Steuerreduzierung für Wohnungen mit registrierten Mietverträgen

GIS: Gemeinden mit Wohnungsnot stehen fest

Dienstag, 27. September 2022 | 17:55 Uhr

Bozen – In 21 Südtiroler Gemeinden herrscht offiziell Wohnungsknappheit. Auf der Grundlage der Immobilienmarktdaten hat die Landesregierung die Gemeinden mit Wohnungsnot aufgelistet.­
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Fristgerecht vor Monatsende hat die Landesregierung heute die Gemeinden mit Wohnungsnot festgelegt, in denen künftig im Sinne des Landesgesetzes zur Einführung der Gemeindeimmobiliensteuer GIS (LG Nr. 3/2014) der Leerstand (im Sinne von Artikel 5 des LG Nr. 3/2022) höher besteuert wird.

Die von der Landesregierung genehmigte Liste umfasst die Landeshauptstadt Bozen, die Städte Meran, Brixen, Leifers und Sterzing, die drei Grödner Gemeinden Wolkenstein, St. Ulrich und St. Christina, die Gadertaler Gemeinden Abtei und Corvara sowie Enneberg, Terlan, Eppan, Auer und Kaltern im Überetsch und Unterland, Schenna, Lana, Marling und Tirol im Burggrafenamt sowie Sexten im Pustertal und Vahrn (ohne Fraktion Schalders) im Eisacktal. Im Vorfeld der heutigen Entscheidung der Landesregierung waren sowohl der Rat der Gemeinden als auch die 21 Gemeinden selbst angehört worden. Laut Landesgesetz ist die Liste jährlich bis zum 30. Juni zu beschließen, in der Erstanwendung bis zum 30. September 2022. Die Einstufung wird mit 1. Jänner des Folgejahres beziehungsweise ab 2023 wirksam.

“Um dem Mangel an Wohnraum entgegenzuwirken, haben wir mit den jüngsten Änderungen am GIS-Gesetz eine höhere Besteuerung nicht genutzter Baugrundstücke und Bauten, die nicht abgeschlossen wurden, ebenso wie leerstehender Wohnungen vorgesehen”, sagte heute Landeshauptmann und Gemeindenlandesrat Arno Kompatscher. “Mit dem heutigen Beschluss legen wir jene Gemeinden fest, in denen der Leerstand höher besteuert werden muss. Den restlichen Gemeinden stehen solche Maßnahmen frei.”

21 Gemeinden mit Wohnungsnot

Bei der Erstellung der Liste der Gemeinden mit Wohnungsnot hat die Landesregierung die monatlichen Mindestmietpreise für Wohnungen in Euro je Quadratmeter aus der Datenbank der Beobachtungsstelle des Immobilienmarktes (Osservatorio del Mercato Immobiliare – OMI) zugrunde gelegt. Als Gemeinden mit Wohnungsnot wurden jene Gemeinden definiert, deren Mindestmietpreise den durchschnittlichen Mindestmietpreis auf Landesebene laut eben dieser Datenbank um mindestens zwanzig Prozent überschreiten.

Ab 2023 höhere Steuern für Leerstand

In den Gemeinden mit Wohnungsnot wird der Leerstand an Wohnungen künftig somit mit mindestens 2,5 Prozent besteuert, wobei die Gemeinden diesen Steuersatz bis auf 3,5 Prozent anheben können. Dieselbe Steuerhöhung von 2,5 Prozent mit der Möglichkeit der Erhöhung durch die Gemeinde auf 3,5 Prozent gilt für Baugründe. Hier ist eine Übergangsfrist von 36 Monaten ab Genehmigung eventuell notwendiger urbanistischer Instrumente beziehungsweise in Erstanwendung ab 1. Jänner 2026 vorgesehen, wobei Baugrundflächen mit einem Marktwert von bis zu 100.000 Euro, welcher von der Gemeinde bis 700.000 Euro erhöht werden kann, ausgenommen sind.

