Hollande (l.) setzt seine Hoffnung auf den jungen Politiker

Hollande an Macron: Spaltung des Landes überwinden

Mittwoch, 10. Mai 2017 | 15:07 Uhr

Während der frühere französische Premierminister Manuel Valls sich eine Abfuhr vom Lager des Wahlsiegers Emmanuel Macron holte, forderte der scheidende Präsident Francois Hollande seinen designierten Nachfolger auf, Frankreich wieder zu einen. “Wir müssen die Spaltungen bekämpfen, die unsere Völker zerreißen, auch hier (…)”, sagte der sozialistische Staatschef am Mittwoch in Paris.

Hollande spielte auf den Präsidentenwahlkampf an, der phasenweise sehr hart geführt wurde. Der Sozialliberale Macron (39) setzte sich im End-Duell am vergangenen Sonntag gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durch, die den Euro verlassen will und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft Frankreichs fordert. Macron, ehemaliger Wirtschaftsminister Hollandes, ist hingegen ein klarer EU-Befürworter.

Hollande sprach bei einer Feier anlässlich des Gedenktages zur endgültigen Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1848. Es war laut seiner Umgebung die letzte öffentliche Rede des 62-Jährigen vor der Machtübergabe an Macron am Sonntag. Macron nahm an der Feier im Luxemburg-Park in Sichtweite des Senats teil.

Der frühere Premierminister Manuel Valls holte sich vom Lager des gewählten Präsidenten Emmanuel Macron eine Abfuhr. Der Sozialist Valls erfülle “bis dato” nicht die Kriterien, um für Macrons Bewegung als Kandidat bei der Wahl zur Nationalversammlung im Juni anzutreten, hieß es am Mittwoch von “La Republique en Marche” in Paris.

Der für die Kandidaturen zuständige Verantwortliche von Macrons Bewegung, Jean-Paul Delevoye, sagte dem Sender Europe 1, die Bewerbung von Valls könne vorerst nicht bewertet werden. Bis Donnerstag will “La Republique en Marche” – wie sich die bisherige Bewegung “En Marche!” jetzt nennt – bekanntgeben, welche 577 Kandidaten sich für sie bei der Parlamentswahl am 11. und 18. Juni bewerben.

Valls hatte am Dienstag erklärt, er wolle sich Macrons Bewegung anschließen. Er finde sich in den meisten der Vorschläge des 39-Jährigen wieder. Valls wollte ursprünglich für die regierenden Sozialisten als Präsidentschaftskandidat gegen Macron antreten, scheiterte aber in der Vorwahl gegen den Parteilinken Benoit Hamon.

Hamon seinerseits kündigte für den 1. Juli die Gründung einer “breiten überparteilichen” Bewegung an. Ziel sei es, die Linke neu aufzustellen, sagte er dem Sender France Inter. Die Sozialistische Partei wolle er aber nicht verlassen. Hamon war in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl mit nur gut sechs Prozent der Stimmen ausgeschieden – dem schlechtesten Ergebnis für die Sozialisten seit Jahrzehnten.

Von: APA/ag.