Blick auf die Skyline von Katars Kapitale Doha

Intensive Bemühungen um Lösung für Krise um Katar

Montag, 03. Juli 2017 | 12:28 Uhr

Vor Ablauf des Ultimatums an Katar laufen intensive Bemühungen um eine Lösung für die diplomatische Krise am Golf. Katars Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani trifft am Montag Kuwaits Emir Scheich Sabah, der in der Krise vermittelt. Er wolle dort die Antwort seines Landes auf einen Forderungskatalog von vier arabischen Staaten überreichen, meldete die katarische Nachrichtenagentur QNA.

US-Präsident Donald Trump telefonierte zudem mit führenden Politikern der Konfliktländer, darunter mit Katars Emir Scheich Tamim und dem saudischen König Salman, wie lokale Nachrichtenagenturen meldeten. Auch Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel befindet sich auf dem Weg zu einem dreitägigen Besuch in der Golf-Region. Er trifft am Montagnachmittag zunächst in der saudische Hafenstadt Jeddah ein.

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Ägypten hatten zuvor ihr Ultimatum an Katar um 48 Stunden verlängert. Sie verlangen von dem Emirat unter anderem, den TV-Kanal Al Jazeera zu schließen und die Beziehungen zum Iran zurückzufahren.

Die Länder hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den gasreichen Wüstenstaat verhängt hatten. Sie werfen Katar die Unterstützung von Terror-Gruppen vor und hatten Doha mit Frist bis Sonntag um Mitternacht eine Liste mit 13 ultimativen Forderungen vorgelegt.

Katar hatte zuvor mitgeteilt, am Montag offiziell auf die ultimative Forderungsliste seiner Gegner reagieren zu wollen. Die offizielle Reaktion des katarischen Emirs Scheich Tamim bin Hamad al-Thani werde am Montag in der Früh dem als Vermittler tätigen Emir von Kuwait, Scheich Sabah al-Ahmed al-Sabah, übermittelt, teilten die Behörden in Doha am Sonntag mit.

Von: APA/ag.

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1 Kommentar auf "Intensive Bemühungen um Lösung für Krise um Katar"


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zombie1969
zombie1969
Superredner
19 Tage 13 h
In Riad hat man von einer Aussenpolitik durch finanzielle Mittelvergabe auf eine Aussenpolitik der militärischen Stärke umgestellt. Deswegen hat man sich den Querschnitt moderner westlicher Waffentechnologie gekauft. Die politische Strategie erinnert an das römische Motto “Divide et impera!” Erst verbündet man sich mit den anderen kleineren Emiraten der arabischen Halbinsel, um Katar gefügig zu machen. Ist dieses Ziel erreicht, wird wohl der nächste Kandidat aus dem Kreis der heutigen Verbündeten aufs Korn genommen. Eine arabische Variante der Domino-Theorie aus dem kalten Krieg der 1970er. Vielleicht war es aber ein strategischer Fehler zuerst Katar ins Visier zu nehmen, das einen grossen… Weiterlesen »
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