Steuerreduzierung für Wohnungen mit registrierten Mietverträgen

Zudem kann in diesen Gemeinden auch eine größere Steuerreduzierung für Wohnungen mit registrierten Mietverträgen vorgesehen werden, und zwar in der Höhe von 0,1 Prozent des ordentlichen Steuersatzes der jeweiligen Gemeinde. Der ordentliche Steuersatz für vermietete Wohnungen, der derzeit in den meisten Gemeinden bei 0,76 Prozent liegt, wird also um 0,1 Prozent gesenkt. Die einzelnen Gemeinden können diesen Steuersatz noch weiter reduzieren. Zudem sieht der Beschluss vor, dass in denselben Gemeinden für die Einnahmen aus Mietzinsen im Sinne des Beschlusses des interministeriellen Komitees für Wirtschaftsprogrammierung die Einkommenssteuer verringert werden kann. Daher wird der heutige Landesregierungsbeschluss auch dem CIPE übermittelt.

Ab 2023 werden außerdem die Steuerreduzierungen in Gemeinden ohne Wohnungsnot wirksam, da das Landesgesetz vorsieht, dass auch in diesen Gemeinden die Steuersätze für vermietete Wohnungen in unterschiedlicher Form verringert werden können beziehungsweise der ordentliche Steuersatz der jeweiligen Gemeinde jedenfalls um 0,2 Prozent gesenkt werden muss.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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30 Kommentare auf "GIS: Gemeinden mit Wohnungsnot stehen fest"


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Savonarola
1 Monat 29 Tage

nach dem Diebstahl des Leistungslohns werden nun auch die Ersparnisse vieler Leute bestohlen.

Fernet
Fernet
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Auch wenn es schmerzt: lieber würde ich in Zukunft höhere Steuern zahlen als zu vermieten. Im schlimmsten Fall kassiert man nämlich nicht nur keine Miete sondern bleibt auch noch aif den Kondominiumsspesen sitzen. Und Rauswurf ist fast unmöglich… leider

Sued-tiroler
Sued-tiroler
Tratscher
1 Monat 29 Tage

Wenn die öffentliche Hand Land oder Gemeinde Steuern kassiert dann sollen sie auch für Mietausfälle oder Beschädigung der Wohnungen haften.

Savonarola
1 Monat 29 Tage

@Fernet

die Landesregierung setzt da die Leute bewußt und sehenden Auges zwischen Hammer und Ambos. Diese Aktion hat nunmehr mein zukünftiges Wahlverhalten entscheidend beeinflusst.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

Fernet desshalb stehen meine 2 kleine Wohnungen leer bzw werden nur kurzfristig für Urlaube vermietet. Bring höheren Umsatz und weniger Probleme

Staenkerer
1 Monat 29 Tage

meine bekonnte sitzt jetz, noch über an johr, ollm no auf de hohen reperaturspesende de demolierung und vermüllung der mieter, de se deswegn von der a poor johr davor neu saniertn wohnung auserklogn gmiet hot, verursocht hobn und zusätzlich auf de onwoltskosten!
wem wunderts das se nimmer vermieten will?
und jetz werd se von der gemeinde vahrn dafür no extra obgstroft?
ober wo wor de gemeindeverwoltung als se um hilfe gfrog hot de mieter wenigstens zu ermahnen?????
NIRGENS!!!!! “zitat: “mir sein für des nit zuständig …..”

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 29 Tage

Warum, steht im Bericht du darfst nicht vermieten? Zweitens, wie hoch ist der Anteil derer die später Mieten oder Spesen nicht bezahlen. Reden wir da von Gefühlen, Hörensagen, abstrakten Vorstellunge, Veröffentlichung von STF oder Freiheitlichen oder von echten Zahlen.
Fakten, danke, dann könnte man einordnen wie “gefährlich” vermieten eigentlich ist!

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 28 Tage

Armer Fernet.

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 28 Tage

Spiegel
Kurzfristig und natürlich steuerfrei, oder wie?

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 28 Tage

Staenkerer
Na hätte sie weniger Miete verlangt, hätte sie sicher anständige Mieter gefunden. Ich habe Null Mitleid mit deiner Bekannten.

der echte Aaron
der echte Aaron
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

Habe ich das richtig verstanden? Hat jemand einen Baugrund der, sagen wir 500.000€ wert sein könnte, dann muss er 3,5% Steuer zahlen? Also 17.500€. Gehts noch. Und muss das ein Bauer auch zahlen?

