Vater und Architekt der Südtirol-Autonomie

Gedenken an Silvius Magnago in Feldthurns

Sonntag, 24. Mai 2026 | 17:13 Uhr

Von: luk

Feldthurns – Silvius Magnago, Landeshauptmann von Südtirol von 1960 bis 1989 und Obmann der Südtiroler Volkspartei von 1957 bis 1991 ist der Vater und Architekt der Südtirol-Autonomie, einer europäischen Friedensleistung. Er ist dafür auch vielfach international ausgezeichnet worden und auch in Südtirol ist er Ehrenbürger in vier Gemeinden. In diesen sollen dieses Jahr und in den kommenden Jahren auch die offiziellen Gedenkmessen für ihn stattfinden. Die erste Gemeinde, in der er Ehrenbürger wurde, war Feldthurns im Jahre 1967. Darauf folgten Kastelruth, Eppan und Schnals.

Die diesjährige Gedenkmesse für Silvius Magnago in der Kirche Maria Himmelfahrt in Feldthurns fand unter zahlreicher Beteiligung der Dorfbevölkerung und politischer VertreterInnen statt. Die Messe zelebrierte Pfarrer Amort, umrahmt wurde sie vom Kirchenchor von Feldthurns, der dankenswerterweise auch nach der Messe die anschließende Feier umrahmte.

Martha Stocker, die Obfrau der Silvius Magango Stiftung, erinnerte in der Kirche an den Landeshauptmann: „Es war ein großes Glück, dass Silvius Magnago, wenn auch schwer kriegsversehrt, nach Südtirol zurückkehren und dann mit jeder Faser seines Wesens diesem Lande dienen konnte.“ Auch die teilweise heftig geführte Diskussion zu seinem Lebenswerk, der zweiten Autonomie, würdigte sie mit einem Hinweis auf eine Aussage seiner Gegner, welche die Diskussion zum Paket als „Sternstunden der Demokratie“ bezeichnet hatten.

Nach der Heiligen Messe ging der Bürgermeister von Feldthurns Patrick Delueg, nach der Begrüßung der Anwesenden, in seiner Betrachtung vor allem auf die Begründung der damaligen Entscheidung für die Ehrenbürgerschaft ein, bei der es auch um die Leistungen Silvius Magnagos für das Land ging, aber auch um Lokalpolitisches: „Magnago hatte sich auch dafür eingesetzt, dass Feldthurns 1960  wieder eine eigenständige Gemeinde wurde, nachdem sie in der Zeit des Faschismus mit Klausen zusammengelegt worden war.“  Dass Magnago in Schnauders auch sein Haus gebaut hatte, war für die Verleihung natürlich auch wichtig.

Landeshauptmann Arno Kompatscher ging in seiner Schlussbetrachtung auf die schwierigen Begleitumstände ein, in denen Silvius Magnago agieren musste: „Es gab kein Verständnis seitens Roms und Trients für den Wunsch noch größerer Eigenständigkeit und damit nicht dafür, dass der Pariser Vertrag, dessen Unterzeichnung sich heuer zum 80sten Mal jährt, noch umzusetzen ist. Verhandlungen, die das Äußerste an durchsetzungsstarker Beharrlichkeit, Umsicht, Klarheit und Weitsicht verlangten, begleiteten Magnago über die meiste Zeit seines politischen Lebens. Dabei ging es neben der Auseinandersetzung mit Rom und Trient auch um die große Überzeugungsleistung, die er auch in seiner Partei brauchte, die ja bekanntlich zur Hälfte aus Befürwortern und Gegnern des Pakets bestand”, so Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Bezirk: Bozen

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