Guaido ernannte sich selbst zum Präsidenten

Guaido: Krise in Venezuela mit Dialog nicht zu lösen

Freitag, 01. Februar 2019 | 08:53 Uhr

In dem Machtkampf zwischen der Regierung des sozialistischen Staatschefs Nicolas Maduro und seinem Herausforderer Juan Guaido in Venezuela hat der Oppositionsführer neuen Vermittlungsversuchen eine Absage erteilt. “Die Krise in Venezuela ist mit einem Dialog nicht zu lösen”, sagte der selbst ernannte Interimspräsident am Donnerstag dem mexikanischen Sender Milenio TV.

Verhandlungen zwischen Maduro und der Opposition waren bereits 2017 in der Dominikanischen Republik gescheitert. Mexiko und Uruguay hatten zuletzt zu einer internationalen Konferenz eingeladen, um die Basis für neue Gespräche zwischen der Regierung und der Opposition zu legen. Guaido sagte, er werde an dem Treffen in Montevideo nicht teilnehmen. “Maduro ist ein Diktator”, sagte der 35-Jährige in einem Gespräch mit dem kolumbianischen Sender NTN24. “Wenn er von Dialog spricht, will er nur Zeit gewinnen.”

Auf dem diplomatischen Parkett erzielte der Gegenpräsident unterdessen weitere Erfolge. Das EU-Parlament erkannte ihn als rechtmäßigen Übergangsstaatschef des südamerikanischen Landes an. Mehrere europäische Staaten haben Maduro ein Ultimatum bis Sonntag gestellt, um freie und faire Neuwahlen auszurufen. Andernfalls wollen sie Guaido wie bereits die USA und eine Reihe lateinamerikanischer Länder als legitimen Interimsstaatschef anerkennen.

Zudem beschlossen die EU-Staaten die Gründung einer Kontaktgruppe, die Bemühungen um demokratische Wahlen in Venezuela unterstützen soll. Die Gruppe aus europäischen und lateinamerikanischen Ländern solle aber keine offizielle Vermittlerrolle zwischen den politischen Gegnern spielen, sagte EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Die USA appellierten unterdessen an die EU-Staaten, Guaido als Interimsstaatschef anzuerkennen.

Der 35-jährige Parlamentschef Guaido hatte sich am 23. Jänner als Übergangspräsident vereidigen lassen und Maduro damit offen herausgefordert. Noch kann der sozialistische Staatschef auf die Unterstützung der mächtigen Militärs zählen. Allerdings versucht Guaido seit Tagen, die Streitkräfte auf seine Seite zu ziehen. Unter anderem versprach er den Soldaten Straffreiheit, wenn sie ihn unterstützen.

Auch Maduro will sich der Loyalität der Soldaten versichern. In den vergangenen Tagen zeigte er sich immer häufiger bei Militärübungen oder im Kreise von Soldaten. In seinen Reden warnte er von einer US-Militärinvasion in Venezuela und rief zur Verteidigung des Vaterlandes auf. Aus Washington hieß es zuletzt, angesichts der Krise in dem südamerikanischen Land seien “alle Optionen auf dem Tisch.”

Guaido wies militärische Hilfe der USA beim Versuch der Regierungsübernahme als unerwünscht zurück, schloss sie aber auch nicht völlig aus. “Hier in Venezuela tun wir alles, was wir können, um Druck aufzubauen, so dass es nicht zu einem Szenario kommt, das niemand möchte”, sagte Guaido in einem Interview des US-Senders CNN auf die Frage, ob er US-Militärhilfe akzeptieren würde.

Die USA hatten Guaido als erstes Land direkt nach seiner Vereidigung in der vergangenen Woche als legitimen Staatschef anerkannt und den Druck auf Maduro immer weiter erhöht. Zuletzt verschafften sie Guaido sogar Zugang zu Konten der venezolanischen Regierung in den Vereinigten Staaten.

Am Freitag sollte US-Vizepräsident Mike Pence in Miami mit Exil-Venezolanern zusammenkommen. Dabei wollte er mit ehemaligen politischen Gefangenen und Volksvertretern, die wegen politischer Verfolgung zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen worden waren, über die Lage in Venezuela sprechen, teilte das Büro von Pence mit.

Während Guaido an einer Universität in Caracas über seinen Plan für die Zukunft des Landes sprach, statteten Polizisten einer Spezialeinheit seinem Haus einen Besuch ab. Die Beamten sollen beim Portier nach seiner Frau gefragt haben. Seine kleine Tochter befand sich zu dem Zeitpunkt zu Hause. “Sie wollen mich einschüchtern”, sagte der Oppositionsführer. “Was sie nicht verstehen: Das Spiel hat sich geändert. Wir sind entschlossen und werden nicht aufgeben.”

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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6 Kommentare auf "Guaido: Krise in Venezuela mit Dialog nicht zu lösen"


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Tratscher
18 Tage 20 h

nicht’s gegen der jetzigen Regierung der USA, die Amerikaner haben schon zu viele Selbst Juristische Entscheidungen getroffen wer den die Rechtsmäßign Regierenden wären und desshalb haben wir Europäer heute ein großes Problem, Sadam war der Rechtsmäßige des Irak, Gadafi von Libyen, Mutschahedin von Afghanistan und Assad noch von Syrien dank Russland, alle wurden durch die Kriegsgeilen US-IS zerfleischt hat ihn außer Pleite im eigenen Staat nicht’s gebracht

werner66
werner66
Superredner
18 Tage 16 h

Macron lässt auch sein Volk verprügeln! 
Wo bleiben die amerikanischen Bomber?

Matrix
Matrix
Neuling
18 Tage 12 h

Es geht den großen Industrienationen nicht um Demokratie, sodern einzig und allein um wertvolle Rohstoffe.

idenk
idenk
Tratscher
17 Tage 4 h

So ist es leider Gottes🤦🏽‍♂️

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
18 Tage 10 h

Die Militärs haben in Südamerika das Sagen und lassen die Politiker nur solange machen, wie die für ihren aufwendigen Lebensstil garantieren. Entweder aus Haushaltsmittel oder in Eigenleistung als Grosshändler für Drogen.
Die Chinesen und die Russen haben das erkannt und wollen Südamerika mit Hilfe der Militärs und Drogendealer vereinnahmen. Die wirtschaftliche Ausbeutung läuft dann ganz von selbst. Kommt dann nur noch darauf an, ob die USA das zulassen werden.

idenk
idenk
Tratscher
17 Tage 4 h

Hmmm ja, jeder investiert in die eigenen Interessen 🤷🏾‍♂️

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