Gefechte in mehreren Provinzen Afghanistans

Hunderte Taliban von afghanischer Armee getötet

Samstag, 03. Juli 2021 | 14:54 Uhr

Parallel zum rasch fortschreitenden Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan toben heftige Kämpfe in Afghanistan. Wie das afghanische Verteidigungsministerium am Samstag mitteilte, wurden dabei binnen 24 Stunden mehr als 300 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban getötet. Die Taliban bestritten dies allerdings. Am Freitag hatte die US-Regierung bekanntgegeben, dass die USA und ihre Verbündeten inzwischen alle Truppen aus dem Haupt-Militärstützpunkt Bagram abgezogen hätten.

Zahlreiche Taliban-Kämpfer wurden den Angaben zufolge bei Luftangriffen getötet, unter anderem bei einem Angriff am Samstagmorgen in der südlichen Provinz Helmand, wo sich Aufständische und Regierungstruppen regelmäßig bekämpfen.

Der US-Truppenabzug soll bis Ende August komplett abgeschlossen sein. Beobachter hatten befürchtet, dass die afghanischen Streitkräfte ohne die Luftunterstützung der USA in ihrem Kampf gegen die Taliban entscheidend geschwächt werden könnten. “In den vergangenen Tagen hat die afghanische Luftwaffe ihre Luftangriffe gegen die Verstecke der Taliban intensiviert, und die Aufständischen haben Verluste erlitten”, sagte Attaullah Afghan, ein Mitglied des Provinzrats von Helmand, der Nachrichtenagentur AFP. Die Taliban wiesen die Angaben der Regierung zurück. Die Opferzahlen lassen sich von unabhängiger Seite nur schwer überprüfen; beide Seiten geben häufig zu hohe Zahlen an.

Die Gewalt in Afghanistan hat in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Die Friedensgespräche zwischen den radikalislamischen Taliban und der afghanischen Regierung kommen nicht voran. Beobachter warnen, dass sich die Sicherheitslage in dem Land nach dem vollständigen Abzug der NATO-Truppen noch verschlechtern könnte.

Zuletzt war den Taliban in mehreren Offensiven die Eroberung dutzender Bezirke gelungen, sie haben beinahe alle größeren Städte des Landes eingekreist. Am Samstag nahmen sie nach eigenen Angaben sieben weitere Bezirke in der nordöstlichen Provinz Badakhshan ein.

Der oberste US-Diplomat in Kabul, Ross Wilson, warf den Taliban vor, die Afghanen in Onlinenetzwerken mit “gewalttätiger Propaganda und Hassreden” einzuschüchtern und zu bedrohen. “Gewalt und Terror können keinen Frieden schaffen”, schrieb Wilson im Online-Dienst Twitter.

Die USA wollen ihren Truppenabzug aus Afghanistan bis Ende August abschließen, wie das Weiße Haus am Freitag mitteilte. Biden hatte ursprünglich angekündigt, bis spätestens zum 11. September – dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA 2001 – alle US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Zuletzt gab es aber Spekulationen, der Einsatz könnte deutlich schneller beendet sein. Genannt wurde gar der 4. Juli, der Unabhängigkeitstag der USA. Auf die Frage, ob der Truppenabzug schon in den kommenden Tagen abgeschlossen werde, antwortete US-Präsident Joe Biden am Freitag aber mit “nein”. Seine Sprecherin Jen Psaki sagte später: “Wir erwarten, dass (der Abzug) bis Ende August abgeschlossen wird.”

Vom Haupt-Militärstützpunkt Bagram haben die USA und ihre NATO-Verbündeten ihre Soldaten inzwischen vollständig abgezogen. Die strategisch wichtige Luftwaffenbasis war der Dreh- und Angelpunkt für den US-Einsatz in Afghanistan. Zeitweise waren dort bis zu 30.000 Soldaten stationiert.

Der Truppenabzug aus Bagram verstärkte die Befürchtungen, dass das Land wie bereits nach dem Rückzug der sowjetischen Truppen in den 90er Jahren erneut in einen Bürgerkrieg abrutschen könnte. “Ich sehe, dass sich die Geschichte wiederholt. Die Amerikaner machen das Gleiche, was die Russen gemacht haben. Sie gehen, ohne den Krieg zu beenden”, sagte Davood Hotak, ein Einwohner von Kabul. Biden versuchte am Freitag, die Sorgen zu zerstreuen. Das US-Militär werde eine zusätzliche “Kapazität” vorhalten, um der afghanischen Regierung bei Bedarf beistehen zu können. Medienberichten zufolge wird das Pentagon etwa 600 US-Soldaten in Afghanistan behalten, um das US-Botschaftsgelände in Kabul abzusichern.

Von: APA/AFP

Kommentare

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5 Kommentare auf "Hunderte Taliban von afghanischer Armee getötet"


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Rabe
Rabe
Tratscher
28 Tage 9 h

net zwoa touge her hobnse di Deutschen Soldaten mit Auszeichnung heimgeholt

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
27 Tage 16 h

@rabe
und was hat ihr Beitrag mit dem Thema zu tun?

Peerion
Peerion
Tratscher
27 Tage 15 h

Die Afghanen haben den Islam gewählt Die Afghanen haben Zeit genug gehabt sich gegen die Taliban zu erheben. Aber die meisten hassen den “Westen” mehr als die Taliban.
Das Problem ist doch allein die eingesetzte Regierung. Mehr Frauenrechte, westliche Werte usw. Alles gegen Islam und wofür dieser steht.
Wann endlich schickt Europa die ganzen afghanischen und anderen Islamfanatiker wieder nach Hause?
Die gut integrieren Afghanen, die Arbeiten gehen statt fünf mal in der Woche in die Moschee, können weiterhin in Europa bleiben.

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
27 Tage 11 h

Peerion, ja Integration hat auch mit arbeiten zu tun. Wer arbeitet hat die selben Rechte wie wir. Darum brauchst du diejenigen welche nichts tun auch nicht in Schutz zu nehmen!

ohma
ohma
Tratscher
28 Tage 7 Min
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