Um das Josefsgrab gibt es immer wieder Auseinandersetzungen

Israelische Soldaten töteten zwei Palästinenser

Mittwoch, 20. März 2019 | 10:12 Uhr

Bei Zusammenstößen am Josefsgrab im besetzen Westjordanland haben israelische Soldaten zwei Palästinenser getötet. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums starben die beiden jungen Männer in der Nacht auf Mittwoch an Schussverletzungen.

Nach Angaben der israelischen Armee waren am Dienstagabend Sprengsätze aus einem Fahrzeug geworfen worden, als jüdische Pilger das Grab besuchten. Soldaten hätten daraufhin auf das Fahrzeug geschossen. Israelis wurden offenbar nicht verletzt.

Die Stätte im besetzten Westjordanland wurde in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel von Attacken; das Grab selbst wurde zerstört. Der Ort wird von Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen verehrt. Für die Juden ist er wichtig, weil dort mit Abrahams Urenkel Josef einer ihrer zwölf Stammväter begraben sein soll. Er ist aber auch für Muslime von Bedeutung, weil dort ihrer Ansicht nach ein hoher islamischer Geistlicher bestattet ist.

Während der sogenannten Tunnelunruhen 1996 und nach Beginn der zweiten Intifada im Herbst 2000 forderten Kämpfe zwischen israelischen Soldaten und Palästinensern in unmittelbarer Nähe des Josefsgrabs zahlreiche Todesopfer. Den Osloer Verträgen zufolge sollte das Grabmal als Enklave im palästinensischen Gebiet unter israelischer Verwaltung bleiben. Nach einem palästinensischen Angriff auf israelische Soldaten am Grab im Herbst 2000 gab die israelische Armee das Monument jedoch auf. Fromme Juden pilgern weiterhin zum Grabmal des Erzvaters, um dort zu beten. Einmal im Monat erlaubt die israelische Armee jüdischen Pilgern, das Grab zu besuchen. Dabei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen mit wütenden Palästinensern.

Am Sonntagabend hatten israelische Sicherheitskräfte in einem Dorf in der Nähe von Ramallah einen weiteren Palästinenser getötet. Nach Angaben des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet handelte es sich um einen mutmaßlichen Attentäter. Der Mann habe in der Nähe der Siedlerstadt Ariel einen 19 Jahre alten Soldaten getötet und einen weiteren schwer verletzt. Ein 47 Jahre alter Rabbiner erlag am Montag seinen schweren Verletzungen. Israelische Spezialtruppen hatten seit dem Anschlag intensiv nach dem Täter gesucht.

Ein Haus in einem Dorf nahe Ramallah, in dem der Palästinenser sich versteckt gehalten habe, sei von Truppen umstellt worden, hieß es in der Mitteilung. Er habe das Feuer eröffnet und sei dann bei einem Schusswechsel tödlich verletzt worden.

Von: APA/ag./dpa

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