Zwei Drittel bei USA, China, Indien, Russland und UK

Globale Militärausgaben stiegen trotz Corona weiter

Montag, 26. April 2021 | 01:37 Uhr

In einer seit Generationen beispiellosen Pandemie verschieben sich viele Parameter staatlichen Handelns – aber nicht alle. Trotz der globalen Corona-Krise sind die staatlichen Militärausgaben weltweit auch im vergangenen Jahr weiter gestiegen: 1.981 Milliarden, also fast 2 Billionen US-Dollar wurden 2020 in Kriegsmaterial investiert, 2,6 Prozent mehr als 2019, wie das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) am Montag in seinem jährlichen Bericht auflistete.

Noch im Vorjahr, bei der Präsentation des Jahresberichtes für 2019, waren die Friedensforscher überzeugt gewesen, angesichts der Coronakrise sei vorerst ein Höchststand bei den weltweiten Militärausgaben erreicht. Der mit der Pandemie verknüpfte wirtschaftliche Abschwung werde großen Einfluss auf die Budgets der Regierungen und all ihre Ausgaben im Jahr 2020 haben, hieß es. Die Länder müssten dabei unter anderem abwägen, ob sie ihre Mittel lieber ins Militär oder in Gesundheitswesen, Bildung oder Infrastruktur stecken wollten.

Die Antwort gibt der SIPRI-Bericht 2020. Tatsächlich haben laut SIPRI auch einige Staaten, wie Chile oder Südkorea, Teile ihrer Militärbudgets zur Pandemiebekämpfung umgewidmet, andere, wie Brasilien oder Russland, gaben deutlich weniger aus als ursprünglich für 2020 budgetiert. Das wird aber durch Steigerungen wie jener der USA mit 4,4 Prozent mehr als ausgeglichen – sorgen die Vereinigten Staaten doch alleine für 39 Prozent der weltweiten Militärausgaben.

Die vier größten Einkäufer im Jahr 2020 waren, wie im Jahr davor auch, die Vereinigten Staaten, China, Indien und Russland. An die fünfte Stelle rückte heuer Großbritannien auf, weil Saudi-Arabien seine Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr gleich um zehn Prozent zurückfuhr. Gemeinsam sorgten diese “Big Five” für stolze 62 Prozent aller weltweiten Ausgaben für Kriegsmaterial.

“Wir können mit einiger Sicherheit sagen, dass die Pandemie keine wesentlichen Auswirkungen auf die weltweiten Militärausgaben hatte”, kommentierte SIPRI-Forscher Diego Lopes da Silva, die Daten. “Es bleibt abzuwarten, ob die Länder dieses Niveau während eines zweiten Pandemie-Jahres beibehalten werden.”

Von: apa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Globale Militärausgaben stiegen trotz Corona weiter"


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Piefke-NRW
Piefke-NRW
Superredner
19 Tage 21 h

(…) andere, wie Brasilien oder Russland, gaben deutlich weniger aus als ursprünglich für 2020 budgetiert. Das wird aber durch Steigerungen wie jener der USA mit 4,4 Prozent mehr als ausgeglichen – sorgen die Vereinigten Staaten doch alleine für 39 Prozent der weltweiten Militärausgaben(…) Einfach mal im Hinterkopf behalten, wenn behauptet wird, dass Russland die Welt bedroht!

Faktenchecker
19 Tage 19 h

“Auf den ersten Blick geben die USA zehnmal so viel für Rüstung aus wie
Russland. Aber dieses Kleinrechnen der Rüstungsausgaben gehört zur
hybriden Kriegführung des Kreml.

https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-08/russland-wettruesten-militaerausgaben-raketentests-usa-europa?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.it%2F

Grünschnabel
19 Tage 12 h

LOL.
Ist schon lustig: wenn es darum geht, die Wirtschaftsleistung Russlands kleinzureden (Russlands Wirtschaft ist ja schon seit Jahren kurz vor dem Zusammenbrechen) wird mit dem GDP in Dollar ohne Gewichtung gerechnet; geht es um die Rüstungsausgaben Russlands werden z.B im verlinkten Artikel die Berechnungen auf einmal ‘genauer’, greifen zu sonstigen Tricks und präsentieren Binsenwahrheiten als große Enthüllungen.
Wenigstens haben doch einige Kommentatoren des Zeit Artikels dessen Intention durchschaut, Faktenchecker scheint aber nicht unter diesen zu sein.
Fazit: ja, Russland gibt mehr als nur ein Zehntel der USA für Rüstung aus, aber immer noch sehr viel weniger als diese.

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
19 Tage 19 h

Für Krieg hat man immerhin noch Geld genug.

Jiminy
Jiminy
Kinig
19 Tage 18 h

wie toll der homo “sapiens”…

Jiminy
Jiminy
Kinig
19 Tage 18 h

wie würde unsere Welt aussehen, wenn der homo “sapiens” in Frieden leben würde und diese Unmengen Gelder nicht zum Töten ausgegeben würden , sondern für Bildung, Kultur, Wissenschaft, Gesundheit, … so schön und doch unvorstellbar.

Peerion
Peerion
Tratscher
19 Tage 19 h

Die heile Welt gibt es leider nicht und viele Menschen sterben nicht nur wegen Corona, sondern auch durch aktuell laufende Kriege, wo militärisch starke Staaten unterlegenen ihre Interessen militärisch aufdrängen wollen. Nur militärische starke Staaten sind weitgehend sicher, da das eigene Risiko für einen Aggressor zu gross ist.

Neumi
Neumi
Kinig
19 Tage 18 h

Die Jäger und Panzer müssen regelmäßig desinfiziert werden, das kostet 😛

IceCold
IceCold
Grünschnabel
19 Tage 16 h

Ich bin erfreut, wieviel US Militär wir zurzeit in Italien haben.

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