Mindestens 75 Kämpfer getötet

Heftige Kämpfe zwischen Rebellen und Jihadisten in Syrien

Donnerstag, 03. Januar 2019 | 14:55 Uhr

Bei heftigen Gefechten zwischen Jihadisten und anderen islamistischen Rebellen sind im Nordwesten Syriens laut Aktivisten mindestens 75 Kämpfer getötet worden. Die seit Dienstag andauernden Kämpfe zwischen dem Jihadistenbündnis Hayat Tahrir al-Sham (HTS) und der protürkischen Nationalen Befreiungsfront weiteten sich am Donnerstag aus, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Kämpfe weiteten sich von der Provinz Aleppo auf die angrenzenden Provinzen Hama und Idlib ausgeweitet. Laut der oppositionsnahen Organisation wurden am Mittwoch bei den Kämpfen im Nordwesten von Hama und im Südosten von Idlib 17 Jihadisten und 16 Rebellen getötet. Damit sei die Zahl der Toten bei den dreitägigen Kämpfen auf 75 gestiegen, zudem seien sechs Zivilisten getötet worden. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie meist kaum zu überprüfen.

Die Kämpfer von HTS liegen in Idlib seit Jahren im Konflikt mit rivalisierenden Rebellengruppen, weshalb es immer wieder zu Anschlägen und Gefechten kommt. Die neusten Kämpfe begannen, nachdem HTS der Rebellengruppe Nureddin al-Zenki vorgeworfen hatte, ihre Stellungen in der Provinz Aleppo attackiert und fünf ihrer Kämpfer getötet zu haben. Laut der Beobachtungsstelle eroberte HTS seitdem 17 Ortschaften.

Die Provinz Idlib ist die letzte Hochburg der Aufständischen in Syrien. Die radikal-islamische HTS-Miliz gehört hier zu den dominierenden Kräften. Die früher unter dem Namen Al-Nusra-Front bekannte Gruppe hat sich offiziell vom Terrornetzwerk Al-Kaida losgesagt. Die NLF wiederum wird von der Türkei unterstützt.

Im September vereinbarten die Türkei und Russland die Schaffung einer entmilitarisierten Zone um Idlib, um eine Offensive der syrischen Regierungstruppen auf die Provinz zu verhindern. Allerdings wurde die Vereinbarung zum Abzug von Kämpfern und Waffen aus der Pufferzone nur teilweise umgesetzt, und es kommt immer wieder zu Gefechten in der Region.

Von: APA/dpa/ag.

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