"Weiße Stimme schwächt Südtirol im Parlament"

Italien-Wahl: SVP mobilisiert für hohe Wahlbeteiligung

Donnerstag, 01. März 2018 | 17:35 Uhr

Die Südtiroler Volkspartei (SVP) hat am Donnerstag einen Appell an die Wählerschaft für eine starke Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen am Sonntag gerichtet. “Wir sind nach außen so stark, wie der Rückhalt unserer Bevölkerung. Eine weiße Stimme ist nicht nur eine verlorene Stimme, sondern schwächt unsere Vertreter und somit Südtirol im Parlament”, so der SVP-Parlamentarier Daniel Alfreider.

“Heute steht Südtirol noch autonomer da, als vor fünf Jahren. Diesen Weg wollen wir überzeugt weitergehen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass alle Südtiroler am Sonntag wählen gehen und den Zusammenhalt der Südtiroler Bevölkerung zum Ausdruck bringen. Unsere Autonomie braucht einen starken Rückenwind und alle Südtiroler sind gefragt, unsere Autonomie mit ihrer Stimme zu stärken.”, meinte Alfreider in einer Presseaussendung am Donnerstag.

In den letzten Wochen habe der Wahlkampf auch harte Töne angenommen. “Nicht kandidierende Parteien empfehlen entweder die Wahlen zu boykottieren oder Bündnisse wie das Mitte-rechts-Lager zu wählen, die in den letzten Jahren alles daran gesetzt haben, unserer Autonomie zu schädigen und plötzlich von einem Tag zum anderen als Verfechter der Autonomie aufwachen”, kritisierte SVP-Obmannstellvertreter Alfreider.

Die SVP hatte sich in diesem Wahlkampf Kritik zugezogen, weil sie den von der Demokratischen Partei (PD) um Ex-Premier Matteo Renzi aufgezwungenen Kandidaturen der Staatssekretärin Maria Elena Boschi sowie von Staatssekretär Gianclaudio Bressa im Wahlkreis Bozen-Unterland zugestimmt hatte. Dabei handelt es sich um zwei Vertrauensleute Renzis, denen der PD-Chef einen sicheren Wahlkreis zugespielt hat. Der Ausschuss der Südtiroler Volkspartei hatte am 15. Jänner einem territorialen Abkommen mit der PD zugestimmt, wonach das Vorschlagsrecht für den mehrheitlich italienischsprachigen Wahlkreis Bozen bei der PD liege.

Boschis Kandidatur für die Abgeordnetenkammer stieß in Südtirol auf Kritik. Die 37-jährige PD-Politikerin hatte 2014 behauptet, die Sonderautonomien seien in Italien abzuschaffen. Später versicherte sie, dass sie damit nicht die Südtirol-Autonomie gemeint habe.

Von: apa

Bezirk: Bozen