„Absicht gut gemeint, doch die Folge ist der gläserne Bürger“

JG: Geplante EU-Chatkontrolle schießt weit über das Ziel hinaus

Mittwoch, 22. Juni 2022 | 13:52 Uhr

Bozen – Die EU-Kommission stellt sich vor, dass in Zukunft verschlüsselte Nachrichten, welche über Messenger-Dienste wie WhatsApp versendet werden, durch Algorithmen maschinell ausgelesen und durchleuchtet werden. Ziel dabei ist es, Kindesmissbrauch und insbesondere Missbrauchsdarstellungen im Netz zu erkennen und zu bekämpfen. „Das ist ein absolut wichtiges Anliegen welches wir als SVP-Jugend selbstredend unterstützen“, so Fabian Gufler, stellvertretender Landesvorsitzender der JG. „Das Mittel, zu dem die Kommission hier greifen will, ist aber gänzlich ungeeignet, Kindesmissbrauch zu verhindern.“

Stattdessen stelle es einen völlig unverhältnismäßigen Eingriff in die Privatsphäre aller EU-Bürger dar. Ein jeder wäre dem Screening all seiner Nachrichten ausgesetzt. „Sollte diese Chatkontrolle eingeführt werden, sind wir letzten Endes alle gläserne Bürger – und das kann nicht in unserem Interesse sein!“, so die JG.

Weiter weiß Gufler, dass auch Experten den Gesetzentwurf kritisch sehen: „Rechtsaktivisten und Datenschützer laufen seit Wochen gegen diesen Ansatz Sturm und das hat gute Gründe: Zum einen wird die Privatsphäre von EU-Bürgern massiv beeinträchtigt und zum anderen sind diese Maßnahmen kaum geeignet um Kriminelle aufzuspüren – diese benutzen seit langem andere Kommunikationskanäle. Getroffen von diesen Maßnahmen würden dementsprechend nur unbescholtene Bürger!“

Auch ist laut dem JG-Vizechef die Technik noch nicht so weit fortgeschritten, als dass sie in der Lage wäre, menschliche Nachrichten zu verstehen: So könnten eigentlich unbedenkliche Chats von der Software falsch verstanden werden und auf den Brüsseler Servern landen.

Für die Junge Generation in der SVP stellt dieses Ansinnen der EU-Kommission einen massiven Eingriff in die Bürgerrechte dar. Zudem ist die JG der Meinung, dass es wesentlich effizientere Maßnahmen gäbe, um Kindesmissbrauch zu bekämpfen, die allesamt die Privatsphäre unbescholtener Bürger nicht verletzen, wie Fabian Gufler betont: „Wir als Junge Generation sind klar gegen eine europäische Chatkontrolle und fordern eine Überarbeitung des Vorschlags vonseiten der EU-Kommission. Um Kindesmissbrauch zu bekämpfen braucht es viel mehr eine personelle Aufstockung der Polizeikräfte, mehr Investitionen im Kampf gegen die Cyberkriminalität und eine bessere internationale Zusammenarbeit, etwa über die EUROPOL.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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15 Kommentare auf "JG: Geplante EU-Chatkontrolle schießt weit über das Ziel hinaus"


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Iatz woll
Iatz woll
Tratscher
7 Tage 22 h

Mich persönlich bringen solche Artikel nur zum schmunzeln. Auch über die Video Überwachung in den Städten/Dörfern wird gewettert!
Die Skeptiker solcher Maßnahmen sind die schlimmsten von allen, aber auf Facebook & Instagram wird gepostet was man konsumiert, wo man sich gerade befindet, welche Unterhose man beforzugt usw..
Und das schlimmste, die wenigsten haben verstanden dass man in der heutigen Zeit & mit der aktuellen Technologie schon längst “Gläsern” geworden ist.

DerTom
DerTom
Superredner
7 Tage 21 h

des hon i gwellt so schreibn – genau

falschauer
7 Tage 21 h

genauso ist es, das sollte man eigentlich schon wissen wenn man in den sozialen medien unterwegs ist, aber wichtig ist einmal sich ohne nachzudenken zu beklagen

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
7 Tage 18 h

na bitte es gib leit de hobm kuan fb. Und wos postesch sem bitte für extrem private sochn? dor groasstoal sicher net. also isch der vergleich bullsh..

Dostoevsky
Dostoevsky
Grünschnabel
7 Tage 18 h

Naja, niemand ist gezwungen sich auf den Sozialen Netzwerken anzumelden. Hier wird allerdings jede Nachricht von mir, von einem Programm analysiert und evtl. gespeichert, ob ich will oder nicht.

Aber ja, wir haben bereits sehr viel Privatsphäre verloren. Es ist auch ein Witz was z.B. Android alles für Daten mit den Standarteinstellungen protokolliert. Man kann zwar das meiste deaktivieren, aber wer tut das schon?
iOS ist in der Hinsicht leider auch nicht viel besser.

falschauer
7 Tage 17 h

@Zefix

also bitte lebsch du afn mond, olls wos im netz zirkuliert isch nochvollziehbor und soll sein nit lai texte, bilder, telefonate, olls! des muaß man sich schun im klorn sein also isch des nit überwältigend nuies

magari
magari
Tratscher
7 Tage 16 h

@iatz-woll: du verstehst den unterschied nicht zwischen privater und öffentlicher kommunikation.

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
7 Tage 6 h

@falschauer ok du it techniker. Hosch sicher a ausbildung wenn schun so guet bescheid woasch 😂

OH
OH
Tratscher
8 Tage 4 Min

Kein Wunder das die Menschen von und in Europa die Nase voll haben !!!! Wieviel Privatleben muss man noch preisgeben??? Muss man demnächst noch nachfragen ob. man atmen darf ???

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
8 Tage 43 Min

Man erinnere sich an die Cookie-Richtlinie…🤬😡

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
8 Tage 4 Min

Af settan schmorrn konn lei a Bürokrat kemman 🤦‍♂️

prontielefonti
prontielefonti
Superredner
8 Tage 1 h

A sell geat noar schun….

DerTom
DerTom
Superredner
7 Tage 23 h

jo mai, wenn man kriminelle ausfindig mochn konn – bis af meine zwo extrakoniugale freundinen hon i nix zu verheimlichen 😂😂😂

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
7 Tage 22 h

Pfui! Der Zar würde anerkennend nicken. Hoffentlich kommt es nicht dazu…

ieztuets
ieztuets
Tratscher
7 Tage 7 h

Wenn in die Chats hoagles Zuig gschribn weart, hott man schunn gsechn wie des endet… besser isch holt omm no Privates unter 4 Augen zu redn!

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