In Helmand werden die militärischen Operationen verstärkt

Gefechte mit Taliban in Kunduz beendet

Mittwoch, 12. Oktober 2016 | 15:36 Uhr

Zehn Tage nach dem Überfall der radikalislamischen Taliban auf die nordafghanische Provinzhauptstadt Kunduz ist die Stadt nach offiziellen Angaben nun wieder frei von Taliban. Sie hätten sich seit dem Vortag aus den letzten umkämpften Vierteln zurückgezogen, sagte Provinzratsmitglied Amruddin Wali am Mittwoch.

Einige Gegenden hätten sie kampflos verlassen. Das Leben normalisiere sich langsam, Geschäfte öffneten wieder. Sicherheitsexperten meinen, es könnte sich um einen taktischen Rückzug handeln, um Verstärkung für die Kämpfe der Islamisten in anderen Landesteilen bereitzustellen.

Seit Tagen verschärft sich die Sicherheitslage in der Hauptstadt der südafghanischen Provinz Helmand, Lashkargar. In der Nacht und in der Früh habe es Kämpfe im zweiten und dritten Bezirk gegeben, sagte ein Senator aus Helmand, Hashim Alokosai. Viele Menschen seien aus der Stadt geflüchtet. Nach unterschiedlichen Angaben haben sich am Montag 80 bis 150 Soldaten und Polizisten den Taliban ergeben.

Helmand ist eine wichtige Provinz für die Taliban. Sie ist das Herz der milliardenschweren Opiumindustrie, aus der die Extremisten einen Teil ihrer Einkünfte beziehen, und traditionell eine Talibanhochburg. Sie kontrollieren weite Teile der Provinz.

Mindestens 14 Menschen sind am Mittwoch bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in Afghanistan getötet worden. Bei den Opfern habe es sich um Pilger gehandelt, die den Ashura-Feiertag in der nordafghanischen Stadt Balkh begangen hätten, berichteten lokale Behörden. Mindestens 28 Menschen seien verletzt worden, zitierte die Nachrichtenagentur AFP Regierungssprecher Munir Ahmad Farhad.

Bereits am Vortag waren bei einem Anschlag auf einen Schiiten-Schrein in der Hauptstadt Kabul laut aktualisierten Opferzahlen 17 Menschen getötet worden. Die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) bekannte sich am Mittwoch zu der Tat. Eine entsprechende Erklärung wurde nach Angaben der Terror-Beobachtungswebsite “SITE” auf Twitter sowie von der IS-nahen Nachrichtenagentur Amaq veröffentlicht.

Von: APA/dpa

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