Energiekrise: Maßnahmen für mehr Unabhängigkeit

Gemeinde Bruneck präsentiert Photovoltaikpaneel für Haushalte

Mittwoch, 31. August 2022 | 10:10 Uhr

Bruneck – Den Stromverbrauch reduzieren, die eigene Stromproduktion erhöhen, den Energieverbrauch bestehender Anlagen optimieren und vom Gas unabhängiger werden – so kann man die Maßnahmen der Stadtgemeinde und der Stadtwerke Bruneck zusammenfassen, die am Dienstag, den 30. August 2022 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurden.

Mit dem flächendeckenden Umstieg auf Fernwärme in den 2000-er Jahren hat die Stadtgemeinde Bruneck bereits früh auf Nachhaltigkeit und weitgehende Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen gesetzt. „Diese Unabhängigkeit ist nun mehr denn je gefragt und es gilt, sie weiter auszubauen. Es ist wichtig, entschlossen und mit dem nötigen Weitblick zu handeln und jetzt die richtigen Weichen zu stellen, um kurz-, mittel- und langfristig gut aufgestellt zu sein, denn die Herausforderungen nehmen stetig zu. In den vergangenen Monaten wurde eine Reihe von Maßnahmen erarbeitet, die zum Ziel haben, nachhaltig Energie einzusparen, die eigene Energieerzeugung zu erhöhen und insgesamt unabhängiger zu werden. Im Sinne des Energiewandels, aber auch im Sinne des ökologischen Wandels sind dies Investitionen in eine sichere Zukunft“, unterstrich Bürgermeister Roland Griessmair.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister stellte Gustav Mischi, Generaldirektor der Stadtwerke Bruneck, die Maßnahmen vor. „In den letzten Monaten haben wir uns intensiv mit den Herausforderungen der Energiekrise beschäftigt und nach Lösungen gesucht. Wir sind überzeugt, dass diese Maßnahmen vor allem mittel- und langfristig von großer Bedeutung für Bruneck sind“, so Generaldirektor Mischi.

Plug & Play Photovoltaikanlage für Haushalte

Die Stadtwerke ermöglichen ihren Kundinnen und Kunden mit wenigen Handgriffen ihr eigenes kleines Solarkraftwerk zum Nulltarif zu errichten. Interessierte werden mit einem Photovoltaikpaneel ausgestattet, das idealerweise am Balkon oder der Gebäudefassade installiert und über eine Steckdose an das Stromnetz des Gebäudes angeschlossen wird. „Für die Kundinnen und Kunden ergibt sich eine konstante Kostenersparnis ohne Zeitlimit“, so Gustav Mischi. Interessierte können sich dafür ab dem 12. September 2022 bei den Stadtwerken vormerken. Das Angebot gilt vorerst solange der Vorrat reicht.

Zusätzliche Photovoltaikanlagen beim Cron4 und in der Intercable Arena

Die Sport- und Freizeitanlagen Intercable Arena in Bruneck und Cron4 in Reischach werden mit zusätzlichen Photovoltaikanlagen ausgestattet. In der Intercable Arena steigt die Jahresproduktion um rund 100.0000 Kilowattstunden auf rund 450.000 Kilowattstunden. Die Kostenersparnis durch Eigenproduktion beträgt rund 180.000 Euro jährlich. Das Hallenbad Cron4 in Reischach wird hingegen auf allen statisch dafür geeigneten Dachflächen mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, die eine Jahresproduktion von 120.000 Kilowattstunden leistet und eine Kostenersparnis von rund 48.000 Euro jährlich generiert. Für beide Anlagen liegen die entsprechenden Projekte bereits vor und die Arbeiten wurden ausgeschrieben. „Dies hilft langfristig, die Energiekosten im Griff zu halten“, so Bürgermeister Griessmair.

