Viele Autos wurden in Brand gesetzt

Gewaltexzesse überschatten G-20-Gipfel in Hamburg

Samstag, 08. Juli 2017 | 08:02 Uhr

Geplünderte Geschäfte, brennende Barrikaden, Wasserwerfer und Tränengas: Im Hamburger Schanzenviertel sind in der Nacht auf Samstag die Proteste gegen den G-20-Gipfel eskaliert. Die Polizei ging mit einem massiven Aufgebot und Spezialkräften gegen Hunderte Randalierer vor. Im Laufe der Nacht beruhigte sich die Lage.

Gegen Mitternacht rückte die Polizei mit einem massiven Aufgebot gegen die nach ihren Angaben etwa 1.500 Randalierer nahe der Straße Schulterblatt im Schanzenviertel vor. Dort waren auch Geschäfte zerstört und geplündert worden. Die Beamten forderten Unbeteiligte auf, sich zu entfernen. Mit gepanzerten Fahrzeugen wurden Barrikaden weggeschoben. Wasserwerfer waren im Einsatz. Die Polizei sprühte auch Tränengas. Über dem Viertel kreisten zwei Hubschrauber mit Suchscheinwerfern.

In diesem Zusammenhang bestätigte die Polizei den Einsatz von Spezialkräften. Die Gefährdung sei erheblich gewesen. Es habe Hinweise darauf gegeben, dass Angriffe mit Molotow-Cocktails, Zwillen und Wurfgegenständen vorbereitet worden seien. Am Pferdemarkt zogen nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters Polizisten mit Sturmgewehren auf.

Die Lage hat sich mittlerweile wieder beruhigt. Vereinzelt kam es in den frühen Morgenstunden noch zu Flaschenwürfen auf Polizeifahrzeuge. Der S-Bahn-Verkehr nahm unterdessen wieder den Betrieb auf.

Die Randalierer hinterließen in der Straße Schulterblatt im Hamburger Schanzenviertel eine Spur der Verwüstung. Die Hamburger Polizei zeigte sich schockiert über die Krawalle am Rande des G-20-Gipfels. “Wir haben noch nie so ein Ausmaß an Hass und Gewalt erlebt”, sagte Sprecher Timo Zill bei “Bild Daily” Spezial. Seit Donnerstag hatten sich Hunderte Autonome Kämpfe mit den Sicherheitskräften geliefert.

Bei den Krawallen wurden nach Polizeiangaben vom Freitagabend 197 Beamte verletzt, darunter seien keine Schwerverletzten. Zur Zahl der verletzten Demonstranten konnten weder Polizei noch Feuerwehr Angaben machen. Ein Feuerwehrsprecher sagte, die Demonstranten hätten eigene Sanitäter dabei, so dass sie in vielen Fällen nicht auf fremde Hilfe angewiesen seien.

Zill sagte dem Sender N24, dass bei den Auseinandersetzungen bisher 100 Personen in Gewahrsam genommen wurden. Inzwischen seien auch einige Haftbefehle erlassen worden, sagte er. Aktuelle Zahlen wollte die Polizei am Samstag in der Früh bekanntgeben.

Der sogenannte G-20-Ermittlungsausschuss, der in Kontakt mit Demonstranten steht und sie unterstützt, wies der Polizei die Schuld an den gewalttätigen Auseinandersetzungen zu. Der anwaltliche Notdienst beklagte indes eine massive Behinderung durch Polizei und Justiz. Am Donnerstag sei ihnen der Zugang zu den Mandanten verwehrt worden, inzwischen seien in geringem Umfang Anbahnungsgespräche mit den Festgenommenen möglich.

Die deutsche Kanzlerin und G-20-Gastgeberin Angela Merkel verurteilte die Gewalt. Proteste mit Angriffen auf Polizisten und Brandstiftungen seien “nicht zu akzeptieren”. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz sagte: “Hochaggressive, gewalttätige Straftäter bringen Sicherheitskräfte in Bedrängnis und fordern unsere offene Gesellschaft in einer Weise heraus, die für niemanden akzeptabel sein kann.” Justizminister Heiko Maas forderte konsequente Strafen.

