Blick über Daraa

Heftige Angriffe im Süden Syriens – Spitäler betroffen

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 12:12 Uhr

Nach heftigen Luftangriffen auf Rebellengebiete im Süden Syriens sind Aktivisten zufolge mehrere Feldkrankenhäuser außer Betrieb. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Mittwoch, drei weitere Klinken könnten infolge von Bombardierungen östlich der Stadt Daraa nicht mehr weiterarbeiten.

Mittlerweile seien in der Region fünf Krankenhäuser außer Betrieb. Auch Aktivisten und Oppositionsmedien berichteten davon. Die Luftangriffe von syrischen und russischen Kampfflugzeugen hätten die Kliniken in den von Rebellen kontrollierten Städten Saida, Al-Mseifra und Al-Jisa in der Provinz Daraa so schwer beschädigt, dass sie geschlossen werden mussten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit.

Die Region an der Grenze zu Jordanien erlebt seit rund einer Woche Angriffe von Regierungstruppen. Am Montag begann die Armee nach Angaben syrischer Staatsmedien eine Offensive, um die Verbindung zwischen der teilweise von Rebellen kontrollieren Stadt Daraa und dem Nachbarland Jordanien zu kappen.

Aktivisten berichteten von heftigen Luftangriffen in der Nacht auf Mittwoch. An der Bombardierung seien auch russische Jets beteiligt, meldeten die Menschenrechtsbeobachter. Russland ist im syrischen Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung. Moskau, die USA und Jordanien hatten sich vor rund einem Jahr auf eine sogenannte Deeskalationszone für Daraa geeinigt.

Nach UN-Angaben sind in der Region rund 50.000 Zivilisten auf der Flucht. Wie Aktivisten berichteten, flohen viele Menschen in Richtung der israelischen Grenze. Die Flüchtlinge wüssten, dass die Jets Gebiete in der Nähe der von Israel besetzten Golanhöhe nicht bombardieren würden, erklärte ein Aktivist aus Daraa. Jordanien hat die Grenze geschlossen und will keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.

Daraa gehörte zu den ersten Städten Syriens, in denen es 2011 zu Demonstrationen gegen die Regierung von Präsident Bashar al-Assad kam. Das Gebiet um die Stadt ist eine der letzten Regionen des Bürgerkriegslandes in Rebellenhand.

Von: APA/dpa/ag.