Rouhani verurteilt das Vorgehen der USA scharf

Irans Präsident wirft USA “Wirtschaftsterror” vor

Samstag, 08. Dezember 2018 | 11:03 Uhr

Der iranische Staatschef Hassan Rouhani hat die Sanktionen der USA gegen sein Land als “Wirtschaftsterror” verurteilt. Die von US-Präsident Donald Trump wieder eingesetzten Strafmaßnahmen seien “ungerecht und illegal”, sagte Rouhani am Samstag in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Teheran sei einem “totalen Angriff” Washingtons ausgesetzt.

Der “totale Angriff” Washingtons bedrohe die Unabhängigkeit und Identität des Iran sowie seine Beziehungen mit dem Ausland. “Wirtschaftsterror soll für Panik in der Wirtschaft eines Landes sorgen und Angst in anderen Ländern auslösen, um Investitionen zu verhindern”, sagte Rouhani auf einer Konferenz zu Terrorismus und regionaler Zusammenarbeit, an der auch Parlamentsvorsitzende aus Afghanistan, China, Pakistan, Russland und der Türkei teilnahmen.

Rouhani suchte den Schulterschluss mit den bei der Konferenz vertretenen Staaten. Wenn Washington etwa den chinesischen Handel unter Druck setze, würden alle dadurch “geschädigt”, sagte er. Das Vorgehen Trumps gegen Russland oder die Türkei beeinträchtige den Iran ebenfalls. Wenn die Fähigkeit des Iran eingeschränkt werde, Drogen und Terrorismus zu bekämpfen, drohe westlichen Ländern eine “Flut von Drogen, Asylbewerbern, Bomben und Terrorismus”, warnte Rouhani weiter.

US-Strafmaßnahmen gegen einen einzelnen Staat seien gleichbedeutend mit Strafmaßnahmen gegen alle. “Wenn sie Sanktionen gegen den Iran verhängen, berauben sie jeden von uns der Gewinne des internationalen Handels, der Energiesicherheit und der nachhaltigen Entwicklung”, sagte Rouhani. “Wir sind hier, um zu sagen, dass wir solch eine Anmaßung nicht hinnehmen.”

Irans Außenminister Mohammed Jawad Zarif warf den Vereinigten Staaten laut der staatliche Nachrichtenagentur IRNA vor, übermäßig viele Waffen in den Nahen Osten zu verkaufen und die Region damit in ein Pulverfass zu verwandeln. Einer der größten Käufer von US-Rüstungsgütern in der Region ist Irans Erzrivale Saudi-Arabien.

Trump war im Mai aus dem internationalen Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms von 2015 ausgestiegen und hatte Anfang August und Anfang November neue Finanz- und Handelsbeschränkungen verhängt. Ziel des US-Präsidenten ist es, die iranischen Ölexporte auf Null zu senken. Die anderen Unterzeichnerstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China bemühen sich aber, das Atomabkommen zu retten und den Handel fortzuführen.

Von: APA/ag.

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