Juan Guaido ist weiter gefährdet verhaftet zu werden

Guaidos triumphale Rückkehr setzt Maduro unter Zugzwang

Dienstag, 05. März 2019 | 13:26 Uhr

Triumphaler Empfang für Venezuelas Oppositionsführer: Der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaido hat den Drohungen der Regierung getrotzt und ist in seine Heimat zurückgekehrt. Bei einem umjubelten Auftritt in Caracas rief er am Montag zu neuen Massenprotesten auf. Staatschef Nicolas Maduro, der Guaido im Falle seiner Rückkehr mit einer Festnahme gedroht hatte, ließ ihn zunächst gewähren.

Die USA sehen Guaido aber weiterhin in Gefahr. Der Oppositionspolitiker landete am Montag auf dem Flughafen der Hauptstadt Caracas, wo er von Unterstützern, Journalisten und den Botschaftern mehrerer EU-Länder empfangen wurde. Anschließend fuhr er weiter ins Stadtzentrum. Dort hielt er vor zehntausenden jubelnden Anhängern eine Rede und rief für Samstag zu einem neuen Protestmarsch gegen Maduro auf.

Maduro hatte dem Präsidenten des von der Opposition dominierten Parlaments mit seiner Festnahme gedroht, da er trotz eines Ausreiseverbotes am 23. Februar das Land verlassen hatte. “Wir kennen die Risiken, denen wir ausgesetzt sind”, sagte Guaido nach seiner Rückkehr von einer mehrtägigen Südamerikareise. “Das hat uns noch nie aufgehalten”, rief er seinen Anhängern zu. “Wir sind stärker als jemals zuvor.” Auch in anderen großen venezolanischen Städten strömten tausende Guaido-Anhänger zu Kundgebungen zusammen.

Guaidos Rückkehr setzt Maduro unter Zugzwang. Eine Festnahme des Oppositionsführers würde massiven internationalen Protest hervorrufen – Guaido wird von mehr als 50 Ländern als Interimspräsident anerkannt, darunter die USA sowie Deutschland und zahlreiche weitere europäische Staaten. Sollte Maduro auf eine Festnahme verzichten, würde dies nach Einschätzung des Forschungsinstituts Eurasia Group seine Autorität schwächen.

Nach Einschätzung des US-Senators Marco Rubio muss Guaido trotz der zunächst unbehelligten Rückkehr in seine Heimat mit einer Inhaftierung rechnen. “Die Gefahr einer Festnahme ist für Guaido immer noch sehr real”, schrieb der republikanische Senator am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die venezolanische Regierung könne den Oppositionsführer festnehmen lassen, wenn keine Journalisten, Diplomaten und Unterstützer mehr bei ihm seien, warnte Rubio. “Das Maduro-Regime hat die Bürokratisierung der Unterdrückung perfektioniert”, fügte der kubanischstämmige Senator aus dem Bundesstaat Florida hinzu.

US-Vizepräsident Mike Pence hatte kurz vor Guaidos Landung eine “schnelle Reaktion” der USA angekündigt, sollte es “Drohungen, Gewalt oder Einschüchterungen” gegen den Oppositionspolitiker geben. “Die USA messen der sicheren Rückkehr von Juan Guaido nach Venezuela die größte Wichtigkeit bei”, schrieb Pence bei Twitter.

US-Außenminister Mike Pompeo bekräftige die Forderung Washingtons nach einem Machtwechsel in Venezuela. Die internationale Gemeinschaft müsse gemeinsam auf “ein Ende des brutalen Maduro-Regimes dringen”.

Von: APA/Ag.

Kommentare

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3 Kommentare auf "Guaidos triumphale Rückkehr setzt Maduro unter Zugzwang"


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ifinger947
ifinger947
Tratscher
20 Tage 21 h

Es wäre sehr unklug für Maduro Guaido zu verhaften ! Den das würde viel größere Demos und auch Druck aus dem Ausland aufbauen und Ihn um so schneller stürzen. Vernünftig wäre ein Rücktritt von Maduro oder sofortige Neuwahlen. Das Volk hat ein Recht auf ordentliche Versorgung 🙂

Kropfli
Kropfli
Tratscher
20 Tage 17 h

Warum muss das Volk versorgt werden? Über Jahre hinweg Sanktionen gegen Venezuela, nachdem dort die Ölförderung verstaatlicht wurde und US Konzerne ihren Profit verloren.
Jetzt soll Maduro jenen welche sie in diese Lage gebracht haben, mit offenen Armen Hilfsgüter abnehmen? Ach kommt schon, ein US Student ernennt sich zudem zum Interimsprâsidenten, noch grösseren Verrat gibt es nicht. Und das arme Volk kann diese Entwicklung bis hier her kaum nachvollziehen.

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
20 Tage 15 h

Die Vorkommnisse in Venezuela demaskieren die europäischen Sozialisten vollumfänglich. Das Regime, welches jetzt auf hungernde Menschen schiesst, ist dasselbe, welches sie vor kurzer Zeit noch unterstützt haben.

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