Optimierung des Energieverbrauchs im Cron4

Ergänzt werden die Maßnahmen im Cron4 durch die Optimierung der Luftentfeuchtungsanlage und den Austausch der Pumpen. Die daraus zu erwartende Einsparung beträgt mindestens 200.000 Euro jährlich. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2023 beginnen und die Inbetriebnahme der neuen Anlagen ist für den Winter 2023/24 zu erwarten. Für die Optimierung wurde um eine Finanzierung im Rahmen des Staatlichen Wiederaufbaufonds PNRR angesucht, wobei die Maßnahmen in jedem Fall umgesetzt werden.

Zusätzliches Biomassekraftwerk: Größere Unabhängigkeit von Gas bei der Fernwärmeproduktion

Bruneck ist durch das eigene Fernheizwerk großteils gut versorgt. Die Spitzen in der Fernwärmeproduktion müssen aber nach wie vor durch den Zukauf von Gas abgedeckt werden, um dem hohen Bedarf gerecht zu werden. Eine Reduzierung der Abhängigkeit vom Gas kann nur durch die Erhöhung der Fernwärmeproduktion durch Biomasse erreicht werden. Derzeit steht die Fernwärmeproduktion durch Biomasse mit 75, jener durch Gas mit 25 Prozent gegenüber. Durch den Bau eines neuen Biomassekraftwerkes mit einer zusätzlichen thermischen Leistung von ca. 15 Megawatt kann der heutige Gasverbrauch mindestens halbiert werden. Gemessen an den derzeitigen Gaspreisen entspricht dies einer Ersparnis mindestens 5 Millionen Euro jährlich.

Die Machbarkeitsstudie für die Errichtung eines zusätzlichen Biomassekraftwerkes neben dem bestehenden Kraftwerk in Luns fiel positiv aus und die Ausschreibung der Planungsarbeiten ist in Ausarbeitung. Das endgültige Projekt soll Ende 2022 vorliegen, der Baubeginn ist im Frühjahr 2023 vorgesehen und die Inbetriebnahme ist für den Winter 2024/25 zu erwarten.

„Dies ist das erste Maßnahmenpaket, das die Stadtgemeinde Bruneck gemeinsam mit ihren Partnern umsetzt. Die Investitionen sind bereits finanziert und belasten die Bürgerinnen und Bürger nicht. Weitere Maßnahmen werden folgen“, so Bürgermeister Roland Griessmair.

Von: mk

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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35 Kommentare auf "Gemeinde Bruneck präsentiert Photovoltaikpaneel für Haushalte"


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Nico
Nico
Superredner
30 Tage 3 h

Lt Facebook Seite des Herrn Bürgermeister steht, dass bei Privaten haushalten die ersparnis BIS zu 150 € IM JAHR liegt, also bis zu! Wahrscheinlich bei den meisten Wohnungen in bruneck ziemlich niedriger! Was dann ja nur mehr ca 10 € ersparnis im Monat wären! Kann ja jeder selber entscheiden, aber ob sich das dann auch wirklich rentiert??

Zugspitze947
30 Tage 3 h

Nico: Wenn man die Umwelt betrachtet rentiert sich mehr als du denkst ! Denn wenn wir so weiter machen wie bisher geht alles den Bach runter 🙁 Übrigens ist DAS kostenlose bereitstellen der Paneele schon eine tolle Sache 🙂

Herri
Herri
Grünschnabel
30 Tage 3 h

Das rentiert sich zu 100%!!
Für uns alle.

sepp2
sepp2
Universalgelehrter
30 Tage 2 h

@Zugspitze947

Für die Herstellung dieser Paneele wird vermutlich mehr Energie verwendet als sie jemals produzieren werden

primetime
primetime
Kinig
30 Tage 2 h

Es rentiert sich nur wenn man die ammortisierung der Baukosten noch überlebt. Ansonsten nicht

pustramannl
pustramannl
Neuling
30 Tage 2 h

Rentieren für wehn???Jo fürn Verkäufer…tietz enk informieren noa redmo weiter…🤣🤣

Dagobert
Dagobert
Kinig
30 Tage 1 h

@pustramannl
Jo der Verkäufer vo de Paneele werd sich lochend die Hände reiben!

