"Chaos und Unsicherheit für Skigebiete"

Ist die Rodelsaison in Gefahr?

Samstag, 24. September 2022 | 17:09 Uhr

Bozen – Sechs Meter breit müssen Rodelbahnen gemäß dem römischen Dekret Nr. 40/2021 sein. Ausnahmen dazu sind im Dekret nicht vorgesehen. In der SVP und Landesregierung scheint man sich zu diesem Gesetz noch uneinig zu sein. Das schreibt das Team K in einer Aussendung. “Nachdem der Parlamentarier und Rechtsanwalt Meinhard Durnwalder verkündet hatte, diese Bestimmung sei nicht auf bereits bestehende Rodelpisten anwendbar, gibt sich der zuständige Landesrat Schuler hierzu sehr zugeknöpft. ‘Man überprüfe, wie diese Bestimmung umgesetzt werden kann'”, heißt es lapidar in einer Antwort auf eine Anfrage von Landtagsabgeordneten Alex Ploner. Gleichzeitig werde eingeräumt, dass Sicherheitsbestimmungen dieser Art in die Zuständigkeit des Staates fallen.

“Ich mache bereits seit einiger Zeit auf die neuen staatlichen Bestimmungen zu Rodelbahnen aufmerksam und weise auf die zum Teil recht eigenwilligen und restriktiven Regelungen für Rodelbahnen hin. Leider scheint sich die SVP-Vertretung in Landesregierung und Parlament selbst nicht im Klaren darüber zu sein, wie mit den neuen Bestimmungen umzugehen ist. Senator Meinhard Durnwalder behauptet, dass die Bestimmungen für bestehende Rodelpisten nicht anzuwenden sind, bleibt aber eine Erklärung für diese gewagte These schuldig. Gleichzeitig versichert die Landesregierung auf Nachfrage, dass die neuen Vorgaben derzeit geprüft werden. Von einer klaren Rechtslage sind solche Aussagen weit entfernt. Davon, dass bestehende Rodelpisten vom staatlichen Dekret ausgenommen seien, ist in keiner Zeile der Antwort des Landesrates Schuler die Rede. Entweder ist im Falle von Herrn Durnwalder der Wunsch der Vater des Gedankens oder die Landesregierung und die SVP-Vertreter in Rom arbeiten in dieser Thematik nicht zusammen und haben diese einschneidende Regelung einfach verschlafen”, ärgert sich Landtagsabgeordneter Alex Ploner.

Die Landesregierung nimmt mit der Antwort vom 23. September 2022 Stellung zu den Fragen des Landtagsabgeordneten Ploner zur neuen nationalen Regelung zum Rodelsport. Unverständlich sei insbesondere die Antwort auf die Frage, ob angesichts des gesetzesvertretenden Dekrets Nr. 40/2021 (sechs Meter Breite) der Betrieb von Rodelwegen in Skigebieten weiterhin möglich ist. “Während der Parlamentarier und Jurist Durnwalder die Nicht-Anwendbarkeit dieses Dekretes auf bereits bestehende Anlagen medial verkündet, ist der Betrieb von solchen Rodelwegen laut Landesregierung nur bis zur Umsetzung des Dekrets 40/2021 durch ein Landesgesetz gesichert. Laut Landesrat Schuler muss das Skipistengesetz des Landes baldmöglichst an das nationale Dekret  angepasst werden.” Alex Ploner wollte auch wissen, ob es die Abgeordneten der SVP schlichtweg verschlafen haben, rechtzeitig in Rom zu dieser Regelung zu intervenieren und die heimische Expertise einzubringen. Auch darauf gebe es von Schuler nur eine ausweichende Antwort. Die Südtiroler Verwaltung sei “über eine interregionale technische Kommission informiert gewesen und es habe bereits ein ausgearbeiteter Text bestanden”, so die Antwort.

“Nach der Ablehnung meines Rodelgesetzes im Jahre 2019 habe ich immer darauf gedrängt, diesen Bereich doch endlich sinnvoll zu reglementieren, bevor man uns mit unserer Expertise im Rodelsport zuvor kommt. Dies scheint nun passiert zu sein. Die Kritiker meines Gesetzesvorschlags sollten nun schleunigst versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Zwei Monate vor Beginn der Wintersaison sind die Regeln nach wie vor chaotisch und unklar. Früher oder später wird sich zeigen, wer am Ende Recht behält. Ich hoffe nicht, dass hier zu lange zugewartet und Dinge politisch verschlafen wurden, zum Schaden des Wintersports in Südtirol”, so Alex Ploner abschließend.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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PuggaNagga
2 Monate 8 Tage

Haben wir nicht größere Probleme als die Breite einer Rodelpiste?
Ich frage mich wer das verabschiedet?Wahrscheinlich einer vom Meer der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat oder ein Betreiber der rein zufällig eine 6,20m Breite Piste hat.
Komisch dass wir als Kinder überhaupt unbeschadet durch den Winter kamen…

Dou geat au
Dou geat au
Grünschnabel
2 Monate 8 Tage

Sogen tuats kuaner ober die pistenraupe mochts holt sou broate sie isch 🤷🏼‍♂️

leolee
leolee
Tratscher
2 Monate 8 Tage

vielen Dank Team k.

Savonarola
2 Monate 8 Tage

Die Autonomie ist immer weniger wert.

Savonarola
2 Monate 8 Tage

realitätsfremde Sesselwärmer aus einer Stadt in der Nähe des Meeres bereiten einer alten Sportart den Garaus, und das nur, weil ein Mal ein Schild am Pistenrand nicht zweisprachig war, sondern nur ein Piktogramm enthielt.

Savonarola
2 Monate 8 Tage

realitätsfremde Sesselwärmer aus einer Stadt in der Nähe des Meeres bereiten einer alten Sportart den Garaus, und das nur, weil ein Mal ein Schild am Pistenrand nicht zweisprachig war, sondern nur ein Piktogramm enthielt.

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
2 Monate 8 Tage

Wenn damals das Team K davor gewarnt hat,hat die Svp alles abgelehnt,jetzt habt ihr Oberschlauen Svp ler den Salat!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
2 Monate 8 Tage
Irgendwann werden wir alle nur mehr in einem normierten Haus sitzen, weil bei allen Aktivitäten außerhalb jemand für uns die Verantwortung tragen muss und diesen “jemand” wird es nicht mehr geben, genausowenig wie es trotz aller Vorschriften und Sanktionen niemals eine 100%ige Sicherheit geben wird. Bin neugierig, ob Irgendwann auch die Wanderwege normiert werden und das Wandern außerhalb verboten wird, damit es zu keinen Unfällen mehr kommt. Bezweifle, ob wir damit die Sicherheit wirklich erhöhen oder ob wir stattdessen einfach verlernen, Eigenverantwortung zu tragen und mit Gefahren umzugehen. Auch das ist nämlich überlebenswichtig! Vielleicht wird man dann normierte Kurse zum… Weiterlesen »
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