Parteichef Achammer: "Starke Vertretung für unsere Autonomie"

SVP sieht ihre Wahlziele erreicht

Montag, 05. März 2018 | 13:06 Uhr

Die Südtiroler Volkspartei (SVP) hat sich am Montag mit ihrem Abschneiden bei den Parlamentswahlen zufrieden gezeigt. Die Wahlziele seien erreicht worden, das Ergebnis sei eine “starke Vertretung für unsere Autonomie”, erklärte Parteichef Philipp Achammer bei einer Pressekonferenz in Bozen. Die SVP stelle mit neun autonomiefreundlichen Vertretern die Hälfte der in der Region gewählten Mandatare. „Die Südtirolerinnen und Südtiroler haben sich für eine starke Autonomievertretung entschieden“, sagte Philipp Achammer.

Ein Wermutstropfen sei das Abschneiden der Trentiner Autonomistenpartei (PATT), die alle Wahlkreise an Mitte-Rechts verloren habe. Allein Emanuela Rossini sei über das Bündnis mit der SVP im Verhältniswahlrecht in die Kammer gewählt worden.

Im Verhältniswahlrecht wurde die SVP in der Region stärkste Kraft und stellt mit Dieter Steger einen zusätzlichen Senator. Für die Kammer erhält die SVP als stärkste Kraft zwei zusätzliche Mandate, die auf Manfred Schulian (SVP) und die PATT-Vertreterin Emanuela Rossini entfallen.

Achammer bezeichnete das umstrittene Wahlbündnis mit dem Partito Democratico (PD) im Wahlkreis Bozen-Unterland als den einzig richtigen Weg. Auch dort seien autonomiefreundliche Vertreter gewählt worden. Ohne Unterstützung durch die SVP hätte kein positives Ergebnis erzielt werden können. „Wären wir dieses nicht eingegangen, dann wären die beiden Sitze nicht an autonomiefreundliche Kräfte gegangen“, gab sich der Parteiobmann überzeugt.

Was Rom anbelangt, verhält sich die SVP vorerst abwartend. “In Rom sind wir allein der Autonomie verpflichtet. „Wir werden autonomiepolitischer Garant in einer gesamtstaatlich schwierigen Situation sein”, sagte Achammer. Man werde mit der “geradlinigen, klaren, autonomiepolitischen Linie weiterfahren”, versicherte auch Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP). Man sei bereit, die Autonomie zu verteidigen, wenn dies nötig sein sollte. Man werde sie aber auch ausbauen, sofern dies möglich ist, versicherte der Parteiobmann. In Italien sei nichts unmöglich, fügte er hinzu.

Als einen weiteren Wermutstropfen bezeichnete Achammer die Wahlbeteiligung, die von 81 Prozent vor fünf Jahren auf 69 Prozent zurückgegangen ist. Es sei aber immerhin noch mehr, als bei den Landtagswahlen vor einer Woche im Bundesland Tirol.

Was die “Autonomiegruppen” in Kammer und Senat angehe, so sei dies auch weiterhin möglich. Die vier SVP-Senatoren und ein Vertreter aus der Provinz Aosta würden reichen, um die Mindestzahl von fünf Senatoren zu erreichen. In der Kammer seien drei Abgeordnete notwendig, um eine Fraktion zu bilden.

svp

Für die Abgeordnetenkammer erreichte die PD-SVP-Kandidatin Maria Elena Boschi (PD) im Wahlkreis Bozen-Unterland 41,23 Prozent, Albrecht Plangger (SVP) erhielt im Wahlkreis Meran-Burggrafenamt 55,46 Prozent der Stimmen und Renate Gebhard (SVP) schaffte im Wahlkreis Brixen-Pustertal mit 64,98 Prozent den Wiedereinzug.

Bei der Wahl für den Senat entfielen im Wahlkreis Bozen Unterland 43,3 Prozent der Stimmen auf Gianclaudio Bressa (PD), Meinhard Durnwalder (SVP) erreichte mit 66,54 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Brixen-Pustertal das beste Ergebnis. Julia Unterberger (SVP) konnte im Wahlkreis Meran-Burggrafenamt 61,08 Prozent auf sich vereinen.

Die Sammelpartei war bei der Wahl wieder “blockfrei” ins Rennen gegangen, da aufgrund des geänderten Wahlrechts auf nationaler Ebene keine Listenverbindung mehr erforderlich war, um am Mehrheitsbonus mitnaschen zu können. Dieser wurde gestrichen.

 

Von: apa

Bezirk: Bozen