VintschgerLauser
VintschgerLauser
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Der Bauer bestimmt nit

sarkasmus
sarkasmus
Tratscher
1 Monat 29 Tage

Eigentum verpflichtet, so steht es im gesetzbuch der demokratie

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

Warum der Bauer? Landwirtschaftliches Grün ist ja nicht Bauland!

Kennschinwehin
Kennschinwehin
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Wieviele Bauern kennen Sie mit Baugrund?

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 28 Tage

Der echte Aaron
Wer einen Baugrundstück von 500.000€ unbebaut stehen lassen kann, kann sich die 17.500€ jährlich an Steuern sicher leisten, sonst würde er verkaufen.
Habe kein Mitleid mit solchen Leuten.

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 29 Tage

Lächerlich: 21 von 116 Gemeinden? Das ist eine einzige Scheinkur. Zum Schämen diese Lobbyisten der Vermieter und Wohnungsbesitzer.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

Werde auch du ein Wohnungsbesitzer @Summer

Summer
Summer
Superredner
1 Monat 28 Tage

Spiegel
Nicht alle müssen Kapitalisten sein. Denn das letzte Hemd hat keine Taschen.

immun888
immun888
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

und? an die Einheimische werden die dechta et vermietet. bessa an Touristen für 1000 Euro pro Woche. Massenweise leere Wohnungen, obo dechta nur an Touristen vermieten. Und in Bruneck isch unmeglich a Wohnung zi findn.

Opa1950
Opa1950
Superredner
1 Monat 29 Tage

Einfach nur noch lächerlich.In Brixen sollten zum Beispiel ca.60 Wohnungend des WOBi leer stehen.Einige davon vielleicht sanierungsbedürftig.Aber beim WOBI baut man lieber Neubauten als Wohnungen zu sanieren.

Hausdetektiv
Hausdetektiv
Superredner
1 Monat 29 Tage

was ist mit booking.com?

brutus
brutus
Superredner
1 Monat 29 Tage

Liebe Landesregierung, Frau Deeg:
770 leerstehende Wobi Wohnungen,
Hausaufgabe nicht gemacht …und jetzt den fleißigen Bürger bestrafen, der sein Erspartes in einer Immobilie angelegt hat!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

alles klar, oder? 😍😁😜😳

So ist das
1 Monat 29 Tage

Wieder mal geht man scheinheilig ans Lösen eines Problems, das seit vielen Jahren besteht.

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

Am besten man hat gar keinen Besitz, dann braucht man sich nicht zu ärggern und kann immer schön Beiträge kassieren. Die nur eine Wohnung vermieten ist am Ende ausser Spesen wohl nichts gewesen. Und das sind meistens die konventionierten Wohnungen wo das Land sowiso die Hand für 20 Jahre darauf hat.

Erwin
Erwin
Tratscher
1 Monat 29 Tage

0,1 Prozent Steuerentlastung des isch jo lei mear a Witz!Und die olle Onderen um 250 Prozent ei dranen!Des sein wieder amol Augenauswischereien von unseren Politikern!

kleinerMann
kleinerMann
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

Juchhhuuuu, unsere Gemeinde ist nicht dabei ! Somit werde ich meine 2 Wohnungen auch weiterhin leer lassen und nur im Winter an zahlungskräftige Leute “vermieten” ! Schönes Leben hier

Savonarola
1 Monat 29 Tage

So etwas beschließt niemand, der in einem Jahr wieder LH werden will.

65Wendi
65Wendi
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Unglaublich,ich werde Mal wenn sie fertig abgezahlt ist ein 36 qm Wohnung besitzen,da sie so klein ist bleibt niemand länger als fünf sechs Monate, würde sie gerne fix vermieten und mit einer kleinen Wohnung die abgezahlt wird verdient niemand 1000€die Woche (das wäre toll) sondern bekommt gerade so alle Spesen bezahlt, Steuern ,Kredit usw.

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