Benjamin Netanyahu warnt vor "Antisemitismus der extremen Linken"

Israel urgiert weltweite Zunahme antisemitischer Angriffe

Sonntag, 27. Januar 2019 | 17:19 Uhr

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags hat die israelische Regierung einen weltweiten Anstieg antisemitischer Taten angeprangert. Bei drei Attacken in den USA und Frankreich seien im vergangenen Jahr insgesamt 13 Juden getötet worden, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht des israelischen Diaspora-Ministeriums.

Die Zahl der ermordeten Juden lag demnach so hoch wie seit den Angriffen auf jüdische Gemeinden in Argentinien in den 90er-Jahren nicht mehr. In der US-Stadt Pittsburgh hatte ein Mann bei einem Anschlag auf eine Synagoge elf Menschen erschossen. Die Tat sorgte weit über die Grenzen der USA hinaus für Entsetzen. In Kalifornien tötete ein Neonazi einen jüdischen Studenten. In Paris wurde im März die 85-jährige Holocaust-Überlebende Mireille Knoll von einem Islamisten ermordet.

Auch die Zahl der sonstigen Übergriffe sei deutlich angestiegen. In Großbritannien habe die Zahl judenfeindlicher Taten einen neuen Höchststand erreicht. In Frankreich seien im vergangenen Jahr 69 Prozent mehr antisemitische Vorfälle verzeichnet worden.

Vor diesem Hintergrund müsse Israel “den Millionen Juden in der Diaspora helfen, die immer mehr antisemitischen Verbrechen ausgesetzt sind”, erklärte Diaspora-Minister Naftali Bennett. Insbesondere die Zahl der Angriffe durch Neonazis und weiße Rassisten habe zugenommen. Rund 70 Prozent der Übergriffe seien “anti-israelisch” motiviert gewesen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu warnte vor “Antisemitismus der extremen Linken”. Dieser habe sich jüngst etwa in Großbritannien und Irland als “Antizionismus” getarnt.

Von: APA/ag.

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