Biden will eine Kommission für Polizeireformen einsetzen

Joe Biden gegen “systematischen Rassismus” in den USA

Sonntag, 07. Juni 2020 | 16:36 Uhr

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, will George Floyds Tod und die anhaltenden Proteste zum Anlass für Polizeireformen und einen entschlossenen Kampf gegen Rassismus nehmen. Es brauche “längst fällige konkrete Maßnahmen”, um dem “systematischen Rassismus” in den USA ein Ende zu bereiten, forderte er am Samstag in einem Gastbeitrag in der “Los Angeles Times”.

Biden versprach, als Präsident in seinen ersten 100 Tagen im Amt eine Kommission für Polizeireformen einzusetzen. Zudem solle der Kongress schon jetzt handeln und umstrittene Polizeimethoden wie Würgegriffe bei Festnahmen verbieten. Auch müsse der Transfer von Waffen und Ausrüstung des Militärs an die Polizei gestoppt und die Kontrolle über örtliche Sicherheitskräfte verstärkt werden, forderte Biden.

George Floyd dürfe nicht nur einfach ein weiterer Hashtag werden, schrieb Biden auf Twitter. “Wir brauchen Gerechtigkeit und wir brauchen wirkliche Polizeireformen, um sicherzustellen, dass das nie wieder passiert.” In den USA gerieten Menschen immer noch wegen ihrer Hautfarbe in Lebensgefahr, zudem hielten Diskriminierung und Ungleichheit weiter an, kritisierte er. Anstatt wie Präsident Donald Trump das Land zu spalten und “Hass” zu schüren, werde er sich darum bemühen, die Wunden des Rassismus zu heilen, versprach Biden.

Die Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota, wo der Afroamerikaner Floyd am Montag vergangener Woche bei einer Festnahme getötet worden war, verbietet der Polizei künftig Würgegriffe und Fixierungen des Nackens. Auch die Bundesstaaten New York und Kalifornien wollen Polizeireformen beschließen, inklusive des Verbots von Würgegriffen.

Biden (77) war Barack Obamas Vizepräsident. Inzwischen ist er der einzig verbliebene Kandidat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Er wird daher am 3. November gegen den Republikaner Trump antreten.

Der frühere US-Außenminister Colin Powell – ein Republikaner – will für Biden stimmen. Das kündigte Powell im US-Sender CNN an. Der Ex-General übte zugleich scharfe Kritik an Trump. Dieser entferne sich von der Verfassung und werde “gefährlich für unsere Demokratie, gefährlich für unser Land”, sagte Powell. “Er lügt über Dinge und er kommt damit durch, weil Menschen ihn nicht zur Rechenschaft ziehen.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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21 Kommentare auf "Joe Biden gegen “systematischen Rassismus” in den USA"


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Mrs_Pocahontas
29 Tage 57 Min
Polizeiliche Gewalt darf es gegen KEINEN Menschen geben. Als Ursache für solche schrecklichen Verbrechen aber unreflektiert rassistischen Motive zu unterstellen ist mir persönlich zu einfach. Dass Polizeigewalt gegen Schwarze 3,7 Mal häufiger als gegen Weiße eingesetzt wird, kommt möglicherweise daher, dass Schwarze öfter in Kontakt mit der Polizei treten. Man bedenke, dass 52 Prozent der Morde von Schwarzen begangen werden, obwohl sie nur 14,6 Prozent der Bevölkerung in den USA ausmachen. Vergleicht man die Anzahl der Begegnungen mit Polizisten ist kein signifikanter Unterschied zwischen schwarz und weiss sichtbar, der den Rassismusvorwurf rechtfertigen würde, da daran gemessen nicht mehr Schwarze als… Weiterlesen »
kaisernero
kaisernero
Superredner
29 Tage 25 Min

das ist nicht ganz schlecht geschrieben, aaaaber wenn sich “gauner” bei der festnahme mit allem verteidigt was er hat ,um sich schlägt usw, muss polizei auch hart durchgreifen können, ob schwarz oder weiss, ob ausländer oder einheimischer macht keinen unterschied!!

p.181
p.181
Tratscher
28 Tage 23 h

@Mrs_Pocahontas

Polizeigewalt gegen Schwarze kommt nicht so oft vor wie gegen Weiße, siehe Statistik.
https://www.statista.com/statistics/585152/people-shot-to-death-by-us-police-by-race/

HerrSuedtiroler
HerrSuedtiroler
Tratscher
28 Tage 22 h

@p.181
das sind absolute zahlen. die wurden nicht ins verhältnis gesetzt.
ich weiß ja nicht ob sie den mittelschulabschluss haben…?

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 21 h

Wann starb denn zuletzt ein Weißer durch Polizeigewalt?

Und ich meine nicht in einem Schusswechsel sondern in einer ähnlichen Situation wie Floyd.

