Kinder wandern von einer Erlebniswoche zur nächsten

Grüne kritisieren „Fleckerlteppich der Sommerbetreuung“

Dienstag, 21. Juni 2022 | 12:01 Uhr

Bozen – Die Sommerferien haben begonnen und mit ihnen auch das immer wiederkehrende Problem der Sommerbetreuung. Doch der grünen Ratsfraktion im Landtag zufolge gibt es nicht nur Grund zur Freude. „Zu Beginn der großen Ferien wird uns jedes Jahr auf Neue bewusst, wie sehr Schule und Kindergarten als Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche betrachtet werden und wie sehr wirkliche Betreuungsangebote fehlen. Auch heuer wieder haben zu Recht Eltern- und Familienvertretungen auf den Notstand aufmerksam gemacht“, so die Grünen.

Die Landesregierung, namentlich Landesrätin Waltraud Deeg, wiegelt ab und verweist auf die „fast 500 Sommerbetreuungsangebote in Südtirol“. „Wem dies viel erscheint, der muss bedenken, dass dies auch bedeutet, dass Kinder von Erlebniswoche zu Erlebniswoche tingeln müssen. Die Kosten dieser „Lösung“ haben die Elternvertreterinnen und -vertreter schon vorgerechnet. Dazu kommt, dass sich echte Erholung oft weder für die Kleinen, noch für deren Eltern einstellen kann – am eigentlichen Zweck der Sommer-Ferien zielt das völlig vorbei. Sommerbetreuung ist und bleibt ein organisatorisch und finanziell enormer Aufwand für die Familien“, erklären die Grünen.

Lösungsansätze müssten erweitert und vervielfältigt werden. An innovativen oder altbewährten Modellen aus Nah und Fern mangle es nicht. „Wir müssen weg vom Fleckerlteppich und hin zu organischen Lösungen kommen, die die Familien dauerhaft entlasten“, betonen die Grünen.

Der Rechtsanspruch auf kostenlose Sommerbetreuung müsse verankert werden – und spätestens dann, wenn der (Leidens-)Druck immer größer wird, werde ein dezidiertes Einschreiten der öffentlichen Hand notwendig werden.

Es sei daran erinnert, dass garantierte Sommerbetreuung auch für die Südtiroler Wirtschaft enorm wichtig ist. „Wir können es uns nicht leisten, qualifizierte Frauen (und Männer) in Teilzeit zu drängen, weil sie sonst Kinder nicht betreuen können…oder hochqualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht nach Südtirol (zurück) kommen, weil die Betreuungsangebote bei unseren europäischen Nachbarn einfach besser sind“, warnen die Grünen.

Es sei eine große gesellschaftliche Debatte, die es zu führen gelte. „Ansonsten wird sie, ungesagt, auf den Schultern der Eltern, und vor allem der Mütter ausgetragen“, so die Grünen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Grüne kritisieren „Fleckerlteppich der Sommerbetreuung“"


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Gustl64
Gustl64
Superredner
8 Tage 4 h

Wenn man Kinder anschafgy, dann muss man.auch für sie sorgen und bereit sein Opfer auf sich zu nehmen. Alles kõnnen nicht die anderen übernehmen.

MN2778
MN2778
Grünschnabel
7 Tage 20 h

Vielleicht wäre es Zeit die 3 Monate Sommerferien in Frage zu stellen…. ?

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