Grenzüberschreitender Stromzusammenschluss am Brenner besiegelt

Stromnetze von Tirol, Südtirol und Trentino vereint

Dienstag, 01. Juni 2021 | 15:55 Uhr

Der Zusammenschluss der Stromnetze von Tirol, Südtirol und dem Trentino ist von den drei Landeshauptmännern und Vertretern der Stromgesellschaften am Umspannwerk Edyna am Brenner symbolträchtig eingeweiht worden. “Es ist ein Herzensprojekt der Europaregion”, meinte dazu Tirols Landeshauptmann und derzeitiger Euregio-Präsident Günther Platter (ÖVP) am Dienstag bei dem Festakt.

Um dies zu ermöglichen, waren zuvor Umspannwerke und Hochspannungsleitungen im Wipptal in Nord- und Südtirol neu gebaut beziehungsweise erweitert worden. Im neuen Umspannwerk Edyna am Brenner wurde ein Spezialtransformator installiert, um eine Vereinbarkeit der unterschiedlichen Betriebsspannungen in Nord- und Südtirol herzustellen.

Die drei Euregio-Landeshauptleute bei der symolischen Verbindung der Stromnetze heute am Brenner. (Foto: Land Tirol)

Für Nachhaltigkeit in der Energiepolitik

“Am Brenner ist heute im wahrsten Sinne des Wortes der Funke übergesprungen”, sagte bei der heutigen Veranstaltung am Brenner der derzeitige Euregio-Präsident Günther Platter. “Nachdem bereits im Jahr 2019 der Zusammenschluss der Glasfasernetze erfolgte, sind nun erstmals seit 60 Jahren die Stromnetze über die Grenze von Nord- und Südtirol verbunden.” Der Zusammenschluss der Stromnetze bringe für die Zukunft einen klaren Mehrfachnutzen mit sich: Einerseits stabilisiere er die Energieversorgung, andererseits setze man damit auf eine längerfristige Deckung des Energiebedarfs aus ökologisch verträglichen Ressourcen, wobei der Stromzusammenschluss eine wesentliche Rolle spiele. “Die nachhaltige Entwicklung unserer alpinen Energiepolitik und die Absicherung und Stärkung des Stromverbundes im europäischen Kontext sind ausschlaggebende Themen für die Zukunft unserer Länder”, sagte Euregio-Präsident Platter.

Technische Entwicklung ermöglicht Grenzüberwindungen

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher unterstrich heute Mittag am Brenner, dass “die Überwindung der Grenzen in Europa in vielen Bereichen längst stattfindet, vor allem auch dank der Technologie”. Dies werde auch durch den heutigen Stromzusammenschluss deutlich: “Durch diesen Zusammenschluss zwischen Norden und Süden wird die Stromsicherheit in Europa verbessert. Zugleich leisten wir für unsere Umwelt einen wichtigen Beitrag. Der Brenner muss als Symbol für das Überwinden von Grenzen stehen. Auch am Beispiel des grenzenlosen Mobilitätsprojekts Brennerbasistunnel wird deutlich, dass wir gemeinsam besser vorankommen”, betonte Landeshauptmann Kompatscher. “Während der Pandemie sind die Grenzen für uns alle leider wieder spürbar geworden. Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat gerade im Jahr der Pandemie erlebt, wie wichtig der Zusammenhalt ist, um Grenzen zu überwinden. Die Europaregion will sich nun auch weiterhin einsetzen, damit die Bewegungsfreiheit innerhalb der Europaregion wieder einheitlich ermöglicht wird”, erklärte Landeshauptmann Kompatscher.

Für den Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti ist hingegen der “heutige Tag ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich die drei Gebiete der Euregio zunehmend miteinander vernetzen wollen und dies vor allem auch mit konkreten Fakten belegen”.

Neues Edyna-Umspannwerk als technische Voraussetzung 

Über die technischen Voraussetzungen und die Arbeiten, welche die neue Verbindung ermöglicht haben, informierten der Vorstandsvorsitzende der Tiroler Wasserkraftwerke AG Tiwag, Erich Entstrasser, und der Verwaltungsdirektor des italienischen Stromnetzbetreibers Terna, Adel Motawi. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme des Umspannwerks durch den italienischen Netzbetreiber Terna war die Voraussetzung dafür, dass “der Strom wieder grenzüberschreitend fließen kann, die Stromversorgungssicherheit weiter erhöht und Flaschenhälse ausgeschaltet wurden”, berichtete Direktor Motawi, der auch die Parallelen zum Projekt am Reschenpass aufzeigte.

