Israel führte einen Vergeltungsschlag aus

Hamas verkündete Waffenruhe nach ägyptischer Vermittlung

Montag, 25. März 2019 | 21:26 Uhr

Nach massivem Raketenbeschuss auf Israel und israelischen Luftangriffen im Gazastreifen haben militante Palästinenser einseitige Waffenruhe verkündet. Fausi Barhum, ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas, teilte am Montag mit, Ägypten habe die Rückkehr zu einer entsprechenden Vereinbarung vermittelt. Diese solle sofort in Kraft treten. Von Israel gab es dafür keine Bestätigung.

Militante Palästinenser feuerten noch am Abend zahlreiche Raketen ins israelische Grenzgebiet. In mehreren Ortschaften im Umkreis des Gazastreifens heulten die Alarmsirenen, wie Israels Armee mitteilte. In der Grenzstadt Sderot wurde nach Medienberichten ein Haus direkt getroffen. Dabei sei aber niemand verletzt worden.

Israels Luftwaffe hatte zuvor drei Gebäude der Hamas zerstört, darunter das Büro des Hamas-Chefs Ismail Haniya. Bei einer Serie von Angriffen im Gazastreifen seien sieben Palästinenser verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Israel reagierte damit auf einen Raketenangriff aus dem Gazastreifen, bei dem ein Haus nordöstlich von Tel Aviv demoliert worden war. Sieben Menschen erlitten Verletzungen, darunter Kleinkinder.

Die israelische Armee erklärte, sie habe “Hamas-Terror-Ziele” in dem Palästinensergebiet aus der Luft attackiert. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte bei einem Besuch in Washington, sein Land reagiere mit “Stärke” auf den Angriff mit sieben Verletzten in der Nähe von Tel Aviv.

Rückendeckung erhielt er von US-Präsident Donald Trump, der zudem offiziell die Souveränität Israels über die Golanhöhen anerkannte. Die israelischen Angriffe galten dem militärischen Arm der radikalislamischen Hamas. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen wurden mehrere Orte in dem Küstengebiet beschossen. Dabei wurde unter anderem ein Gebäude in Gaza zerstört, das als Zentrale für den Geheimdienst der Hamas gedient haben soll. Berichte über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Die Palästinenserorganisation wies die Anschuldigungen, wonach sie für den Angriff verantwortlich sei, zurück. “Niemand von den Widerstandsbewegungen, die Hamas eingeschlossen, hat ein Interesse daran, Raketen aus dem Gazastreifen auf den Feind abzufeuern”, sagte ein Hamas-Mitglied gegenüber Medienvertretern. Die Hamas habe kein Interesse an einer Konfrontation mit Israel. Hamas-Anführer Ismail Hanija warnte Israel allerdings davor, “rote Linien” zu überschreiten.

Netanyahu hatte nach dem Angriff aus dem Gazastreifen eine entschlossene Reaktion angekündigt und damit Sorge vor einer neuen Eskalation im Nahen Osten geschürt. Bei einer Pressekonferenz in Washington bekräftigte er später: “Wir werden tun, was nötig ist, unser Volk und unseren Staat zu verteidigen.”

Israel werde solche Angriffe nicht hinnehmen, sagte er an der Seite von Trump. Der US-Präsident stärkte seinem Verbündeten den Rücken. Washington erkenne das “Recht Israels an, sich zu verteidigen”, sagte er. Netanyahu wollte nach dem Treffen im Weißen Haus umgehend nach Israel zurückkehren.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußerte sich besorgt über die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten. Er verurteilte den Raketenangriff auf Israel und rief beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Ähnlich äußerte sich die Bundesregierung. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes warnte vor “einer immer schwerer zu kontrollierenden Situation”.

Erst am 14. März waren zwei Raketen vom Gazastreifen in Richtung Tel Aviv abgefeuert worden. Opfer oder Schäden gab es nicht. Israel reagierte darauf und auf weitere Raketenangriffe nach eigenen Angaben mit der Bombardierung von rund hundert Hamas-Stellungen im Gazastreifen.

Für zusätzliche Spannungen in der Region könnte die Entscheidung Trumps sorgen, Israels Souveränität über die besetzten syrischen Golanhöhen offiziell anzuerkennen. In Anwesenheit Netanyahus unterzeichnete der US-Präsident am Montag im Weißen Haus ein entsprechendes Dekret. “Das hat sich schon lange angebahnt”, kommentierte der US-Präsident den Bruch mit dem jahrzehntelangen internationalen Konsens, die israelische Annexion des Gebiets nicht anzuerkennen.

Trump hatte sich bereits am Donnerstag dafür ausgesprochen, die seit 1967 besetzten Golanhöhen als Teil Israels anzuerkennen, und damit international Proteste ausgelöst. In einer ersten Reaktion nannte Syrien die jetzt erfolgte Anerkennung einen unverhohlenen Angriff auf seine Souveränität.

Auch Russland, ein wichtiger Verbündeter der Regierung in Damaskus, kritisierte die Entscheidung. Das Außenministerium in Moskau warnte vor einer “neuen Welle der Spannungen” im Nahen Osten. Die Golanhöhen sind seit Jahrzehnten ein großer Streitpunkt im Nahost-Konflikt, da das Hochplateau an der Grenze von Israel und Syrien von hoher strategischer Bedeutung ist. Für Syrien ist die Rückgabe der Golanhöhen die Bedingung für einen Friedensvertrag.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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5 Kommentare auf "Hamas verkündete Waffenruhe nach ägyptischer Vermittlung"


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zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Je mehr Israel den Konflikt versucht zu entschärfen desto mehr hinterlässt es bei der Hamas den Eindruck von Schwäche. Und eines muss klar sein, kein Konflikt mit Israel würde der Hamas ihre Daseinsberechtigung absprechen. Frieden ist also das letzte was die Hamas will. So sehr man sich also Frieden für Israel wünscht, der müsste sich wohl erkämpft werden für einen sehr hohen Preis.

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 23 h
selten so ein schmarrn gelesen. einmal im jahr wird ein haus auf israels seite zerstört, dann wird von terror gesprochen. dass aber jeden tag ein haus von irsrael im gaza zerstört wird, davon spricht kaum jemand. aber natürlich ist das arme israel nie schuld. es hält millionen von palestinänsern umringt von einer mauer (aber bei trump dreht ihr durch) wie in einem KZ gefangen und beschießt sie tagtäglich, besetzt gegen jedes völderrecht fremde gebiete, baut siedlungen trotz internationaler verbote usw. aber schuld sind die anderen. der großteil der israelischen bevölkerung schämt sich für die untaten ihres landes. du hast recht,… Weiterlesen »
Tschoegglberger.
Tschoegglberger.
Superredner
1 Monat 21 h

mistermah, was Du schreibst ist Schmarrn. Hamas will Isreal zerstören und alle Juden ins Meer treiben, die geben keine Ruhe, Hilfsgelder werden für Waffen ausgegeben.

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 19 h

jaja .. warum wohl? auch unsere freiheitskämpfer wollten die faschisten vernichten … eh klar. geh doch mal in den gaza streifen und bleibe dort eine woche. dein darminneres ist danach blitzblank. nirgendwo auf der welt wird ein volk von einer meterhohen mauer eingesperrt! gaza ist das größte … das es je gab.

Zugspitze947
Zugspitze947
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Die Hamas ist nicht zufrieden wenn es friedlich zugeht. Aber sie versteht auch nicht dass Sie gegen Isreals berechtigte Macht keine Chance hat 🙁

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