Eduardo Vela wird ins Gericht geschoben

Gerichtsprozess um gestohlene Babys in Franco-Diktatur

Dienstag, 26. Juni 2018 | 12:03 Uhr

In Spanien steht seit Dienstag erstmals ein früherer Arzt vor Gericht, der unter Diktator Francisco Franco am Diebstahl von Babys beteiligt gewesen sein soll. Dem ehemaligen Gynäkologen Eduardo Vela werden Urkundenfälschung, Freiheitsberaubung und illegale Adoption vorgeworfen.

Der 85-Jährige traf am Vormittag vor dem Gericht in Madrid ein. Er soll 1969 in einem Madrider Krankenhaus die Geburtsurkunde der Klägerin Ines Madrigal gefälscht und ihre Adoptivmutter als ihre leibliche Mutter eingetragen haben. Historiker und Aktivisten gehen davon aus, dass während der faschistischen Herrschaft Francos (1939-1975) zehntausende Babys ihren leiblichen Eltern weggenommen wurden.

Unter Franco war es ab 1940 erlaubt, Eltern aus ideologischen oder moralischen Gründen ihre Kinder wegzunehmen. Ab den 50er-Jahren sollen dann auch Neugeborene unverheirateter oder armer Eltern in Geburtskliniken den Müttern weggenommen und an regimetreue Familien weitervermittelt worden sein. Die ersten Fälle waren erst nach dem Jahr 2000 bekannt geworden.

Von: APA/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "Gerichtsprozess um gestohlene Babys in Franco-Diktatur"


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Waltraud
Waltraud
Superredner
24 Tage 5 h

Hat es auch in der früheren DDR gegeben.

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