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 21 h

@ p181
Gibt’s auch eine Statistik, in der es nicht um Schusswechsel geht? Also Prügel, Ersticken usw? Wo also der Polizist auf Leute losging, die sich nicht wehrten oder wehren konnten?

XOXO
XOXO
Grünschnabel
28 Tage 19 h

Allein mit nackten Zahlen (soweit sie stimmen) zu argumentieren ist in dieser Sache ganz bestimmt falsch und sehr gefährlich. Die Sachlage ist viel komplexer, und Rassismus ist in den USA und der ganzen Welt definitiv ein riesengroßen Problem, auch wenn nicht das einzige Übel. Da gebe ich Dir recht.
Bin mit Deiner Aussage aber definitiv nicht einverstanden. Find ich nicht gut so was zu Schreiben, Das hilft der Sache nicht.

Mrs_Pocahontas
28 Tage 17 h
@xoxo Ich gebe dir Recht, dass Rassismus ein sehr komplexes Thema ist. Ich finde es aber weitaus gefährlicher, sich bei so einem schlimmen Verbrechen von Emotionen leiten zu lassen, ohne sich die nackten Zahlen anzuschauen, die du im übrigen gerne nachprüfen kannst. Selbst, wenn niemand mehr rassistisch wäre, würde es immer noch einen überproportional hohen Anteil Straftätern in der schwarzen Bevölkerung geben. Ich habe bewusst die Mordrate zitiert, weil hier racial Profiling keine Rolle spielt. Rassismus ist ein Symptom, es sollte aber, meiner Meinung nach, die Ursache bekämpft werden. Im übrigen glaube ich, dass wenn ein Weisser durch Süd Chicago… Weiterlesen »
Mrs_Pocahontas
28 Tage 16 h

@Neumi Es gab 2016 einen nahezu identischen Fall mit einem Weissen namens Tony Timpa. Weltweite Aufschreie und Proteste gab es damals aber keine…

p.181
p.181
Tratscher
28 Tage 16 h

@Neumi

Siehe Statistik. Außerdem ist unwahrscheinlich, dass Weiße durch Händchenhalten mit der Polizei ums Leben kommen.

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 1 h

@ Mrs_Pocahontas Danke, schau ich mir mal an.
Solche Fälle gibt’s leider immer wieder, dieses eine Mal haben sie’s halt auf Video.

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 1 h

@Pocahontas … gerade einen Bericht gelesen. Nahezu identisch … nein. Es gibt aber durchaus Gemeinsamkeiten.

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
27 Tage 20 h

Mrs_Pocahontas
interessanter Gedanke, den du hier hast; dem kann ich sehr viel abgewinnen.

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
29 Tage 7 Min

In Berlin will man ja ein Diskriminierungsgesetz einführen…..dann wird die kriminalität wohl ausufern.
War nicht hier vor ein paar Tagen auch ein Artikel über eine Diskriminierungsstelle in Südtirol? Dann werden sich die Zustände in Bozen und überall wohl eher verschlechtern,weil sich die Polizei dann nicht mehr eingreifen traut. Ein absolut lesenswerter Artikel in der Welt. https://www.welt.de/debatte/kommentare/article209078633/Berliner-Senat-Der-rot-rot-gruene-Irrsinn-hat-Methode.html

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
28 Tage 22 h

@Spitzpassauf….rot-rote Regierung !! Noch Fragen ? Auf Kosten der wenigen Nettozahler im Länderfinanzausgleich kann man leicht auf dicke Hose machen.

Dublin
Dublin
Kinig
29 Tage 2 h

…alles gut und recht…aber dass die Demokraten net a bissl an jüngeren gfunden haben, um gegen den Trumpel anzutreten…im übrigen wundert schon, dass es so Würgereien überhaupt braucht…das video ist haarsträubend ekelhaft…Handschellen hätten wohl genügt…

lansainer
lansainer
Grünschnabel
28 Tage 23 h

HEUCHLER!

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
28 Tage 23 h

Herr Biden, da haben sie viel vor. Der Rassismus ist in der ganzen Gesellschaft tief verwurzelt, das gilt auch für die Demokraten und ihrer Sympathisanten

Savonarola
28 Tage 18 h

Mitschuld hat Gangstarap und die ganze damit verbundene Subkultur

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
27 Tage 21 h

Und wer wäre diese Subkultur? 
Sprich doch aus was du denkt, du tust ja immer so auf “i bin a tiroula”, die stehen zu dem was sie denken!
Schon alleine dieses Wort zeigt ja, wie du Rassismus relativieren willst. 
Aber dann gegen den Faschismus sein, du solltest vielleicht nochmal ein Buch dazu aufschlagen oder einfach googeln. ganz schön verwirrt der Herr

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Tratscher
28 Tage 22 h

Ich fürchte, wir werden nach den Wahlen die selbe Situation haben wie jetzt, auch personell.

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