US-Präsidentschaftskandidatin erlitt am Sonntag einen Schwächeanfall

Hillary Clinton kehrt am Donnerstag in den Wahlkampf zurück

Mittwoch, 14. September 2016 | 08:31 Uhr

Nach ihrer krankheitsbedingten Pause will US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton am Donnerstag den Wahlkampf wieder aufnehmen. Dies teilte ihr Sprecher Nick Merrill am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington mit. Die Kandidatin habe den Tag mit der Lektüre von Akten und mit Telefonanrufen verbracht, fügte er hinzu.

Zudem habe sie den Wahlkampfauftritt verfolgt, den Präsident Barack Obama für sie in Philadelphia absolviert hatte. Nach einem Schwächeanfall am Sonntag hatte Clinton ihre Termine bis Mittwoch abgesagt. Der Vorfall rückte die Gesundheit der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin in den Fokus. Erst nach dem Schwächeanfall hatte Clintons Kampagne mitgeteilt, dass bereits am Freitag eine Lungenentzündung diagnostiziert worden sei. Sie musste in den USA viel Kritik dafür einstecken, dass sie dies der Öffentlichkeit nicht gleich mitteilte.

Clinton hatte am Montag in einem TV-Interview eingestanden, die Öffentlichkeit erst spät über die Lungenentzündung informiert zu haben. Sie habe ihre Erkrankung selbst nicht ernst genommen. Ihr gehe es aber wieder gut, betonte die 68-Jährige. Bei den abgesagten Terminen wurde sie von ihrem Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, vertreten.

US-Präsident Barack Obama verteidigte unterdessen eine Parteifreundin und Wunschnachfolgerin gegen “unfaire” Kritik. Hillary Clinton habe “mehr unfaire Kritik aushalten müssen als irgendjemand”, sagte Obama bei einem Wahlkampfauftritt für Clinton in Philadelphia. Es war der erste Solo-Auftritt des Amtsinhabers im diesjährigen Präsidentschaftswahlkampf.

Obama bemühte sich in seiner Rede, die Aufmerksamkeit wieder auf die Schwächen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump zu lenken: “Donald Trump erzählt jeden Tag irgendwelches Zeug, das ihn für das Amt des Präsidenten disqualifiziert.” Inzwischen trete ein Gewöhnungseffekt ein, bedauerte Obama. Und nur, weil er es immer und immer und immer wieder macht, haben die Medien aufgegeben.”

In der Rede vor rund 6.000 jubelnden Anhängern zeigte sich Obama kampflustig. “Es ist gut, wieder auf Wahlkampftour zu sein”, rief er. “Ich werde in diesem Herbst so hart arbeiten wie ich kann, damit Hillary Clinton gewählt wird.”

Die Republikaner konzentrierten sich im Wahlkampf unterdessen weiter auf umstrittene Aussagen Clintons von vergangener Woche, die von Kritikern als Beleidigung der Trump-Wähler verstanden wurden. “Während meinen Gegnerin Euch als bedauernswert und hoffnungslos schmäht, bezeichne ich Euch als hart arbeitende Patrioten”, sagte Trump in Iowa. Sein Vizekandidat Mike Pence kritisierte Clintons Äußerungen in Washington als “katastrophale Beleidigung des amerikanischen Volks”.

Clinton hatte vergangene Woche die Hälfte der Anhänger von Trump als “bedauernswert” bezeichnet. Vor Verfechtern von Schwulenrechten sprach sie von “Rassisten, Sexisten, Homophoben, Ausländerfeinden, Islamfeinden” und nannte diese Leute “hoffnungslos, aber zum Glück sind sie nicht Amerika”.

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hat unterdessen die gemeinnützige Stiftung Trumps ins Visier genommen. Schneiderman gab am Dienstag eine entsprechende Untersuchung bekannt. Dabei solle geprüft werden, ob die Stiftung sich an die Gesetze für Wohltätigkeitsorganisationen halte. “Uns beschäftigt die Frage, ob es in dieser Hinsicht womöglich ein Fehlverhalten der Trump-Stiftung gegeben hat”, sagte Schneiderman dem TV-Sender CNN. Er gab allerdings nicht an, um welche Art von Verstoß es sich handeln könnte. Der Generalstaatsanwalt gehört der Demokratischen Partei an und unterstützt im Wahlkampf Clinton.

Ein Sprecher Trumps nannte Schneiderman parteiisch und warf ihm vor, über Jahre die Augen verschlossen zu haben, wenn es um Clintons Stiftung ging. Trump selbst hatte Clinton wiederholt beschuldigt, sie habe sich in ihrer Zeit als US-Außenministerin von Spenden an die Wohltätigkeitsstiftung ihrer Familie beeinflussen lassen. Clinton weist die Vorwürfe als verleumderisch zurück.

Von: APA/dpa/ag.

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