Trump spaltet die Gesellschaft

Hunderte protestierten in New York gegen Trump

Dienstag, 15. August 2017 | 15:44 Uhr

Hunderte Menschen haben vor dem Trump Tower in New York gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump protestiert. Anlass war die erste Übernachtung Trumps in seiner Heimatstadt seit seinem Umzug nach Washington und seinem Amtsantritt im Jänner. Mindestens zwei Menschen wurden bei den weitgehend friedlichen Protesten festgenommen. Auch eine kleine Gruppe von Trump-Unterstützern tauchte auf.

“New York hasst dich”, riefen einige. “No Trump, no KKK, no fascist USA!” (Kein Trump, kein Ku Klux Klan, keine faschistischen USA) skandierten andere Demonstranten Medienberichten zufolge. Trump hatte sich von den rassistischen Ausschreitungen in der Stadt Charlottesville mit einer Toten erst nach langem Zögern deutlich distanziert. “Das Weiße Haus ist kein Ort für weiße Vorherrschaft”, stand auf einem Plakat, andere forderten ein Amtsenthebungsverfahren.

Künstler Jeffrey Beebe stellte eine aufblasbare Ratte als Zeichen des Protests auf. Die viereinhalb Meter hohe Figur mit blonder Tolle, dunklem Anzug und roter Krawatte ist als Karikatur Trumps gedacht und tauchte zwei Straßenblocks vom Trump Tower entfernt auf. Die Ratte sei ein Zeichen für “Widerstand und Spott”, schrieb Beebe.

Den Präsidenten schienen die Proteste wenig zu kümmern. “Es fühlt sich gut an, nach sieben Monaten wieder zu Hause zu sein”, schrieb er in der Nacht zum Dienstag auf Twitter. Das Weiße Haus sei aber “sehr besonders” und letztlich seien die USA sein “wahres Zuhause”. Am Dienstag war in New York ein Termin zum Thema Infrastruktur geplant.

Den Präsidenten schienen die Proteste wenig zu kümmern. “Es fühlt sich gut an, nach sieben Monaten wieder zu Hause zu sein”, schrieb er in der Nacht zum Dienstag auf Twitter. Das Weiße Haus sei aber “sehr besonders” und letztlich seien die USA sein “wahres Zuhause”. Am Dienstag war in New York ein Termin zum Thema Infrastruktur geplant.

Bei einer Aktion gegen weiße Rassisten hatten Demonstranten im US-Staat North Carolina am Montag ein Denkmal für Soldaten der ehemaligen Südstaaten Amerikas. Auf Fernsehbildern des US-Senders WNCN war zu sehen, wie eine Demonstrantin in Durham eine Schlinge um den Hals der Figur legte. Daraufhin begannen andere Teilnehmer, an der Schlinge zu ziehen und die Statue zu stürzen. Menschen traten auf das gefallene Symbol ein.

Nach langem Zögern hat US-Präsident Donald Trump die rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville verurteilt, doch die Proteste in den USA gehen weiter. Bei einer Aktion gegen weiße Rassisten stürzten Demonstranten im US-Staat North Carolina am Montag ein Denkmal für Soldaten der ehemaligen Südstaaten Amerikas.

Sein Zögern kostete Trump indes auch Rückhalt aus der Wirtschaft. In der Nacht auf Dienstag quittierten zwei weitere Konzernchefs ihren Dienst in einem Beratergremium Trumps – aus Protest gegen dessen Reaktion auf Charlottesville. Nach dem Rücktritt des Merck & Co-Chefs Kenneth Frazier am Montag folgten jetzt die Unternehmenslenker von Intel und Under Armour, Brian Krzanich und Kevin Plank.

Intel-Chef Krzanich schrieb im Firmen-Blog, dass er mit dem Schritt den Blick auf den “ernsthaften Schaden”, den das politische Klima anrichte, lenken wolle. “Ich trete zurück, weil ich Fortschritte machen möchte, während viele Leute in Washington mehr damit beschäftigt zu sein scheinen, jeden zu attackieren, der nicht mit ihnen übereinstimmt.” Plank teilte auf Twitter mit, dass er “sein Land und seine Firma liebe” und sich nun ganz auf “die inspirierende und vereinende Kraft des Sports” konzentrieren wolle.

Der Afroamerikaner Frazier hatte seinen Rückzug via Twitter begründet: “Ich fühle mich verantwortlich, Stellung gegen Intoleranz und Extremismus zu beziehen.” Trump attackierte den Merck-Chef und das Unternehmen auf Twitter scharf. Der Pharma-Manager habe nun mehr Zeit, die Wucherpreise für Medikamente zu senken.

Von: APA/dpa