Bildungsminister Faßmann zeigt sich mit der Ferienregelung zufrieden

Herbstferien kommen 2020/21, vorerst kein Vorziehen

Montag, 18. Februar 2019 | 14:40 Uhr

Einheitliche Herbstferien in Österreich werden erst ab dem Schuljahr 2020/21 Realität. Die meisten Bundesländer werden die ihnen per Gesetz eingeräumte Möglichkeit nicht nutzen, bereits 2019/20 mit der neuen Ferienregelung zu starten. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) wiederum will bis zum Start die Frage der Ferienbetreuung lösen.

Die neue Ferienordnung, die am Mittwoch den Ministerrat passieren soll, sieht ab 2020 österreichweit einheitliche schulfreie Tage von 26. Oktober bis 2. November vor. Umgekehrt wird an den Dienstagen nach Ostern und Pfingsten unterrichtet und es werden (je nach Fall des 26. Oktober) ein bis drei schulautonome Tage gestrichen. Im Schuljahr 2019/20 können die Bildungsdirektionen in den Bundesländern diese Regelung auf freiwilliger Basis bereits einführen.

Bisher haben dies aber die meisten Bundesländer bereits ausgeschlossen: Kärnten, Wien, Niederösterreich, Salzburg und die Steiermark kündigten bereits an, 2019 noch bei der derzeitigen Regelung zu bleiben. Im Burgenland sieht es auch eher nach einem Verzicht aus: Man überlege noch, will sich aber an Wien, Niederösterreich und der Steiermark orientieren. Oberösterreich wartet ebenfalls noch ab, aus Tirol gab es vorerst keine Stellungnahme. Vorarlberg hat als einziges Bundesland bereits seit 2004 landesgesetzlich künstliche Herbstferien und bleibt auch 2019 bei dieser Regelung.

Faßmann hob am Montag noch einmal die Vorteile der künftigen Regelung hervor. Mit der Maßnahme würde bei gleichbleibender Zahl der schulfreien Tage die Vereinbarkeit von Schule, Beruf und Familie gefördert – profitieren würden davon vor allem jene Eltern mit Kindern in unterschiedlichen Schulen, die derzeit auch mit unterschiedlichen schulautonomen Tagen klarkommen müssen. Nicht zuletzt bringe die Maßnahme aber auch eine Vereinfachung für die Gemeinden als Schulerhalter. Sie könnten nun besser eine Ferienbetreuung organisieren. Für einen Ausbau dieser Betreuung werde man außerdem im Bildungsinvestitionsgesetz, in dem die Förderung ganztägiger Schulformen geregelt ist, entsprechende Maßnahmen vorsehen.

Allen Eltern werde man es aber nie recht machen können, zeigten sich Faßmann und Elternvertreterin Elisabeth Rosenberger überzeugt. “Die einzige einheitliche Meinung unter den Eltern ist, dass es keine einheitliche Meinung geben kann”, so Rosenberger. Es mache eben einen Unterschied, ob man daheim ein Volksschulkind habe oder einen Schüler, der im Maturajahr seine vorwissenschaftliche Arbeit schreibt.

Grundsätzlich begrüßt werden die Herbstferien von NEOS und Liste JETZT. Die NEOS verlangen aber eine grundsätzliche Überarbeitung der Ferienregelung samt Verkürzung der Sommerferien, Verlängerung der Osterferien und Einführung von speziell der Vermittlung digitaler Kompetenzen gewidmeter Tage, hieß es in einer Aussendung. JETZT wiederum will die Ferienbetreuung geregelt sehen.

Fast durchgehend Herbstferien-Fans finden sich in der Tourismuswirtschaft. Wermutstropfen ist aus Sicht der Wirtschaftskammer allerdings der Wegfall des freien Dienstags nach Pfingsten, einem traditionell wichtigen Reisewochenende. Die Gewerkschaft wiederum sorgt sich um die Betreuung der Kinder der im Tourismus beschäftigten Arbeitnehmer.

Für Österreich mögen einheitliche Herbstferien neu sein – in den meisten anderen europäischen Ländern sind sie längst Realität. Ganz ohne Herbstferien kommen nur Albanien, Bosnien, Griechenland, Italien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Portugal, Spanien und die Türkei aus, vor allem also jene südlichen Länder, die besonders lange Sommerferien haben. Im Großteil Europas ist fix mindestens eine Woche im Herbst frei, in der Schweiz und Deutschland sogar (je nach Kanton bzw. Bundesland) bis zu drei Wochen.

Von: apa

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