Analyse nach neuerlichem Raketentest Nordkoreaas

Geheimdienst: Nordkorea kann weite Teile der USA angreifen

Dienstag, 01. August 2017 | 21:26 Uhr

Nordkorea verfügt nach Einschätzung der US-Geheimdienste über die Fähigkeit, weite Teile des US-Festlands mit Raketen angreifen zu können. Das ergab laut zwei mit der Angelegenheit vertrauten Geheimdienstlern eine Auswertung des jüngsten Tests einer nordkoreanischen Interkontinentalrakete. Die am Freitag abgefeuerte Rakete habe demnach eine größere Reichweite gehabt als die am 4. Juli getestete.

Auch die erreichte Flughöhe und die Antriebskraft seien höher als bei vorherigen Raketentests. Allerdings gehe man davon aus, dass das kommunistische Regime mit der Entwicklung einer atomwaffentauglichen Langstreckenrakete eher Angreifer abschrecken als selbst angreifen wolle, erklärten die Geheimdienstvertreter.

Zudem gehe es darum, internationale Legitimität zu erreichen. Die Führung in Pjöngjang hatte am Freitag zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit eine Langstreckenrakete testen lassen.

Nach den Worten des als Hardliner geltenden republikanischen Senators Lindsey Graham ist US-Präsident Donald Trump bereit zum Krieg mit Nordkorea. Graham sagte am Dienstag dem Fernsehsender NBC, Trump habe ihm versichert, dass er vor einer militärischen Antwort auf die jüngsten Raketentests durch Pjöngjang nicht zurückschrecke.

“Es wird einen Krieg mit Nordkorea wegen des Raketenprogramms geben, wenn sie weiterhin versuchen, Amerika mit einer Interkontinentalrakete zu treffen”, sagte Graham nach Gesprächen mit Trump. “Er hat es mir gesagt und ich glaube ihm. Wenn ich China wäre, würde ich ihm auch glauben und etwas unternehmen. Nordkorea muss gestoppt werden, militärisch oder diplomatisch.”

Die Regierung in Nordkorea stürzen wollen die USA laut Worten von Außenminister Rex Tillerson jedoch nicht. “Wir streben keinen Regimewechsel an”, sagte Tillerson am Dienstag in Washington. Man wolle auch keinen Zusammenbruch der Regierung, eine beschleunigte Wiedervereinigung oder einen Grund, die Armee zu schicken. “Wir sind nicht Ihr Feind aber sie stellen eine nicht hinnehmbare Gefahr dar, und wir müssen reagieren.” Tillerson äußerte zugleich die Hoffnung, dass irgendwann ein Dialog möglich sein könnte.

Von: APA/ag.