Die Migranten aus Mittelamerika wollen in den USA Asyl beantragen

Hunderte Migranten aus Mittelamerika in Tijuana angekommen

Donnerstag, 22. November 2018 | 17:55 Uhr

Auf ihrem Weg in Richtung USA sind Hunderte weitere Migranten in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana angekommen, wo sich zunehmend Unmut über die Neuankömmlinge breitmacht. In der größten Herberge für die Geflüchteten, in der Sportanlage “Benito Juarez”, trafen im Laufe des Mittwochs rund 1.300 Menschen ein.

Insgesamt waren dort rund 4.400 Menschen untergebracht, wie Behörden mitteilten. Die neu angekommenen Migranten waren am Dienstag zu Fuß in der rund 180 Kilometer entfernten Stadt Mexicali nach Tijuana aufgebrochen. Sie sind Teil der sogenannten Migranten-Karawane, die vor mehr als einem Monat in Honduras losgezogen war.

US-Präsident Donald Trump drohte am Donnerstag erneut mit einer Schließung der Grenze zu Mexiko. Sollte die Situation an der Grenze außer Kontrolle geraten, werde er die Grenze für eine gewisse Zeit komplett schließen, so Trump.

US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte am Mittwoch, Zoll und Grenzschutz könnten Soldaten zur Verstärkung anfordern, sollten Flüchtlinge gewaltsam einen Grenzübertritt versuchen. Die Soldaten seien dann aber nicht bewaffnet. Sie sollen bei Zwischenfällen mit Migranten nur Schlagstöcke einsetzen dürfen. “Es werden vermutlich Angehörige der Militärpolizei sein, die mit Schutzschilden und Schlagstöcken ausgestattet sind”, sagte Mattis. “Keine Schusswaffen.”

Knapp 5.800 Soldaten stehen an der Grenze zu Mexiko. Trump hatte zwischenzeitlich gesagt, die Soldaten könnten auf Flüchtlinge schießen, sollten diese Steine werfen. Mattis zufolge sind derzeit genau 5.764 US-Soldaten an der Grenze zu Mexiko eingesetzt. Die Kosten des Einsatzes werden derzeit auf 72 Millionen Dollar geschätzt. Der Verteidigungsminister sagte aber, die Zahl werde voraussichtlich noch steigen.

Die Migranten aus Mittelamerika warten in Tijuana darauf, Asyl für die USA beantragen zu können. Viele weitere Menschen sind auf dem Weg in den Norden Mexikos. Behörden gingen davon aus, dass in Tijuana insgesamt rund 10.000 Menschen ankommen werden. Sie fliehen vor der Gewalt und Armut in ihren Heimatländern. Doch nicht alle Mexikaner haben dafür Verständnis: Denn im Norden des Landes bleiben viele der Menschen auf ihrer Suche nach Asyl in den USA hängen – und das oft monatelang, ohne Job, ohne eigene Unterkunft, angewiesen auf die Hilfe des Staates.

Von: APA/dpa

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