Herri
Herri
Grünschnabel
29 Tage 23 h

@sepp2
Falsch… Pv rentiert sich für alle.
Produktionskosten sind zu vernachlässigen.

primetime
primetime
Kinig
29 Tage 21 h

@Herri nein….

Olm weiter
Olm weiter
Grünschnabel
29 Tage 20 h

@Zugspitze947 im Bach ist kein Wasser drin. also gehts garnirgnds hin🤭

Herri
Herri
Grünschnabel
29 Tage 20 h

@primetime
Bist du Fachmann….?

primetime
primetime
Kinig
29 Tage 18 h

@Herri nein, aber dabei als ein Techniker einen Lokalaugenschein gemacht hat

Herri
Herri
Grünschnabel
29 Tage 18 h

@primetime
Dann würde ich mir einen besseren Techniker suchen.

primetime
primetime
Kinig
29 Tage 8 h

Wenn du meinst…

bern
bern
Universalgelehrter
29 Tage 7 h

Du vermutest falsch. PV-Module haben schon nach einem Jahr die Produktionsenergie herinnen.

Hustinettenbaer
29 Tage 6 h

Bei den galoppierenden Energiepreisen kann sich eine PV-Anlage schneller finanziell rentieren.
Sie hilft auch im Falle der Fälle: Stromausfall wegen der Heizlüfter-Armada.
Und dann zu diesem “Hosenträger” noch den “Gürtel” Stromgenerator.

genau
genau
Kinig
27 Tage 18 h

Es kann durchaus mehr sein!
Diese MINI-PV Anlagen produzieren ca. 800 Watt spitze!

An einem sonnigen Tag kannst du also bis zu 800 Watt aus der Steckdose ziehen (Kühlschrank, Fernseher, PC, Pumpe Boiler, ohne auch nur einen Cent dafür bezahlen zu müssen!

genau
genau
Kinig
27 Tage 18 h

@primetime

Wenn du diese PV Anlage selbst kauft ist sie nach 4 Jahren (Einsparungen) bezahlt.

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
30 Tage 2 h

Ich pfeife auf diese Balkonkraftwerk-Lösungen.

Inselbetrieb unbürokratisch, am besten mit Förderung für alle. Sonst geht da eh nix weiter. Was geht es den Staat an, wenn ich auf meinem Grundstück autark Strom für mich selbst erzeugen will. Rein gar nix! Den Überschuss verschenk ich sogar wenn das gewollt ist.

Hat jemand Erfahrung, wie das hier mit “inoffiziellen” Anlagen ist, die nicht angemeldet sind? In Deutschland anscheinend kaum ein Problem.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
29 Tage 23 h

@Gievkeks: das Eine schließt das Andere nicht aus. In Kondominien gibt es oft keine andere Möglichkeit. Effizienter aber dürfte es sein, die gleiche Menge an Solarpanelen an sonnigen Flächen aufzustellen und die gewonnene Energie den Abnehmern kostenlos zur Verfügung zu stellen. Insellösungen, da stimme ich zu, sollten unterstützt werden. Leider, so mein Eindruck, erschwert man sie hierzulande eher mit der unseligen Bürokratie. Hilfe und Unterstützung durch die Politik schaut anders aus. Hier fehlt mir die Phantasie und das Engagement unserer Politiker! Es gäbe viele Möglichkeiten.. ..

Zugspitze947
29 Tage 22 h

Gievkeks: Bs 600Watt darf man n Dtschland PROBLEMLOS ANSCHLIESSEN: Kostet um die 1000 € plus Montage . 🙂 Wennu mehr haben willst musst du es anmelden und bist UNTERNEHMER ! 🙁

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
29 Tage 20 h

@Zugspitze947:
Klar, aber was mach ich mit 600Watt? Dafür fang ich nichtmal an. Nebenbei, 1000€ für ein 600Watt Balkonkraftwerk klingt ziemlich überteuert. Ob sich das überhaupt lohnt?

