Irakische Soldaten in der zerstörten Altstadt von Mosul

Hunderte Zivilisten bei schweren Kämpfen in Mosul getötet

Sonntag, 25. Juni 2017 | 13:54 Uhr

Die Erstürmung der letzten verbliebenen Teile der irakischen IS-Hochburg Mosul fordert nach Schätzungen der Vereinten Nationen das Leben Hunderter Zivilisten. Es gebe Berichte, wonach Tausende bis Zehntausende Einwohner als lebende Schutzschilde missbraucht würden, sagte die UNO-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, am Samstag.

Hunderte Unbeteiligte, darunter Kinder, seien erschossen worden. Auch am Sonntag gingen die heftigen Kämpfe um das Zentrum der Stadt weiter.

Irakische Truppen hatten vor einer Woche mit der Offensive auf die dicht besiedelte Altstadt Mosuls begonnen. Das Zentrum ist das letzte Gebiet der Stadt noch unter der Herrschaft der Terrormiliz IS. Grande zufolge sind noch immer 100.000 bis 150.000 Zivilisten in dem umkämpften Viertel gefangen.

Eine von den USA geführte internationale Koalition gegen den IS unterstützt die irakische Armee aus der Luft. Am Samstag führte sie eigenen Angaben zufolge drei Luftangriffe auf IS-Stellungen in Mosul durch.

Irakische Truppen hatten vergangenen Herbst mit der Offensive auf die wichtigste Stadt im Irak unter Kontrolle des IS begonnen. Während der heftigen Kämpfe wurden Tausende Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben. Unter IS-Kontrolle geblieben ist nur noch ein kleines Gebiet im Zentrum der Stadt. Ministerpräsident Haider al-Abadi erwartet die vollständige Befreiung der Stadt binnen weniger Tage. Der IS steht militärisch im Irak wie auch in Syrien mit dem Rücken zur Wand.

Die französische Kriegsreporterin Veronique Robert starb an Verletzungen, die sie bei einer Minenexplosion in Mosul erlitten hatte. Das teilte die französische Fernsehgesellschaft France Televisions am Samstag mit. Bei der Explosion am Montag war auch Roberts kurdischer Kollege Bakhtiar Haddad umgekommen; der französische Fotoreporter Stephen Villeneuve erlag später in einem US-Hospital seinen Verletzungen.

Von: APA/dpa

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5 Kommentare auf "Hunderte Zivilisten bei schweren Kämpfen in Mosul getötet"


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enkedu
enkedu
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

super gemacht… aus einem staat haben die befreier ein trümmerfeld ohne zukunft gemacht.

was werden die kinder sich dort unter westlichen werten vorstellen? wir sollten uns nicht mehr einmischen.

Karl
Karl
Tratscher
1 Monat 2 Tage
Europa sah nach dem Krieg schlimmer aus  und war ein paar  Jahre danach wieder eine wirtschaftliche Großmacht. Es liegt nun an den  Irakern und Syrern selber  aus ihrem Land etwas zu machen und man wird ihnen sicher dabei helfen, wenn sie sich helfen lassen. Nicht mit Geld in die Hand sondern Infrastruktur. Aber nur mit “Allahu Akbar” vom Minarett  zu schreien oder nach Europa abzuhauen wird  es sicher nichts werden.  Die Demokratie  dort mit Gewalt einzubauen wäre ein grober Fehler den der Westen  bereits ein paar mal gemacht hat.  Das müssen diese Völker selber  erledigen, wenn sie diese wirklich wollen. Der Knackpunkt wird aber sein ob sie… Weiterlesen »
zombie1969
zombie1969
Superredner
1 Monat 2 Tage
Man kann nur hoffen, dass nach den Kriegseinsätzen auch die gleichen Anstrengungen der internationalen Allianz gemacht werden, um dem Land wieder wirtschaftlich auf die Beine zu helfen. Das betrifft Aufbau einer Infrastruktur, ein funktionierendes Staatswesen, Wohnungen, Gesundheitswesen, Arbeit usw. Wenn das nicht geschieht, hat man die vielfache Anzahl an Flüchtlingen hier in Europa. Darüber muss sich die  internationale Allianz Sorgen machen, Konzepte aufbauen und umgehend handeln. System-Change ist nicht mit dem Sturz eines Diktators beendet, auch nicht die Zerschlagung des Daesh (IS). Erst jetzt beginnt die wirkliche Arbeit um den Menschen vor Ort zu beweisen, warum es richtig und wichtig… Weiterlesen »
enkedu
enkedu
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Loss des Sendungsbewusstsein. Mir mochen mehr Schoden als Nutzen.

Sie sollten ihre Rahmenbedingungen laut ihren Vorstellungen machen. Wir helfen nur, wenn und was gewünscht ist.

zombie1969
zombie1969
Superredner
1 Monat 19 h

Syrien und Irak kurz: Der Staatszerfall ist die einzige Lösung. Ein Kurdenstaat, ein Staat für Sunniten, ein Staat für Schiiten. Nach diesen Blutbädern hat Multikulti dort nicht die geringste Chance.

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