Die Gelbwesten sind wieder im Einsatz

Heftige Ausschreitungen bei Demonstration in Paris

Samstag, 05. Dezember 2020 | 18:38 Uhr

Bei einer Demonstration gegen Polizeigewalt und das geplante Sicherheitsgesetz ist es in Paris erneut zu Krawallen gekommen. Autos wurden am Samstagnachmittag in Brand gesteckt und etliche Schaufenster beschädigt, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Randalierer warfen Geschosse in Richtung Polizei, diese setzte Tränengas ein. Nach Angaben von Innenminister Gérald Darmanin wurden in Paris bis zum Nachmittag 22 Menschen festgenommen.

In ganz Frankreich gab es zahlreiche Proteste – in Toulouse, Bordeaux oder etwa Lyon gingen Tausende Menschen weitgehend friedlich auf die Straße.

Der Pariser Demonstrationszug war zunächst friedlich an der Porte des Lilas im Osten der Stadt gestartet und zog bis zur Place de la République. Zahlreiche junge Menschen waren auf der Straße, Gewerkschaften waren ebenfalls vertreten. Die Polizei sicherte rund um die Demonstration die Straßen ab und kontrollierte einige Metroausgänge. Auf den Schildern der Demonstrierenden stand etwa “Rücktritt Darmanin” oder “Frankreich: Land der Polizeirechte”, die Menschen skandierten “Macron, es reicht!”.

Nach etwa eineinhalb Stunden kam es auf der Demonstrationsroute in der Avenue Gambetta im 20. Arrondissement zu ersten Ausschreitungen. Medien zufolge hatten sich zahlreiche Randalierer unter die Demonstrierenden gemischt. Es wurde ein kleiner Laster angezündet, eine tiefschwarze Rauchwolke hing über der Straße – zahlreiche Autos gingen ebenfalls in Flammen auf. Eine Bankfiliale wurde komplett auseinandergenommen, die Scheiben und die Inneneinrichtung schwer beschädigt. Entlang der gesamten Demonstrationsroute wurden zahlreiche Brände entfacht.

Ein Kollektiv aus Gewerkschaften, Journalisten- und Opferschutzverbänden sowie Menschenrechtsorganisationen hatte zu dem landesweiten Protest gegen das scharf kritisierte Sicherheitsgesetz aufgerufen. Auch Fälle von Polizeigewalt hatten zuletzt in Frankreich Schlagzeilen gemacht. Bereits am vergangenen Wochenende gab es einen Massenprotest – auch im Verlauf dieser Demo kam es schließlich in Paris zu massiven Ausschreitungen, während Zehntausende friedlich demonstrierten.

Die Regierungsmehrheit hatte zwar vor einigen Tagen angekündigt, den besonders umstrittenen Artikel 24 des Sicherheitsgesetzes zu überarbeiten, der die Verbreitung von Aufnahmen von Polizisten einschränken soll. Die Organisationen fordern allerdings, diesen Passus komplett zu streichen. Das Gesetz sieht außerdem noch weitere scharf kritisierte Maßnahmen vor. Dazu zählt vor allem die Ausweitung der Videoüberwachung durch die Polizei etwa bei Demonstrationen und mithilfe von Drohnen. Dies soll nach Angaben der Regierung dem Schutz der Polizei dienen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Freitag angekündigt, Anfang kommenden Jahres eine Online-Plattform einrichten zu wollen, auf der Menschen Diskriminierung etwa durch die Polizei melden können. Einige Polizeigewerkschaften kritisierten die Pläne scharf.

Von: APA/dpa

Kommentare

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7 Kommentare auf "Heftige Ausschreitungen bei Demonstration in Paris"


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P.H.
P.H.
Grünschnabel
1 Monat 14 Tage

hoffendlich wird dieser möchtegern Diktator Macron bald abgewählt.

Zugspitze947
1 Monat 14 Tage

P.H. Macron ist jedenfalls viel Besser als VIELE Präsidenten in Europa zB. Die Despoten Erdogan -Orban-Kaschinskiy- usw 🙁

Kingu
Kingu
Grünschnabel
1 Monat 14 Tage

Ist das nicht lächerlich, wenn man selbst Leute und deren Identität zu jederzeit absichern will, wenn es um Polizisten handelt? Drohnen dürfen die Polizisten aber ja nicht verwendet, sonst könnte man noch flüchtige Sachbeschädiger und Gewalttäter aufspüren. Ich glaube nämlich kaum, dass nur ein kleiner Prozentsatz dieser Anarchisten auch die ausgebrannten Autos abbezahlen muss und dafür vor Gericht steht. Die Chaoten vom Brenner, wurde auch nicht annährend alle ausgeforscht und die Verurteilungen waren doch sehr milde. Nicht die Polizei hat Narrenfreiheit, sondern diejenigen die wie Terroristen durch die Straßen marodieren.

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Diese Pseudo Demonstrationen werden oft von Islamisten und Anarchisten missbraucht um Chaos und Gewalt zu schüren…..bitte nicht Täter zu Opfern machen!

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Wie ist deien Meinung zu den Gewalttaten der Rechten und Querdenker in GER bei den Covid-Demos?

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 14 Tage

Pseudo-Demos? Ein “Kollektiv aus Gewerkschaften, Journalisten- und Opferschutzverbänden sowie Menschenrechtsorganisationen” rief zu landesweitem Protest auf. Demokratisches Recht.
Dass die üblichen Ultras Trittbrettfahren, ist leider so. Die Polizei hat u.a. das zu verhindern.
Und auch Polizisten, die Recht und Knochen brechen, sind sie dafür zu belangen.

genau
genau
Kinig
1 Monat 14 Tage

Sehr gut!🙂

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