzt Sudan) gerade ein gewaltiges Gegengewicht zu unserer demokratischen Ordnung. Da werden die demokratischen Länder noch deutlicher zusammenrücken müssen, um dieser globalen Herausforderung gewachsen zu sein. Das Trumpsche “america first” hat geopolitisch verherende Auswirkungen, die nur schwer wieder zu kitten sind. Viele Staaten haben sich China und Co. zugewandt. Dazu kommt auch noch die Aushöhlung der Demokratien von innen. Trump hat uns auch dazu ein Beispiel gegeben.

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 13 Tage

Wieder eine wohltuende Analyse der Situation. Klasse und vielen Dank! Ich lese die Beiträge äußerst gerne und halte sie für sehr notwendig.

ec88
ec88
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Olle wia sie do stian sein in gewisser weisse lei gleich wia dr genosse putin..wen nit 🇺🇸schlimmer🇺🇸schaugs mol in rubel oun wia er sich entwicklt durch die sanktionen🙄dr wintr kimmp sichr..vil wochn nr poor gach auf und erkennen das mr hintn und fourn vrorscht wearn!

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 13 Tage

Die haben gut lachen ..

pfaelzerwald
1 Monat 13 Tage

Gruppenbild mit Dame.

traktor
traktor
Kinig
1 Monat 13 Tage

mir geht auf die eier das wir wegen diesen idioten immer ärmer werden,und der russe lacht sich ins fäustchen….

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