Volksrepublik Donezk hält mehrere Ausländer gefangen

In Donezk von Separatisten festgenommener Brite gestorben

Freitag, 15. Juli 2022 | 17:12 Uhr

Der in der Ukraine von russischen oder prorussischen Einheiten im April gefangen genommene Brite Paul Urey ist in der Haft gestorben. Urey, der nach Angaben seiner Familie als humanitärer Helfer in der Ukraine unterwegs war, sei am 10. Juli gestorben, teilte eine Vertreterin der prorussischen Separatisten am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Die britische Regierung reagierte “alarmiert” auf die Nachricht vom Tod des Landsmannes.

Die Ombudsfrau der selbst ernannten “Volksrepublik” Donezk, Daria Morosowa, erklärte, Urey sei kein humanitärer Helfer, sondern ein Söldner gewesen. Er habe sich an Kampfhandlungen in der Ukraine beteiligt und vor seiner Festnahme im April in der Region Donezk auch Söldner rekrutiert und ausgebildet.

Morosowa sagte weiter, der Brite habe an mehreren chronischen Krankheiten gelitten und psychische Probleme gehabt. Trotz “der Schwere der Verbrechen”, die ihm vorgeworfen worden seien, habe Urey in der Haft eine “angemessene medizinische Versorgung” erhalten. Dennoch sei er angesichts “seiner Diagnose und des Stresses” gestorben.

Nach Angaben seiner Mutter war ihr Sohn für einen Hilfseinsatz in der Ukraine unterwegs. Auch sagte sie, dass er Diabetiker sei und Insulin-Gaben benötige.

Die Hilfsorganisation Presidium Network mit Sitz in Großbritannien hatte am 29. April mitgeteilt, dass zwei ihr bekannte humanitäre Helfer, Paul Urey und Dylan Healy, im Süden der Ukraine von der russischen Armee gefangen genommen worden seien. Sie hätten dort versucht, eine Frau und ihre beiden Kinder in Sicherheit zu bringen.

Ein Sprecher der britischen Regierung sagte in London, die Berichte über den Tod von Paul Urey seien “alarmierend”. “Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden.” Der russische Botschafter in London, Andrej Kelin, wurde ins britische Außenamt zitiert. Sie sei schockiert, sagte die britische Außenministerin Liz Truss in London. “Russland muss die volle Verantwortung dafür tragen. Die russische Regierung und ihre Stellvertreter begehen weiterhin Gräueltaten.”

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben seit Beginn des russischen Militäroffensive mehrere Ausländer festgenommen, denen sie vorwerfen, als Söldner für die Ukraine gekämpft zu haben. Der Oberste Gerichtshof der selbsternannten “Volksrepublik Donezk” hatte die Briten Aiden Aslin und Shaun Pinner sowie den Marokkaner Saaudun Brahim Anfang Juni zum Tode verurteilt. Großbritannien legte dagegen scharfen Protest ein.

Von: APA/AFP/dpa

Kommentare

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14 Kommentare auf "In Donezk von Separatisten festgenommener Brite gestorben"


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Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 2 Tage
Die Mitteilung der Separatisten ist meiner Meinung nach wie eigentlich fast immer eine klare Lüge: für mich ist es sehr unglaubwürdig, dass ein derart schwer an Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen Freiwilliger sich zu einem anspruchsvollen Militäreinsatz an die Front meldet. Kann mit bei bestem Willen nicht vorstellen, dass er regelmäßig dort seinen Zuckerspiegel misst, regelmäßig die Mahlzeiten und eine angemessene Diät einnimmt und mit chronischen Herzproblemen die Strapazen durchmachen kann/will. Die verschaukeln wieder mal die Welt als blöd, ähnlich wie Putin angeblich nie etwas mit den Giftmorden und mit der radioaktiven Verseuchung oder Erschließung vor der Kremlmauer von Oppositionellen zu tun… Weiterlesen »
TirolerSued
TirolerSued
Tratscher
1 Monat 2 Tage

…. warum nicht? Idioten/Kamikazetypen gibt es immer

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 2 Tage

@TirolerSued Stimmt! Und: war der nicht auch einäugig? Hatte ein Holzbein und die Batterien seiner Hörgeräte waren auch leer? (Ganz zu Schweigen von dem Papagei auf der linken Schulter – die rechte war steif). Meine Güte, was haben sie für einen armseligen Beitrag verfasst. Sie grinsen mit einem gewissen Hohn auf den (unglücklich) verstorbenen Menschen, der sich für die Freiheit anderer Menschen eingesetzt hat. Sie dagegen setzen sich mit solchen Beiträgen für die Mörderbande ein. Ihr Versuch Verbrecher aufzuwerten ist kläglich gescheitert.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Sollte es wirklich ein Söldner mit oder ohne Vorerkrankungen gewesen sein, ist mir das völlig Wurscht.

