Die Hintergründe für die Tat müssen noch geklärt werden

“Islamischer Staat” reklamierte Anschlag in Lüttich für sich

Mittwoch, 30. Mai 2018 | 21:05 Uhr

Die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) hat den Anschlag in Lüttich für sich reklamiert. Der Täter sei ein “Soldat des Islamischen Staats” gewesen, teilte das IS-Propaganda-Sprachrohr AMAQ am Mittwoch mit. Ein 31-jähriger Gefängnis-Freigänger hatte am Dienstag in der Innenstadt von Lüttich zwei Polizistinnen und einen jungen Mann erschossen.

Anschließend hatte er an einer Schule eine Frau als Geisel genommen, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Wenige Stunden vor dem Angriff soll der Mann einen Drogendealer erschlagen haben.

Auf einen terroristischen Hintergrund deutet nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft vor allem die Vorgehensweise: Der Täter hatte die Polizistinnen von hinten mit einem Messer angegriffen, ihnen die Dienstwaffen entrissen und sie damit erschossen. Genau diese Vorgehensweise werde in Propagandavideos des IS empfohlen, erklärte die Ermittlungsbehörde.

Zudem habe der Täter mehrfach “Allah Akbar” (Gott ist groß) gerufen. Nach Justizangaben war der Täter 2012 im Gefängnis zum Islam übergetreten. In den Jahren 2016 und 2017 habe er Kontakte in die Islamistenszene gehabt, danach seien keine solchen Kontakte dokumentiert.

Der Angreifer war den belgischen Behörden seit 2003 als Kleinkrimineller und Drogenabhängiger bekannt. Er wurde mehrmals wegen Gewalttaten und Drogenhandels sowie wegen eines Raubüberfalls zu Haftstrafen verurteilt. Er verbüßte zum Tatzeitpunkt eine Gefängnisstrafe im südbelgischen Marche-en-Famenne und hatte die Haftanstalt Montag früh mit Genehmigung verlassen. Er hätte am Dienstagabend wieder im Gefängnis sein sollen.

In der Nacht vor der Bluttat von Lüttich soll der Täter im südbelgischen On einen Drogendealer mit einem Hammer erschlagen haben. Der Hammer wurde später im Auto des Angreifers von Lüttich gefunden.

Von: APA/dpa/ag.