Fujimori hat nach wie vor viele Unterstützer

Inhaftierung von Perus Ex-Präsident Fujimori angeordnet

Donnerstag, 04. Oktober 2018 | 06:29 Uhr

Perus Oberstes Gericht hat die Begnadigung von Ex-Präsident Alberto Fujimori aufgehoben und seine sofortige Verhaftung angeordnet. Der zuständige Richter gab mit seiner Entscheidung am Mittwoch dem Einspruch von Opferfamilien gegen Fujimoris Haftverschonung statt. Er ordnete an, den 80-Jährigen zurück ins Gefängnis zu bringen. Dieser wurde aber nach dem Richterspruch in eine Klinik eingeliefert.

Fujimori war 2007 wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Ende vergangenen Jahres begnadigte der damalige peruanische Präsident Pedro Pablo Kuczynski den erkrankten Politiker nach zwölf Jahren Haft aus humanitären Gründen.

Der Schritt löste Empörung bei Opfern, deren Angehörigen und bei Menschenrechtsaktivisten aus. Präsident Kuczynski wurde inzwischen selbst wegen Korruption des Amtes enthoben.

Opferanwalt Carlos Rivera begrüßte den Richterspruch. Fujimoris Begnadigung habe internationale Standards verletzt und deshalb “keinen rechtlichen Wert”, erklärte er. Fujimoris Arzt Alejandro Aguinaga zeigte sich hingegen entsetzt: Die Begnadigung seines Patienten sei ein “verfassungsgemäßer Akt” gewesen, sagte er im Radiosender RPP.

Fujimoris Anwalt legte umgehend Berufung gegen die Entscheidung des Obersten Gerichts ein. Er will zudem erreichen, dass der Ex-Präsident nicht inhaftiert wird, solange die Berufung läuft.

Fujimori selbst wurde einige Stunden nach dem Richterspruch mit einem Krankenwagen in eine Klinik in Lima gefahren. Begleitet wurde er dabei von seinem jüngsten Sohn Kenji.

Der japanischstämmige Fujimori hatte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. Diese Zeit war von Korruption und einem gewaltsamen Kampf gegen Guerrilla-Gruppen geprägt.

Von: APA/Ag.