Söldner sind für mich als überzeugten Pazifisten keine Menschen, sondern Mörder im Dienste der Mächtigen unserer Zeit.

Nur mal soviel zum Demokratie Verständnis der verschiedenen amerikanischen Regierung(en)!

https://www.ilfattoquotidiano.it/2022/07/14/usa-bolton-abbiamo-aiutato-a-fare-colpi-di-stato-dallafghanistan-alliraq-lingerenza-americana-nelle-crisi-internazionali/6661188/

Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 1 Tag

@IschJowurscht: es nützt gar nichts, ständig auf amerikanisches Fehlverhalten (vor allem der Trump-Regierung) hinzuweisen, wenn wir vom Ukrainekrieg reden. Das ist nichts Anderes als Ablenkung vom eigentlichen Thema und der Versuch einer Relativierung/Entschuldigung. Darüber können wir gerne bei entsprechenden Themen zu den USA diskutieren. Abgesehen davon, ist mir das amerikanische Demokratieverständnis (was in vielerlei Hinsicht nicht meines ist, weil z.B. schon die Verfassung viel zu alt ist und anzupassen wäre) eindeutig lieber als das russische, um auf das Thema zurückzukommen!

Kinig
1 Monat 1 Tag

Seine MUTTER !!! sagte, dass er Diabetiker sei und regelmäßig Insulin benötigte. Wenn das den Tatsachen entspricht, hat er sich, ob als Helfer oder Söldner, wegen der Versorgung mit lebenswichtiger Medizin, selber in eine schwierige Lage gebracht.

Superredner
1 Monat 1 Tag

@Selbstbewertung “vor allem der Trump-Regierung”? 🤦🏼‍♀️

Der erste Präsident seit langem, der keinen neuen Krieg angezettelt und Truppen aus den besetzten Ländern abgezogen hat ☝🏻

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Es fragt sich halt woran er wirklich gestorben ist?
An der Folter?
Am schlechten Essen?
An der mangelhaften Hygiene?
Vermutlich an allem zusammen.

Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 1 Tag

Wenn der Leichnam nicht übersteigt wird, ergibt sich die Anzwort auf die Frage nach den Todesursachen ganz von selbst.

Selbstbewertung
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Superredner
1 Monat 1 Tag

überstellt (nicht übersteigt)….sorry

Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Selbsbewertung weiss wieder alles ganz genau. Als ob die Donetzker jetzt keine anderen Prioritäten hätten als eine Leich rumzuschicken. ROFL
Wenn die Sache immer weiter eskaliert überstellen die Russen bald etwas ganz anderes nach London…

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag

@botchan Das Interessante ist, dass sie genau die Bestätigung für das abgeliefert haben, was sie anzweifeln. Dumm gelaufen, sehr dumm gelaufen …Pech, sie sind auf der Seite der Kriegsverbrecher und glauben allen Ernstes, dass in Ländern, in denen das eigenständige Denken erlaubt ist – im Gegensatz zu ihrem (Atombomben-) Wunderland Russland – die Leser ihrer Propaganda-Abteilungs-Beiträge nicht die eigentliche Absicht verstehen würden. Aber: das ist eben der Unterschied zwischen russischer Diktatur und westlicher demokratischer Freiheit. Wir dürfen frei denken und reden, schreiben, …

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 1 Tag

Soll wohl eher heißen “ist gestorben worden”

Philingus
Philingus
Superredner
1 Monat 1 Tag

Passt! Leider mit dem Hintergrund, dass ein Mensch im Einsatz gegen eine Diktatur gestorben ist. Eine Diktatur, die ihren Sitz in Putin’s Russland hat. Und lauter weiter mordet, zerstört und vernichtet. Von Plünderungen muss man gar nicht mehr reden/schreiben, wenn es nur noch um das nackte Überleben geht, welches Putin – analog zu Syrien – auf das Übelste vernichten will.

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