Israel setzt weiterhin auf Konfrontationskurs

Israel genehmigte Bau von 1.000 Wohnungen im Westjordanland

Mittwoch, 22. August 2018 | 15:17 Uhr

Israel hat nach Informationen von Aktivisten den Bau von mehr als tausend neuen Siedlerwohnungen im besetzten Westjordanland genehmigt. Etwa 370 der Wohnungen sollten in der jüdischen Siedlung Adam errichtet werden, wo ein Palästinenser im vergangenen Monat einen Israeli erstochen und zwei weitere verletzt hatte, teilte die Organisation “Peace Now” am Mittwoch mit.

Nach der Messerattacke hatte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman die Ausweitung der Siedlung in Adam angekündigt: Dies sei “die beste Antwort auf den Terror”.

In den Siedlungen im besetzten Westjordanland und im annektierten Ostteil Jerusalems leben bereits mehr als 600.000 Israelis. Die UNO betrachtet sämtliche Siedlungen als illegal. Die Siedlungsaktivitäten stellen nach Einschätzung der Vereinten Nationen zudem eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einem Frieden zwischen Israel und den Palästinensern dar.

Kritiker werfen der israelischen Regierung vor, den Siedlungsbau seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump noch weiter beschleunigt zu haben. Trump lässt Israel – anders als sein Vorgänger Barack Obama – weitgehend freie Hand in dieser Frage. Im Mai hatte die israelische Regierung angekündigt, in diesem Jahr mindestens 2.500 neue Wohnungen in 30 Siedlungen im besetzten Westjordanland zu bauen.

Von: APA/ag.