Eine Verletzung des Wiener Abkommens leitete Amano daraus nicht ab

Iran erhöht laut IAEA Produktion von angereichertem Uran

Montag, 10. Juni 2019 | 20:24 Uhr

Der Iran hat seit der Ankündigung eines Teilausstiegs aus dem Atomabkommen die Produktion von angereichertem Uran wie angekündigt erhöht. “Das Tempo der Produktion steigt”, bestätigte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, am Montag am Rande der regulären IAEA-Gouverneurstagung in Wien.

Eine Verletzung des Wiener Abkommens von 2015 leitete er daraus aber nicht ab. Wann die Menge angereicherten Urans die Höchstgrenzen des Vertrags überschreite, sei schwer zu sagen, weil die Produktion nicht immer gleich hoch sei.

Der Iran hatte am 20. Mai mitgeteilt, die Uranproduktion in der Atomanlage Natanz im Zentraliran sei um das Vierfache erhöht worden. Laut dem jüngsten IAEA-Bericht über die iranischen Aktivitäten hatte Teheran sich bis dahin an alle Vorgaben gehalten. Dies galt für die Grenzwerte für den Reinheitsgrad ebenso wie für die gelagerten Mengen angereicherten Urans und für Schwerwasser. Der Bericht bezog sich auf den Zeitraum bis zum 20. Mai.

Das Atomabkommen ist nach Einschätzung des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani trotz der derzeitigen Krise immer noch zu retten. “Wir glauben immer noch an die Rettung der Vereinbarung, und dabei können Deutschland und die EU eine entscheidende und positive Rolle spielen”, sagte Rouhani bei einem Treffen mit Deutschlands Außenminister Heiko Maas in Teheran. Besonders die Europäer müssten sich gegen die US-Sanktionen und den “Wirtschaftsterrorismus” der USA wehren und ihre Verpflichtungen im Atomdeal erfüllen, so der Präsident.

Maas hatte bei seinem Besuch in Teheran versucht, das Atomabkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe trotz der einseitigen Aufkündigung durch die USA vor einem Jahr zu retten. Konkrete Fortschritte konnte er jedoch angesichts wieder massiver amerikanischer Sanktionen gegen den Iran nicht erreichen. Vor einem Monat hatte auch der Iran das Abkommen infrage gestellt und den anderen Vertragspartnern eine Frist bis zum 7. Juli gesetzt, um die wirtschaftlichen Verpflichtungen zu erfüllen.

Das Abkommen von 2015 soll den Bau einer iranischen Atombombe verhindern. Es sah im Gegenzug für die Einschränkung und Überwachung der iranischen Nuklearaktivitäten eine Rücknahme von Sanktionen vor. Die USA waren im vergangenen Jahr aus dem Abkommen ausgestiegen. Teheran hat das Abkommen nun ebenfalls infrage gestellt.

Von: APA/dpa/ag.

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