Sie haben nur noch ihr Leben

Humanitäre Helfer schlagen wegen Not in Afrin Alarm

Freitag, 16. März 2018 | 14:31 Uhr

In der nordsyrischen Region Afrin sind nach Angaben des UNO-Menschenrechtsbüros hunderttausende Menschen in Gefahr. “Wir sind tief besorgt über das hohe Risiko für die praktisch eingekesselten Zivilisten, getötet, verletzt, belagert, vertrieben oder als Geiseln zum Schutz gegen Angriffe genommen zu werden”, sagte Sprecherin Ravina Shamdasani am Freitag in Genf.

Nach Informationen des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF sind in der Region mehrere Dutzend Kinder umgekommen. Viele Familien flüchteten in die Stadt Afrin, dort gebe es aber kaum noch Wasser.

Bei neuerlichen Angriffen der Türkei auf Afrin wurden am Freitag offenbar mindestens 22 Zivilisten getötet. Die Artillerie- und Luftangriffe hätten eine Wohngegend in der Stadt getroffen, sagte ein Sprecher der kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Freitag.

Die jüngsten Angriffe haben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zu einer Massenflucht aus Afrin geführt. Seit Mittwoch seien demnach rund 35.000 Zivilisten aus Afrin und den Außenbezirken in die weiter entfernt liegenden Orte Nubul und Zahra geflohen.

Seit 20. Jänner geht die Türkei gegen die kurdischen Volksschutzeinheiten YPG in Syrien vor. Sie sieht die Gruppe als mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden.

Das türkische Militär rief die kurdischen Kämpfer in Afrin inzwischen auf Flugblättern zur Aufgabe auf. “Die türkischen Streitkräfte sind in Afrin, um Frieden, Ruhe und Sicherheit zu bringen”, heißt es nach Militärangaben vom Freitag in arabischer und kurdischer Sprache auf den Flugblättern. “Vertraut der Hand, die wir Euch entgegenstrecken. Vertraut der Justiz der Türkei! Vertraut den türkischen Streitkräften! Kommt und gebt auf! Eine Zukunft voller Ruhe und Frieden erwartet Euch in Afrin.”

Von: APA/dpa