Ruhollah Zam betrieb Online-Protest-Plattform

Iranischer Dissident hingerichtet

Samstag, 12. Dezember 2020 | 07:21 Uhr

Im Iran ist am Samstag einem Medienbericht zufolge der bekannte regierungskritische Journalist Ruhollah Zam (42) hingerichtet worden. Der frühere Betreiber einer Online-Protest-Plattform war zum Tode verurteilt worden, weil er 2017 zu regierungsfeindlichen Unruhen aufgerufen haben soll, meldete die halbamtliche Nachrichtenagentur Nur. Zam war jahrelang im Exil. 2019 erklärten die Revolutionsgarden, sie hätten den Regierungskritiker gefasst.

In welchem Land dies geschehen ist, ließ die Elite-Einheit offen. Am Dienstag hatte das Oberste Gericht des Iran Zams Todesurteil bestätigt. Der Sohn eines reformorientierten schiitischen Geistlichen hatte das Portal “Amadnews” geleitet, das mehr als eine Million Follower hatte.

Zam hatte in Frankreich politisches Asyl erhalten und sich auch in anderen europäischen Ländern aufgehalten. Die iranische Regierung hat wiederholt im Exil lebende Regierungskritiker beschuldigt, Proteste und Unruhen in der Islamischen Republik zu schüren. 2017 hatten sich Demonstrationen an der schwierigen Wirtschaftslage entzündet und landesweit verbreitet. Im Jahr darauf wurde Zams Portal von der Messenger-App “Telegram” eingestellt. Die iranischen Behörden hatten erklärt, es werde dort zur gewaltsamen Protesten aufgerufen. Wenig später erschien der Kanal unter neuem Namen.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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4 Kommentare auf "Iranischer Dissident hingerichtet"


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meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 11 Tage

95% der Bevölkerung Irans sind gegen die Machthaber und können nicht’s machen, traurig !

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Ja. Ein Nickname, wie Meinungsfreiheit, kann da schon lebensgefährlich sein.

Peerion
Peerion
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Wer einem totalitären Regime, wie dem der Mullahs, bei der Erlangung der Möglichkeiten, umzusetzen was diese der Welt und ihren Nachbarn seit 1979 ankündigen, behilflich ist, wer damit die Menschen im Iran und in der Region auf ewig zu den Geiseln einer atomar bewaffneten Theokratie zu machen bereit ist, muss mit dem Widerstand derer rechnen, denen die Drohungen, die Erpressungen, die Gewalt des Regimes jetzt und in Zukunft gelten.
Wer ein Mullahregime mit Atomwaffen nicht verhindert ist verantwortlich für dessen Opfer. Wer die vom Regime mit Krieg und Vernichtung bedrohten zur Zurückhaltung aufruft, ist Komplize.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Die Schilderung ist richtig. Allerdings ist die USA-Kritik an dem Regime scheinheilig, wenn sie den China-Schützling Nordkorea hofiert.
Und “Im Jahr 1953 orchestrierte die CIA zusammen mit dem britischen MI6 einen Putsch gegen den demokratisch gewählten Premier Mohammad Mossadegh, der die Verstaatlichung der von Großbritannien kontrollierten Ölindustrie betrieb. Die rückhaltlose Unterstützung der USA für den zunehmend mit brutaler Unterdrückung herrschenden Schah verstärkte die Ressentiments. ”
https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-iran-beziehungen-geschichte-1.4744402

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