Die Krawalle beeinträchtigten am Freitag den Ablauf des G-20-Partnerprogramms. Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump, Melania Trump, saß stundenlang in ihrer Unterkunft an der Außenalster fest. Den ganzen Tag gab es aber auch friedliche Kundgebungen Tausender Gipfelgegner. Demonstranten versuchten unter anderem über die Straßen und auf der Elbe in die Nähe der Elbphilharmonie zu gelangen, wo die G-20-Teilnehmer und ausgewählte Gäste später am Abend Beethovens 9. Symphonie hörten. Der Gipfel soll am Samstagnachmittag zu Ende gehen.

Angesichts der Eskalation gab es auch Kritik daran, das Spitzentreffen der Wirtschaftsmächte in einer Millionenstadt wie Hamburg abzuhalten. CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble vereidigte die Wahl, es müssten Tausende Medienvertreter und Teilnehmer untergebracht werden – und das gehe “nur in einer großen Stadt, die die entsprechenden Kapazitäten hat.”

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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26 Kommentare auf "Gewaltexzesse überschatten G-20-Gipfel in Hamburg"


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Natuerlich
Natuerlich
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Diese Linksheimer genießen schon viel zu lange Narrenfreiheit. Höchste Zeit, dass gegen die vorgegangen wird, und das nicht mit Samthandschuhen!!

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Das hat doch mit Linksheimer nichts zu tun. Das sind Kriminelle, die für das was sie anrichten, bedingungslos zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Politisch eine Gesinnung zu haben ist legitim, egal ob rechts oder links. Den Protest gegen die aktuelle Politik der großen Weltführer auszudrücken, ist nicht nur rechtens sondern sehr angebracht. Zeichen sind zu setzen, um die Regierenden aufzurütteln. Solche Auswüchse aber, schaden der Sache. Unklug ist, dass eine Innenstadt für so einen Event auserkoren wurde. Viele Unbeteiligte kommen so zu Schaden und die Situation ist durch Sicherheitskräfte kaum kontrollierbar.

Krissy
Krissy
Tratscher
1 Monat 10 Tage

@ivo815
Muss dir ausnahnsweise mal Recht geben.
Das nächste Mal bitte alle zusammen auf den Mond schiessen.

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 10 Tage

Blödsinn! Diese Chaoten kommen aus der linksextremen autonomen Szene, die ihre Unterstützung auch aus der Politik, vorallem grüne, bekommt. Jeder der dies abstreitet hat keine Ahnung oder spielt es herunter. Würde diese Gewalt aus der rechten Szene kommen, würde das Echo in der Politik, Medien und Öffentlichkeit ganz anders aussehen.

Lex
Lex
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Haha, die Grünen sind denen doch viel zu weit Rechts

sueffisant
sueffisant
Tratscher
1 Monat 10 Tage

   Und wie das mit
“Linksheimer” zu tun hat, das sind die sog. Autonomen vom schwarzen
Block, LINKSEXTREME Randalierer, die ein Ventil für ihre Aggressionen und den
Kampf mit der Polizei suchen. Die gibt`s schon seit Jahrzehnten. Dass sie auch
kriminell sind, ist schon klar; sieht man ja, was die gerade wieder mal
anrichten. Man muss solche Elemente hart bestrafen.

PuggaNagga
PuggaNagga
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Und die Linken sollen die guten sein? Zumindest wird es immer von ihnen dargestellt.
In meinen Augen ist das entstandene Chaos und die verbreitete Angst genau so wie von Terroristen verursacht.

sakrihittn
sakrihittn
Tratscher
1 Monat 10 Tage

So ist es, nur die Medien stellen es anders dar. Man sieht also wer auch dort das sagen hat..