Ich bin in einer deutschen Photovoltaik-Community aktiv und weiss, dass viele dort auch große Anlagen (10-20kWp) mit 0-Einspeisung fahren und die Anlage einfach nicht angemeldet haben. Teilweise sogar auf Rat der zuständigen Behörden hin, weil die damit verbundene Bürokratie anscheinend katastrophal ist.
Ich frage mich halt ob man das so auch in Italien riskieren könnte.

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
29 Tage 20 h

Wobei, kann sein, dass ich da was verwechsle und es wird nur irgendeine bestimmte Anmeldung vermieden durch die Nulleinspeisung.

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
29 Tage 20 h

@Selbstbewertung:
Stimmt, wenns nicht anders geht.. Leider lohnt sich ein Balkonkraftwerk eher weniger bei den gehypten Preisen, die manche momentan verlangen.

Leider hab ich 0 Zuversicht, was billigen Solarstrom angeht der vom Netz kommt. Daher würde ich das lieber selbst in die Hand nehmen.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
29 Tage 18 h

@Gievkeks: kann ich verstehen, weil immer jemand abzocken will. Daher wäre so eine Genossenschaft, wie Du sie beschreibst, ein sinnvoller Weg. Genau diesbezüglich würde ich mir die Unterstützung der Politik und Stadtwerke wünschen. Aber vermutlich verdienen zu viele am aktuellen System und hindern Lösungen, die die Allgemeinheit nichts kosten….

Herri
Herri
Grünschnabel
30 Tage 3 h

Bravo👏
Und wie wäre es wenn alle Südtiroler ein PV Modul bekommen würden?

primetime
primetime
Kinig
30 Tage 2 h

Das geht nicht so einfach

Dagobert
Dagobert
Kinig
30 Tage 1 h

Herri
Waret vielleicht gscheidr, als die Touristenattraktion Meran Schenna zu finanziern?

Zugspitze947
29 Tage 22 h

Dagoert: Jedenfalls ist die Umlaufbahn Meran-Schenna-Dorf Tirol viel SINNVOLER als jeden Kinderlift oder Umlaufbahn zu 70 % mit Steuergeld zu finanzieren ! 🙂

Leonor
Leonor
Superredner
30 Tage 4 h

Die jetzige Strompreise ist wirklich zum davonlaufen.

Leonor
Leonor
Superredner
30 Tage 2 h

Interessierte werden mit einem Photovoltaikpaneel ausgestattet, das idealerweise am Balkon oder der Gebäudefassade installiert und über eine Steckdose an das Stromnetz des Gebäudes angeschlossen wird.

Es rentiert sich nur, wenn jemand ganzen Tag die Sonne scheint. Es gibt Stellen sind nur mehr Schatten als Sonne. Wie in Ehrenburg und in Vintl der Fall ist (Winter).

jo
jo
Grünschnabel
30 Tage 2 h

finde ich gut..frage mich allerdings wie dies mit der Entsorgung geht?

N. G.
N. G.
Kinig
30 Tage 13 Min

Entsorgung? Bruneck hat nen grossen leeren Rathausplatz! Da würde er urplötzlich nen Sinn bekommen anstatt nur die Gegend zu zu betonieren!

schneidigozoggla
schneidigozoggla
Superredner
28 Tage 3 h

i woas schun wie a Fotovoltaik ausschaug danke

andr
andr
Universalgelehrter
27 Tage 17 h

Will man photovoltaik auf das Dach anbringen dann kommt die neue baukommission mit super Fachleuten und schreiben einige Auflagen ins Protokoll, ich meine viele unnötige Steine werden in den Weg gelegt. Die Welt ist voller selbstsüchtiger idioten

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