Anjem Choudary bei Prozessbeginn im Jänner 2016

Je 5,5 Jahre Haft für Islamistenprediger in London

Dienstag, 06. September 2016 | 18:07 Uhr

Ein Londoner Gericht hat den islamistischen Prediger Anjem Choudary wegen des Aufrufs zur Unterstützung der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Bei der Urteilsverkündung am Dienstag riefen Anhänger des Predigers von den Zuschauerrängen “Allahu Akbar” (Gott ist groß). Der Mitangeklagte Mizanur Rahman erhielt das gleiche Strafmaß.

Die beiden Männer waren Ende Juli schuldig befunden worden, doch stand die Verkündung des Strafmaßes noch aus. Der 49-jährige Anwalt Choudary hatte dem IS-Anführer und selbsterklärten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi die Treue geschworen und sich in Videos auf der Videoplattform YouTube für die Jihadisten stark gemacht.

Choudary wird zudem verdächtigt, seit mehr als 20 Jahren Kämpfer für Terrorgruppen rekrutiert zu haben, und war den britischen Sicherheitsdiensten bereits seit langem ein Dorn im Auge.

Der pakistanischstämmige Prediger mit grau meliertem Bart war seit Anfang der 2000er Jahre eine zentrale Figur der islamistischen Szene in London. Zeitweise hatte er die Führung der Islamistengruppe Al-Muhajiroun inne.

Im Jahr 2011 sorgte er für Schlagzeilen mit einer provokanten Kundgebung für den Al-Kaida-Führer Osama bin Laden, bei dem Anhänger seiner Bewegung vor der US-Botschaft eine US-Flagge verbrannten.

Im September 2014 wurde Choudary zusammen mit seinem Mitangeklagten Rahman unter dem Verdacht festgenommen, Beziehungen zu Terrorgruppen unterhalten zu haben. Sie kamen jedoch schon einen Tag später auf freien Fuß, weil sie der Polizei zufolge keine unmittelbare Bedrohung darstellten.

Von: APA/ag.

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