Frist ist abgelaufen, um umstrittenes Finanzvorhaben noch zu stoppen

Grünes EU-Label für Gas und Atomkraft nimmt letzte Hürde

Dienstag, 12. Juli 2022 | 01:56 Uhr

Investitionen in bestimmte Gas- und Atomkraftwerke können in der EU wie erwartet ab Jänner 2023 als klimafreundlich eingestuft werden. Am Montag lief um Mitternacht eine Frist für die EU-Länder aus, um das umstrittene Finanzvorhaben noch zu stoppen. In der vergangenen Woche hatte das EU-Parlament gebilligt, Atomkraft und Gas unter Auflagen in die sogenannte Taxonomie aufzunehmen.

Das Klassifizierungssystem soll Unternehmen und Bürgern dabei helfen, klimafreundliche Projekte zu identifizieren und Geld dort zu investieren. Ziel ist es, den Kampf gegen Klimawandel voranzubringen. Umweltschützer hatten kritisiert, dass Gas- und Atomkraftwerke nicht umweltfreundlich seien.

Im vergangenen Jahr wurde bereits entschieden, unter anderem die Stromproduktion mit Solarpaneelen, Wasserkraft oder Windkraft als klimafreundlich einzustufen. Zudem wurden Kriterien für zahlreiche andere Wirtschaftsbereiche festgelegt. Unter dem Druck einiger Mitgliedstaaten schlug die für Gesetzesvorschläge zuständige EU-Kommission dann Ende vergangenen Jahres vor, dass auch Geldanlagen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Bedingungen als klimafreundlich gelten sollen.

Eine entscheidende Rolle spielte dabei Frankreich, das in der Atomkraft eine Schlüsseltechnologie für eine CO2-freie Wirtschaft sieht und die Technik gerne auch weiter in andere Länder exportieren will. Deutschland setzte sich im Gegenzug für ein grünes Label für Gas als Übergangstechnologie ein. Umweltschützer hatten das Vorhaben stark kritisiert, da Treibhausgase ausgestoßen werden, wenn Energie mit Erdgas erzeugt wird und bei Atomkraft der radioaktive Abfall und mögliche Unfälle als problematisch gelten.

Um den Vorschlag zu verhindern, hätten sich mindestens 20 EU-Staaten zusammenschließen müssen, die mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU vertreten. Das kam bis zum Fristende am Montag nicht zustande, auch weil viele Staaten an der Nutzung von Kernkraft interessiert sind. Sie erhoffen sich von der klimafreundlichen Einstufung, dass mehr Geld in den Ausbau von Atomkraftwerken fließt. Der sogenannte Rechtsakt zur Taxonomie tritt nun am 1. Jänner kommenden Jahres in Kraft. Länder wie Österreich sowie Umweltorganisationen planen, dagegen zu klagen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "Grünes EU-Label für Gas und Atomkraft nimmt letzte Hürde"


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N. G.
N. G.
Kinig
26 Tage 18 h

Nun, wenn dir EU es für “Grün” erklärt, wirds so sein!
Wie oft in der Geschichte hat sich der Mensch bei Technik geirrt?
Ein Supergau mitten in Europa würd beweisen wie dumm er ist!
Ist die Ukraine nicht Europa oder doch noch zu weit weg? Jedenfalls, Pilze durfte ich damals keine mehr essen.. Hm

Frank
Frank
Universalgelehrter
26 Tage 18 h

Dann können wir ja Alle bald grün strahlen oder leuchten.

Rabe
Rabe
Tratscher
26 Tage 17 h

hezig wia Atomkroft ,Gas und Kohle af oamol wiedor gesellschaftsfähig und sauber werd

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