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage
…. vielleicht sollte PuggaNagga endlich mal für sich selbt klar definieren WAS er unter “Linke” versteht …. aber das Pauschalisieren ist ja dein Ding.  Wenn morgen jemand sagt “ma schau wieviel den Strache wählen, diese Rechten sind allesamt Rassisten”, wie würde da deine Reaktion sein?  und achtung, bevor du wieder Unterstellungen betreibst: ich will mich NIHCT für diese Ars***öcher einsetzen, die gehören allesamt in den Bau.  aber “und die Linken sollen die guten sein?” kann nicht dein Ernst sein? Jeder Mensch, der sich solidarisch mit biespielsweise Flüchtenden zeigt, hat ja eine linke Ader (genau so wie ich). Bin ich deshalb… Weiterlesen »
NixNutz
NixNutz
Superredner
1 Monat 9 Tage

@matthias_k jupp

OAE
OAE
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

@matthias_k Bei deine Kommentare bisch du gonz sicher a Linker!!! Willsch sell ebber leugnen???

Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 9 Tage

@matthias k
Im Grunde hast du recht. Aber die Geister die man rief… so wie jeder der den Flüchtlingen kritisch gegenüber steht eben kein rechter ist.

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

@OAE 
haha einfach lächerlich …. 😀 
ja passt, denke ruhig weiter so, ich werde dich darin nicht aufhalten. 
Im Grund gehts dir ja nur um ein Feindbild. Und wenn du zwischen politischen Richtungen bzw. Einstellungen nicht unterscheiden kannst, bin ich für dich auch gerne ein Linker, ein Kommunist, ein Imperialist, ein Liberalist oder was du auch gerne hören möchtest 🙂 

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

@Mistermah 
du hast absolut Recht.

Totto
Totto
Neuling
1 Monat 10 Tage

Gscheida dei treffatn sich affa Olmhütte. Se isch wo wohr olbm an sellan Zirkus foonstolltn und außa kemm tuit nichts…

Lex
Lex
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Wozu müssen die sich treffen? Die kriegen doch eh nix zustande, nicht im Interesse der Bevölkerung

OAE
OAE
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

@Lex Gegenfrage! Wiasou solletn de sich nett treffn??? Solletn sich Stootsschefs generell nimmer treffn?? Wenn i mi mit jemond ebbes zu beredn honn, gianmer a meischtns ebbes trinkn oder essn und beredn semm di Sochn… I woass nett wias do dir geat??

krakatau
krakatau
Superredner
1 Monat 9 Tage

@OAE  Ob sich die Politiker treffen oder nicht bleibt gleich, sie bringen  ohnehin nichts zustande ausser Fressen, Saufen und Kosten verursachen

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

…protestieren ist ja gut und recht…aber nüssen dabei Geschäfte geplündert und die Autos unbeteiligter Bürger abgefackelt werden?… was wollen diese Radikalinskis damit ausdrücken?… 😆

InFlames
InFlames
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Denen gehts doch nur ums Randalieren. Ob hier jetzt G-20-Gipfel, evangelischer Kirchentag oder ein Seniorentreffen stattfindet, ist diesen Krawalltouristen doch scheissegal!!

oli.
oli.
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

Ich dürfte kein Polizist sein bei G20 .

Dann wäre alles voll mit RIP.

Wer zahlt den Sachschaden ???

Personalkosten ???

Maenny
Maenny
Neuling
1 Monat 10 Tage

tat vorschlogen es negste mol soll der G-20 in russlond stottfinden 😉 schaugn ob de hanselen zem a so a puff mochn

Marta
Marta
Superredner
1 Monat 10 Tage

warum wudert mich das nicht ??!!!

matthias_k
matthias_k
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage

einfach nur beschämend, was diese Linksextremen welche Zerstörungswut haben …. jedes mal das selbe Problem.
Ich bin auch ganz klar für eine Schließung von deren Zentren (“rote Flora”) in Hamburg/Berlin.
Knallharte Strafverfolgung ist jetzt angebracht. Ich hoffe sie finden doch so einige von diesen hirnlosen Chaoten.

zombie1969
zombie1969
Superredner
1 Monat 9 Tage

Nachdem die Krawallbrüder alles kurz und klein geschlagen haben, darf der Steuerzahler für den Schaden aufkommen. Egal, ob er zu den Reichen gehört oder zu denen, die diese Linksextremen angeblich schützen wollen.

Pork
Pork
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Wie die Polizei auf Twitter mitgeteilt hat, hat der Kollege wohl nicht das Augenlicht verloren, aber trotzdem:

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