"Tories" sehen sich in Manchester mit viel Protest konfrontiert

Johnson betont zu Beginn von Tory-Parteitag Loyalität zu May

Sonntag, 01. Oktober 2017 | 21:36 Uhr

Die britischen Konservativen sind am Sonntag in der nordenglischen Industriestadt zu ihrem jährlichen Parteitag zusammengekommen. Außenminister Boris Johnson betonte dabei demonstrativ seine Loyalität zu Premierministerin Theresa May, die nach der Wahlschlappe im Juni als angezählt gilt. Zehntausende Menschen demonstrierten gegen ihren Brexit-Kurs.

“Ja. Ja, natürlich”, sagte Johnson am Sonntagabend auf die Frage, ob er absolut loyal gegenüber der Premierministerin sei. Er gilt als gefährlichster innerparteilicher Gegner Mays und war jüngst mit eigenen Brexit-Forderungen vorgeprescht. Britische Medien spekulieren, er wolle May stürzen. Mit Spannung wird erwartet, ob er in seiner Parteitagsrede am Dienstag mit weiteren Vorschlägen zum Brexit aufwartet. Mays Rede ist für Mittwoch vorgesehen. Trotz der Querelen mit Johnson betonte sie in dem BBC-Interview, ihr Kabinett sei vereint im Hinblick auf die Ziele, die sie erreichen wolle.

Tausende Brexit-Gegner und Kritiker der konservativen Regierung gingen zum Auftakt des Parteitags auf die Straße. Insgesamt nahmen nach Angaben der Polizei etwa 30.000 Menschen an zwei verschiedenen Demonstrationen gegen den EU-Austritt und die Sparpolitik der Regierung teil.

May äußerte zum Start der viertägigen Konferenz Bedauern über die Schlappe bei der jüngsten Parlamentswahl. “Es tut mir leid, dass einige sehr gute Abgeordnete ihre Sitze verloren haben”, sagte May in einem BBC-Interview am Sonntag. May hatte für Juni eine vorgezogene Parlamentswahl ausgerufen und dabei die Mehrheit verloren. Seitdem regiert sie in einer Minderheitsregierung.

Die Regierungschefin gilt als geschwächt und kämpft immer mehr mit Auseinandersetzungen in ihrem Kabinett über den EU-Austritt des Landes. Die Regierungschefin will bei dem Parteitag innenpolitische Themen in den Vordergrund stellen. In einem Versuch, jüngere Wähler anzusprechen, kündigte May Erleichterungen bei der Rückzahlung von Studienkrediten und eine Deckelung der Studiengebühren an. Auch Menschen, die ein Haus kaufen wollen, sollen stärker unterstützt werden, so May. Die Regierungschefin reagiert damit auf den wachsenden Erfolg von Labour-Chef Jeremy Corbyn, der Umfrage zufolge Neuwahlen gewinnen würde. Doch britische Medien gehen davon aus, dass das Thema Brexit den Parteitag dominieren wird.

May sagte, dass sich ihre Regierung auch auf einen chaotischen Austritt aus der EU vorbereite. Die Ministerien stellten Pläne für den Fall auf, dass es zu keiner Vereinbarung mit der EU komme, sagte sie der BBC. Sie zeigte sich aber zuversichtlich, dass wie geplant bis März 2019 eine Scheidungsvereinbarung zustande kommen werde.

Johnson machte unterdessen Schlagzeilen mit einem Beinahe-Eklat im südostasiatischen Myanmar. Wie am Wochenende bekannt wurde, zitierte Johnson bei einem offiziellen Besuch in der ehemaligen britischen Kolonie im Jänner ein Gedicht des Schriftstellers und Kolonialismus-Verfechters Rudyard Kipling (1865 bis 1936). In einem Video, das der “Guardian” veröffentlichte, ist zu hören, wie der britische Botschafter in dem Land Johnson nur mit Mühe stoppen kann.

Von: APA/dpa

Kommentare

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8 Kommentare auf "Johnson betont zu Beginn von Tory-Parteitag Loyalität zu May"


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Tabernakel
20 Tage 56 Min

Der gleiche wirtschaftliche Wahnsinn wie in Katalonien.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
20 Tage 37 Min

Nicht wahnsinnig sind nur jene mit Durchhalteparolen. wir schaffen das.

Ninni
Ninni
Universalgelehrter
19 Tage 23 h

@enkedu

👍👍…die Wahrheit mit Stärke und Herz wird siegen 😍

Lingustar
Lingustar
Superredner
19 Tage 8 h

Jawoll….  genau so wahnsinnig wie zum Beispiel die Norweger und die Schweizer, und alle anderen Länder, die nicht in dieser unsäglichen EU sind….
Gratuliere, Du hast mit deinen Beiträgen hier deinen IQ sogar auf 1,2 gesteigert!!

Tabernakel
19 Tage 8 h

Rajoy kann die katalanische Regierung absetzen.
Ich gehe davon aus das es geschehen wird.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/katalonien-spanien-steht-noch-schlimmeres-bevor/20403938.html

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