Einmal mehr Terroralarm in Frankreichs Hauptstadt

Hinweise auf Terrorismus nach Schießerei in Paris

Donnerstag, 20. April 2017 | 23:54 Uhr

Nach dem Angriff auf Polizisten in Paris mit einem Toten und zwei Verletzten geht die Regierung von einem möglichen Anschlag aus. Staatspräsident Francois Hollande sprach am Donnerstagabend im Fernsehen von Hinweisen auf einen “terroristischen Hintergrund” der Tat. Der ebenfalls getötete Angreifer war den Ermittlern nach Angaben aus Justizkreisen bekannt.

Ein Auto sei neben einem Polizeiauto stehen geblieben, ein Insasse des Autos habe das Feuer eröffnet und einen Polizisten getötet, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Anschließend habe er nach ersten Informationen versucht, zu Fuß zu fliehen, und habe dabei auf weitere Polizisten geschossen und zwei verletzt. Die Beamten hätten ihn niedergeschossen. Berichte, wonach einer der beiden verwundeten Polizisten seinen Verletzungen erlegen sei, wurden von der Polizei dementiert.

Die Antiterror-Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, die Wohnung des getöteten Angreifers im Osten von Paris wurde durchsucht. Der Ministeriumssprecher sagte, es sei noch zu früh, um etwas über das Motiv der Tat zu sagen.

Der Sprecher des Innenministeriums betonte auch, dass es keine weiteren Vorfälle “dieser Art” in Paris gegeben habe. Pierre-Henry Brandet rief am Donnerstagabend vor Journalisten zu Vorsicht wegen kursierender Gerüchte auf. “Es gibt heute Abend ein einziges Ereignis dieser Art in Paris, es gibt keine anderen Aktionen”, sagte der Sprecher.

Die Polizei veröffentlichte am späten Abend einen Haftbefehl für einen weiteren Verdächtigen, der aus Belgien mit dem Zug in Paris angekommen sei. Er dürfte aber nach bisherigen Erkenntnissen nicht unmittelbar an der Tat beteiligt gewesen sein. Laut Zeugenaussagen gab es nämlich nur einen Angreifer, sagte Brandet. Man könne aber nicht ausschließen, dass es einen oder mehrere Komplizen gebe, die in irgendeiner Weise an der Tat beteiligt waren.

Die Zeitung “Le Figaro” hatte zuvor berichtet, es habe einen zweiten Angreifer gegeben, der womöglich auf der Flucht sei. Das war aber noch nicht offiziell bestätigt.

Die Polizei rief dazu auf, den Bereich zu meiden. In Frankreich gilt nach einer beispiellosen Terrorserie der Ausnahmezustand. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die Champs-Elysees komplett gesperrt wurden. Zahlreiche Polizisten waren an Ort und Stelle.

Präsident Hollande berief eine Krisensitzung im Elysee-Palast ein. Mehrere Präsidentschaftskandidaten, allen voran der konservative Kandidat Francois Fillon und die Rechtspopulistin Marine Le Pen, sagten ihre für Freitag geplanten Wahlkampfauftritte ab.

Von: APA/dpa/ag.