Deutsche Behörden schnappten drei "Schläfer"

Innenministerium wegen IS-Schläfern in Kontakt mit Berlin

Freitag, 16. September 2016 | 18:00 Uhr

Wegen der zu Wochenbeginn in Schleswig-Holstein zerschlagenen mutmaßlichen IS-“Schläferzelle” ist das österreichische Innenministerium in Kontakt mit den deutschen Behörden. Informationen, wonach die drei mutmaßlichen Terroristen über Österreich nach Deutschland gereist seien, würden noch geprüft, teilte Ministeriumssprecher Alexander Marakovits am Freitag der APA mit.

Die österreichischen Sicherheitsbehörden hätten “genauso ein Interesse herauszufinden, welche Routen benutzt worden sind”, betonte Marakovits. Man könne nicht ausschließen, dass Terroristen über die Flüchtlingsrouten nach Mitteleuropa gekommen seien. Allerdings sei die Situation heute “eine andere als vor einem Jahr”. Die Flüchtlinge würden nämlich “seit vielen Monaten” kontrolliert und registriert, sodass man “sehr genau weiß, wer im Staatsgebiet ist”.

Die drei mutmaßlichen Terroristen sollen über Slowenien und Österreich nach Deutschland gekommen sein. Sie haben sich nach deutschen Polizeierkenntnissen zuerst auf der griechischen Insel Lesbos als Flüchtlinge registriert, ihre syrischen Reisepässe stammten demnach aus der selben Fälscherwerkstatt wie jene der Paris-Attentäter. Zwei mutmaßliche Komplizen der Attentäter wurden im Dezember in einem Salzburger Flüchtlingsheim festgenommen und mittlerweile an Frankreich ausgeliefert.

Laut einem Bericht des “Standard” seien zwei Männer der mutmaßlichen IS-Schläferzelle spätestens im Dezember, der Dritte spätestens im Jänner aus Österreich nach Deutschland gereist. Seit diesen Zeitpunkten seien sie von den deutschen Behörden observiert worden.

Die mutmaßlichen IS-Mitglieder haben monatelang einen hohen Aufwand betrieben, um mit ihrer Kommunikation unentdeckt zu bleiben. So nutzten sie etwa die wegen ihrer Verschlüsselung schwer zu überwachenden Dienste Telegram, Viber und Skype, berichte der “Spiegel” unter Berufung auf erste Ermittlungsergebnisse.

Zudem hätten sie mehrmals die Sim-Karten ihrer Telefone gewechselt. In einem Fall hätten die Männer auch eine temporäre Telefonnummer im Internet gemietet, über die eine Verbindung zu einer “relevanten Person” in der syrischen IS-Hochburg Raqqa zustande gekommen sei. Bis auf das Wort “Hallo” sei aber nichts gesagt worden. Die Männer im Alter von 17, 18 und 26 Jahren waren am Dienstag in Flüchtlingsunterkünften gefasst worden.

Von: apa

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