Die Migranten hoffen auf politisches Asyl in den USA

“Humanitärer Notstand” in Migrantenlager in Tijuana

Samstag, 24. November 2018 | 22:17 Uhr

In der mexikanischen Grenzstadt Tijuana wurde wegen Tausender dort eingetroffener Migranten ein “humanitärer Notstand” ausgerufen. Bürgermeister Juan Manuel Gastelum erklärte die Maßnahme damit, dass die Beherbergung von über 4700 Migranten für die Stadtregierung nicht tragbar sei. Die Migranten stammen großteils aus Honduras, El Salvador und Guatemala und hoffen auf politisches Asyl in den USA.

Gastelum forderte am Freitag (Ortszeit) die Unterstützung der mexikanischen Regierung und der Vereinten Nationen. “Ich werde nicht das Geld der Einwohner von Tijuana hierfür ausgeben”, sagte Gastelum. Die Verpflegung der Migranten koste täglich 550.000 Peso (23.773,30 Euro). Über 700 Beamte wurden nach Angaben der Stadtregierung mit der Betreuung beauftragt.

Eine Gruppe der Migranten widersetzte sich am Freitagabend der Polizei, die einen von ihnen wegen Marihuana-Konsums festnehmen wollte. Der Zwischenfall fand vor dem Stadion statt. Ein junger Mann wurde festgenommen, weil er einen Polizisten mit einem Steinwurf verletzt hatte. Seit der Ankunft der Migranten in Tijuana sind 109 mittelamerikanische Migranten festgenommen worden, zumeist wegen leichterer Vergehen. 71 von ihnen wurden bereits in ihre Heimatländer zurückgebracht, wie die Zeitung “Excelsior” berichtete.

Weitere Tausende Mittelamerikaner sind in die nordmexikanische Grenzstadt unterwegs – auf der Flucht vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern. Es wird geschätzt, dass insgesamt rund 10.000 Menschen nach Tijuana wollen. US-Präsident Donald Trump drohte wiederholt mit einer Schließung der Grenze zu Mexiko, sollte das lateinamerikanische Land die Lage nicht unter Kontrolle halten können.

Unterdessen hat sich die US-Regierung mit der künftigen mexikanischen Regierung einem Medienbericht zufolge auf eine Asylregelung geeinigt. Wie die “Washington Post” am Samstag berichtete, sollen Asylsuchende während der Prüfung ihres Antrags durch US-Gerichte in Mexiko bleiben. Mexikos kommende Innenministerin Olga Sanchez Cordero sprach von einer “kurzfristigen Lösung”.

Mittel- und langfristig müsse darauf hingewirkt werden, dass die Menschen nicht aus ihrer Heimat flöhen, sagte Sanchez. Der Deal wurde demnach vergangene Woche bei einem Treffen zwischen Mexikos designiertem Außenminister Marcelo Ebrard und US-Vertretern, darunter Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen und Außenminister Mike Pompeo, ausgearbeitet.

Nach den Worten von Mitarbeitern aus dem US-Heimatschutzministerium, die sich gegenüber der “Washington Post” äußerten, sollen die neuen Verfahren in den kommenden Tagen und Wochen umgesetzt werden. Die US-Behörden versprächen sich davon insbesondere eine deutliche Beschleunigung der Asyl-Verfahren. Abgelehnte Asyl-Bewerber würden nicht in Mexiko bleiben, sondern von den US-Behörden in ihre Herkunftsländer abgeschoben.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz