Sieben Soldaten bei Überfall getötet

Gewalt in Afghanistan nach Waffenruhe wieder aufgeflammt

Donnerstag, 28. Mai 2020 | 10:05 Uhr

In Afghanistan flammt die Gewalt nach einer dreitägigen Waffenruhe am Ende des Fastenmonats Ramadans wieder auf: Bei Angriffen wurden mindestens 14 afghanische Sicherheitskräfte getötet, wie Provinzpolitiker am Donnerstag sagten. Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand, in beiden betroffenen Provinzen sind aber die islamistischen Taliban aktiv.

In der Provinz Parwan nördlich der Hauptstadt Kabul wurden nach Angaben dortiger Politiker sieben Soldaten bei einem Überfall auf einen Kontrollposten getötet. In der umkämpften Westprovinz Farah seien sieben Polizisten bei einem Angriff getötet worden. Bei beiden Attacken sollen Truppen gefangen genommen worden sein.

Zum Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr hatten die Taliban am Samstag eine dreitägige Waffenruhe verkündet. Die Regierung folgte der Ankündigung, auch um die geplanten Friedensverhandlungen mit den Taliban voranzutreiben. Der Beginn der Gespräche war im Streit über einen Gefangenenaustausch ins Stocken geraten. Viele im Land hofften, dass die Waffenruhe anhält.

Am 29. Februar hatten die USA mit den Taliban ein Abkommen unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug internationaler Truppen vorsieht. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr abgelehnt hatten. Die Vereinbarung sieht einen Gefangenaustausch vor und soll den Weg für Friedensgespräche ebnen. Bis zu 5.000 Taliban sollten im Tausch gegen 1.000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene freikommen.

Die afghanische Regierung ließ in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben 1.000 inhaftierte Taliban frei, seit dem Abkommen insgesamt 2.000. Die Taliban haben ihrerseits laut Regierung rund 100 Sicherheitskräfte auf freien Fuß gesetzt.

Von: APA/dpa