Unruhen in Nicaragua forderten bisher 300 Menschenleben

Gewalt in Nicaragua: SOS-Kinderdorf evakuiert

Mittwoch, 04. Juli 2018 | 12:18 Uhr

Die Gewalt in Nicaragua ist bis in die SOS-Kinderdörfer vorgedrungen, wie die Hilfsorganisation am Mittwoch mitteilte. Nach schweren Ausschreitungen in unmittelbarer Umgebung eines SOS-Kinderdorfes in der 70.000-Einwohner-Stadt Juigalpa hab die Hilfsorganisation alle 38 Kinder und Mitarbeiter evakuiert.

Sie seien in eine sichere Unterkunft gebracht worden, so Benito Rivas, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Nicaragua. Die Gewalt habe die Kinder verstört, einige müssten psychologisch betreut werden. “Was in unserem Land passiert, ist eine Tragödie!”, so Rivas weiter.

Nach Angaben von Menschenrechtlern sind bei den vor mehr als zwei Monaten begonnenen gewalttätigen Auseinandersetzungen in Nicaragua bereits mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Das Land kommt seit Mitte April nicht zur Ruhe. Der autoritäre Präsident Daniel Ortega wollte damals eine Sozialreform durchsetzen, die Bevölkerung protestierte jedoch gegen die Änderung – mit Erfolg. Ortega zog die Reform zurück, seither demonstrieren die Menschen jedoch für einen Rücktritt des Präsidenten und dessen Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo.

Von: apa

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