Im Iran gehen die Menschen seit Wochen auf die Straßen

Griff an Hintern: Irans Polizei in Erklärungsnot

Samstag, 15. Oktober 2022 | 12:45 Uhr

Die iranische Polizei ist in Erklärungsnot geraten, weil ein Polizist bei den landesweiten Protesten einer Frau an den Hintern gegriffen hat. Der Vorfall, den andere Demonstranten als Video aufgenommen und in sozialen Medien geteilt hatten, sorgte für Empörung. Die Polizei versuchte zunächst, das Video als von Regimegegnern manipulierte Aufnahme darzustellen, musste den Vorfall aber letztendlich zugeben. Der Fall werde nun untersucht, hieß laut Berichten am Samstag.

Der Übergriff soll sich diese Woche im Norden der Hauptstadt Teheran ereignet haben. Auf dem Video ist zu sehen, dass die Polizei eine Demonstrantin festnehmen will. Diese wehrte sich jedoch vehement. Daraufhin fasste einer der Polizisten der Frau an den Hintern.

In sozialen Medien reagierten Menschen empört und fragten, wie die Polizei eines islamischen Staates solch einen sittenwidrigen und sexistischen Übergriff begehen könne. Die Demonstrantin konnte letztendlich mit Hilfe von anderen Demonstranten freikommen.

Ebenfalls peinlich für das System war auch eine PR-Aktion auf dem Vali Asr-Platz im Zentrum Teherans. Ein riesiges Werbebanner mit Bildern von 50 bedeutenden Frauen sollte deren Leistungen für das Land würdigen. Das eigentliche Ziel war aus Sicht von Kritikern jedoch zu zeigen, dass die islamische Republik nicht frauenfeindlich sei. Kurze Zeit später forderten einige der Frauen – sowie die Familien der verstorbenen Persönlichkeiten – ihre Bilder zu entfernen. Das System habe kein Recht, ohne Erlaubnis mit diesen Personen Propaganda zu machen, um so die Frauenbewegung gegen Diskriminierung zu untergraben. Daraufhin mussten die Verantwortlichen das Banner abnehmen und mit einem bildlosen Plakat ersetzen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Griff an Hintern: Irans Polizei in Erklärungsnot"


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brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Nur noch lächerlich diese Steinzeitmänner….

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 19 Tage

…eine schöne “Sitten”polizei haben die dort…
🤪

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

“Nur Kucken, nicht Anfassen”…..

Superredner
1 Monat 19 Tage

In der Kamikaze-Drohnen-Shopping-Mall gibt’s menschenverachtende Übergriffe der Exekutive. Wen wundert es, dass gerade hier Massenmörder Putin Waffen kaufen geht …

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