Der Vorstandsvorsitzender der Tiwag-Gruppe und zugleich Tinetz-Aufsichtsratschef, Erich Entstrasser, informierte: “Das Wipptal ist bisher über eine einseitige Stromleitung versorgt. Zukünftig wird im Falle von Störungen, beispielsweise bei Großwetterereignissen, jeweils von der anderen Seite eine zweite Anbindung des Wipptals zur Verfügung stehen.” Entstrasser blickte auch auf die jahrelangen Vorarbeiten zurück, die 2003 aufgenommen worden waren und sich aus “strategischer, vertraglicher und juridischer Sicht sehr schwierig gestaltet haben”.

Vollumfänglicher Energieaustausch ab 2022

Zunächst wird die neue Stromverbindung vorwiegend dazu genutzt, sich gegenseitig auszuhelfen. Ein vollumfänglicher Energieaustausch soll ab 2022 möglich sein. Dazu laufen derzeit Gespräche mit den dafür zuständigen Regulatoren. Bis Ende Juli wird die Tinetz auch notwendige Sanierungsarbeiten am Leitungsnetz im Wipptal abgeschlossen haben. Auf Tiroler Seite wurden einschließlich der erweiterten Umspannwerke in Vill und Steinach knapp 25 Millionen Euro investiert.

Von: apa

Bezirk: Bozen, Wipptal

Kommentare

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14 Kommentare auf "Stromnetze von Tirol, Südtirol und Trentino vereint"


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Mauler
Mauler
Superredner
12 Tage 2 h

Und trotzdem zohln mor olle zu viel Strom und werd vor inserer Haustiar gemocht!

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
12 Tage 2 h

Kann man denn jetzt vielleicht auch in Tirol günstigeren Strom beziehen???
Nein???
Was soll das Gesülze dann von grenzüberschreitender Zusammenarbeit und Zusammenwachsen, wenn der Einzelne gar nichts davon spürt…???

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
12 Tage 2 h

…zumindest ist der Strom vereint…sonst geht ja nix in der komischen Euregio…
😝

vitus
vitus
Tratscher
12 Tage 2 h

Billigen Strom aus dem Ausland? Gut und Recht. Aber auf meiner Haushaltsrechnung macht der Strom nur 1/5 vom Gesamtbetrag aus, der Rest sind Spesen für Verwaltung usw. Die soll man billiger machen. Meine Wunschvorstellung!

sophie
sophie
Universalgelehrter
11 Tage 20 h

@Vitus
Sell stimp amol af jedn foll, meajra Spesn als Stromverbrauch, Bürokratie ?????

sophie
sophie
Universalgelehrter
12 Tage 2 h

Ols lei a blabla, sischt nix, koando va ins weart do eppas merkn !!!!!!

Laempel
Laempel
Tratscher
12 Tage 29 Min

Auch Fotos können lügen. Die drei auf dem Foto halten ganz sicher keine unter Spannung stehende geerdete 132kV-Stromleitung in der Hand sondern nur eine symbolische Kaberlverbindung, sonst wären sie jetzt Geschichte. Auch die Maskenpflicht scheinen sie in der Aufregung schon wieder vergessen zu haben.

PuggaNagga
12 Tage 6 Min

Dazu gibt es ein Sprichwort:
Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern…

genau
genau
Kinig
11 Tage 22 h

Ich denke der Verlust wäre zu verkraften! 😁😄

hobbyrebell
hobbyrebell
Grünschnabel
12 Tage 1 h

und nutzen tuets ins? mehr Fixkosten weil Bauarbeiten?? DANKE derweil

Buffalo
Buffalo
Tratscher
12 Tage 45 Min

Fuer den Strom gibt’s die Europaregion TIROL. Fuer die Menschen, die da wohnen leider nicht.

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
11 Tage 23 h

Und der Verbraucher hat Mal wieder nichts vom Deal

genau
genau
Kinig
11 Tage 22 h

ABER NUR MIT COVID-SCHNELLTEST! 😡😡😄

Faktenchecker
11 Tage 19 h

Dann können jetzt die Multinationalen Konzere unsere Preise bestimmen. Glückwunsch!

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